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Kassel Huskies: „Haben keinen guten Job gemacht“

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Von: Björn Friedrichs

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Untröstlich: Husky Jamie MacQueen ist nach der Niederlage in Spiel sieben niedergeschlagen. Hans Detsch (rechts) und Bad Nauheims Eric Stephan, 2016 MacQueens Mitspieler in Kassels Meistermannschaft, wollen ihn aufmuntern.
Untröstlich: Husky Jamie MacQueen ist nach der Niederlage in Spiel sieben niedergeschlagen. Hans Detsch (rechts) und Bad Nauheims Eric Stephan, 2016 MacQueens Mitspieler in Kassels Meistermannschaft, wollen ihn aufmuntern. © Dieter Schachtschneider

Die Enttäuschung saß tief bei den Kassel Huskies nach dem Viertelfinal-Aus. Während sich die Akteure selbstkritisch gaben, wird hinter den Kulissen am Saisonabschluss mit den Fans gearbeitet.

Kassel – Eine Abschiedsrunde durch die Eissporthalle, Blicke in die Leere – und auch ein paar Tränen. Die DEL-2-Saison endete am Dienstagabend für die Kassel Huskies mit einer krachenden Niederlage. Beim 3:7 (1:3, 1:2, 1:2) gegen den EC Bad Nauheim fanden die Huskies zu keinem Zeitpunkt ihre Form. Vor allem defensiv offenbarten die Kasseler Eishockeyprofis eklatante Lücken. Die Gäste hatten das Weiterkommen mehr als verdient.

„Sie waren heute besser als wir“, sagte Kapitän Denis Shevyrin nach dem Spiel geknickt. „Es ist schwer zu sagen, woran es gelegen hat. Ein siebtes Spiel ist von der Tagesform abhängig, von der mentalen Stärke, auch wer das erste Tor schießt. So wie wir am Sonntag vorangegangen sind, haben sie es leider diesmal getan.“

Bad Nauheim eiskalt, Huskies fehlerbehaftet

Tatsächlich nutzte Bad Nauheim die Chancen, die die Huskies ihnen in großer Zahl boten, aus. Früh führten sie 2:0, auf Lois Spitzners Anschlusstreffer (18.) folgte nur 19 Sekunden später das 3:1. Fehler im Aufbau, keine Gegenwehr beim Alleingang von Jerry Pollastrone. „Seit ich hier bin, waren wir defensiv so stark. Heute haben wir frühe Gegentore hergegeben, uns dem frühen Widerstand nicht gegenübergestellt. Wir haben keinen guten Job gemacht“, sagte Huskies-Trainer Corey Neilson.

Immer wieder betonen Eishockeyspieler, wie wichtig der erste Wechsel nach einem Treffer sei. Hier waren die Huskies aber absolut nicht auf der Höhe. Nach dem ersten Tor folgte direkt der nächste Gegentreffer, auch nach dem 2:4 und 3:5 hatte Bad Nauheim direkt dicke Möglichkeiten. „Wir sind die ganze Saison über nach Rückschlägen aufgestanden, so auch diesmal“, sagte Gästetrainer Harry Lange.

Gästetrainer Lange sieht Vorteile bei seinem Team

Er sah sein Team vor allem schlittschuhläuferisch im Vorteil. „Da hatten wir Vorteile, waren flinker auf den Beinen. Wir wussten, dass wir mehr kämpfen müssen als der Gegner, haben aber daran geglaubt, dass wir bei Fünf-gegen-fünf die bessere Mannschaft sind.“ Kurzfristig – und wohl coronabedingt – fielen bei Bad Nauheim erneut Leistungsträgerwie Tomas Schmidt, Andrej Bires oder Daniel Ketter aus. Der Tausch der Importspieler, Stürmer Tristan Keck ersetzte Verteidiger Joel Meissner, habe aber unabhängig davon stattgefunden: „Das war so gewollt. Wenn man so etwas macht, ist es immer entweder ein super Spielzug oder man ist dann der Volldepp.“

Gratulation zu einer starken Leistung: Joel Keussen (links) von den Kassel Huskies und Felix Bick vom EC Bad Nauheim.
Gratulation zu einer starken Leistung: Joel Keussen (links) von den Kassel Huskies und Felix Bick vom EC Bad Nauheim. © Schachtschneider, Dieter

Der Tausch machte sich bezahlt, Keck traf im Schlussdrittel doppelt – und beendete alle Huskies-Träume einer möglichen Aufholjagd. „Bad Nauheim war kaltschnäuzig vor dem Tor, dazu sehr effektiv in der Defensive. Unsere Schüsse gingen im Gegenteil dazu nicht rein“, sagte Shevyrin. „Das Team hat nie aufgegeben, alles reingeworfen. Leider war es aber zu wenig“, sagte Neilson.

Auch Huskies-Torwart Jonas Neffin, der seinen Kasten am Sonntag noch sauber halten konnte, erwischte keinen Sahnetag. Bei den Gegentoren traf ihn zwar selten eine Schuld, er hielt aber auch keinen Unhaltbaren. „Jonas tut mir leid, wir haben ihn im Stich gelassen. Abpraller muss man ihm auch mal zugestehen, er ist ein junger Goalie“, sagte Joel Keussen.

Abschlussfeier am Sonntag

Auf die Huskies wartet jetzt die Sommerpause. Zuvor ist für den Sonntag aber noch ab 12 Uhr die Saisonabschlussfeier mit den Fans in der Eissporthalle geplant. Die Planungen laufen auf Hochtour. Neben Trikotversteigerungen wird in der Eissporthalle ab 13 Uhr das entscheidende Aufstiegsspiel der U20 in Bietigheim auf dem Videowürfel gezeigt. Durch die neue Verordnungslage gelten keine Corona-Auflagen mehr. In der Vergangenheit wurden beim Saisonabschluss immer wieder auch erste Personalien verkündet. Die traditionelle Veranstaltung war in den vergangenen zwei Jahre coronabedingt nicht möglich.

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