Das sind die Pläne

Eissporthalle Kassel wird modernisiert: Flexbande, Videowürfel und Logen bis zum Saisonstart

Die Eissporthalle in Kassel gleicht momentan einer Großbaustelle: Ein großes Gerüst steht auf der Spielfläche.
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Die Eissporthalle in Kassel gleicht momentan einer Großbaustelle: Ein großes Gerüst steht auf der Spielfläche.

Die Eissporthalle, Heimat von Eishockey-Zweitligist Kassel Huskies, wird renoviert und umgebaut. Treibende Kraft hinter dem Projekt sind Huskies-Geschäftsführer Joe Gibbs und Investor Paul Sinizin.

Kassel – Die Eissporthalle Kassel ist kaum wiederzuerkennen. Wo sonst die Eishockeyspieler der Kassel Huskies dem Puck nachjagen oder in coronafreien Zeiten Schlittschuhläufer ihre Runden drehen, ragen nun Gerüste bis ans Hallendach. Und noch viel mehr fällt auf den ersten Blick auf: Die Sitzschalen auf den Tribünen fehlen, ebenso die Bande.

„Wir haben große Ziele. Wir wollen DEL-Eishockey spielen. Wir wollen mehr Veranstaltungen in die Stadt bringen. Und wir wollen den Besuchern mehr Komfort bieten.“ Das sagt Joe Gibbs, Eigentümer der Eissporthalle und Geschäftsführer der Kassel Huskies.

„Es wurde Zeit für Renovierungen“, sagt Paul Sinizin. Der Geschäftsführer der Dienstrad-Firma Bikeleasing und Kapitän der EJ Kassel 89ers machte die Umbauarbeiten als Investor möglich. „Die Kosten bewegen sich im siebenstelligen Bereich. Die genaue Summe lässt sich aber noch nicht definieren, da wir die Halle immer weiter den Bedürfnissen anpassen wollen“, sagt er.

Sanierung der Eissporthalle Kassel: Nicht nur der Sport soll profitieren

Gemeinsam mit Gibbs und Architekt Reinhold Bauch hat er zu Beginn des Jahres Pläne beschlossen, um die Eissporthalle attraktiver zu gestalten – nicht nur für den Sport. Die Halle solle ein Ort der Begegnung werden, auch für die Kultur. Warum er das alles mache? „Ich habe selbst eine Eishockeyhistorie und wohne in dieser Stadt“, so Sinizin. Gibbs ergänzt: „Paul ist Spieler, Eishockey-Enthusiast und Investor in die Halle.“

Bis zum DEL2-Saisonstart am 1. Oktober haben er und Gibbs sowie sämtliche Mitarbeiter alle Hände voll zu tun. Denn die Liste der geplanten Umbaumaßnahmen ist lang. „Wir werden nicht alle Punkte in diesem Sommer abarbeiten, aber dennoch ist es ein sehr sportliches Programm“, sagt Sinizin. So soll bis Saisonbeginn die neue – und für einen in der Zukunft angestrebten DEL-Aufstieg erforderliche – Flexbande installiert werden. Außerdem werden neue Sitze eingebaut, bei denen der Komfort deutlich erhöht wird. „Wir wollten weg von den Plastikschalen und hin zu gepolsterten, nachhaltigen Sitzflächen“, berichtet Sinizin.

Auch die Sitzschalen wurden entfernt.

Durch die etwas breiteren Sitze und neu errichtete Logen fallen ein paar alte Sitzplätze weg. Diese sollen aber an anderer Stelle aufgefangen werden. Sieben Einzel-Logen werden links und rechts auf Höhe des Podiums errichtet, von dem aus die Sprade-TV-Übertragungen stattfanden.

Eissporthalle Kassel: Videowürfel soll bis zum Saisonstart angebracht sein

Außerdem werden Licht- und Tontechnik auf den neuesten Stand gebracht. „So können wir auch Sponsoren besser darstellen“, sagt Sinizin. Es wird 60 Quadratmeter LED-Wand an den Logen geben, dazu ein LED-Konzept an den neuen Banden. Auch einen Videowürfel oberhalb der Mitte des Spielfelds ist bis Oktober geplant. Dieser wird an der Dachkonstellation angebracht.

Die Eissporthalle in Kassel gleicht momentan einer Großbaustelle: Ein großes Gerüst steht auf der Spielfläche, die alten Sitzschalen sowie Lampen sind abmontiert. Unten rechts: Cristian Coman mit den alten Lampen.

Sinizin: „Über das Dach der Eissporthalle wurde oft diskutiert. Es ist aber zu betonen, dass Frau und Herr Kimm hier eine sehr solide Basis errichtet haben. Dach und Wände halten das alles locker aus.“ Ähnlich äußert sich auch Gibbs: „Wir möchten die vertraute Grundstruktur auf jeden Fall erhalten. Die Qualität des Bauwerks ist hochwertig und die Substanz nach wie vor super.“

Wir möchten die vertraute Grundstruktur auf jeden Fall erhalten. Die Qualität des Bauwerks ist hochwertig und die Substanz nach wie vor super.

Huskies-Geschäftsführer Joe Gibbs

Mit den technischen Neuerungen soll den Fans ein größeres Erlebnis geboten werden, auch für den normalen Eislauf habe man so ein paar Überraschungen in der Hinterhand. Neben den großen Neuerungen finden bis Oktober Streicharbeiten, Ausbesserungen und Erneuerungen der sanitären Anlagen sowie Umbauarbeiten in den Spielerkabinen statt. „In der Gästekabine ist da schon einiges passiert. Die Gegner sollen sich beim Besuch der Halle wünschen, lieber für die Huskies zu spielen.“

Nicht alle Punkte werden noch in diesem Jahr abgehakt. Vor allem die Außenarbeiten werden wohl nächstes Jahr angegangen. „Die Gastronomie steht ebenfalls auf unserem Zettel, da werden wir aber pandemiebedingt gucken, wann wir was anbieten dürfen.“ Was Änderungen bei den Stehplätzen angeht, möchte Sinizin den Kontakt zu den Fans suchen: „Es wäre falsch, jemanden, der 40 Jahre zu den Huskies geht, bei der Frage zu übergehen.“

Das ist geplant

Diese Umbauarbeiten sind in und um die Eissporthalle geplant:

- VIP-Logen: Stahlbauarbeiten, Lüftungsanlage bei geschlossenen VIP-Kabinen, Einrichtung Kabinen

- Haustechnik: Lüftung, Erneuerung und Ergänzung sanitärer Konstellationen (WCs)

- Fliesenarbeiten: Erneuerung Bodenbelag im Eingangsbereich und den WCs

- Trockenbauarbeiten: u.a. Verkleidung der Leitungen

- Umbau: Spielerkabinen

- Licht, Bild und Ton: u.a. LED-Galerie, LED-Beleuchtung, LED-Werbetafeln außen, neue Stadionanlage, Videowürfel

- Zuschauerbereich: Erneuerung der Sitz-, Steh- und Rollstuhlplätze

- Bande: Flexbande gemäß der internationalen Richtlinie (IIHF)

- Malerarbeiten: u.a. Hallendecke, Trägerkonstruktion und Gänge

- Beschilderung: Fluchtwege und Halle

- Sanierung: Treppenfluchtwege außen

Die guten und schlechten Nachrichten gaben sich bei den Kassel Huskies Anfang Juni die Klinke in die Hand. Erst wurde die Verlängerung mit Trainer Tim Kehler bekannt, dann sorgte eine DEL-Mitteilung für Wirbel. Denn: Für die Saison 2022/2023 besteht vorerst keine Aufstiegschance, die Huskies sollen demnach die notwendigen Unterlagen unvollständig und nicht pünktlich eingereicht haben. Das prüfen die Huskies momentan noch intern. (Björn Friedrichs Und Frank Ziemke)

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