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Kassel Huskies: Joel Keussen über seine Verlängerung, den Reiz von Gerüchten und die DEL 2

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Von: Björn Friedrichs

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Genießt den Respekt von Mit- und Gegenspielern: Joel Keussen (links) hat bei den Kassel Huskies frühzeitig verlängert. Auf dem Foto umarmt er Bad Nauheims Torwart Felix Bick nach der Playoffserie im Frühjahr.
Genießt den Respekt von Mit- und Gegenspielern: Joel Keussen (links) hat bei den Kassel Huskies frühzeitig verlängert. Auf dem Foto umarmt er Bad Nauheims Torwart Felix Bick nach der Playoffserie im Frühjahr. © Dieter Schachtschneider

Am Sonntag gaben die Kassel Huskies die frühzeitige Vertragsverlängerung von Abwehrspieler Joel Keussen bekannt. Wir haben mit dem Leistungsträger gesprochen.

Kassel – Joel Keussen ist längst eins der prägenden Gesichter der Kassel Huskies. Das hat natürlich sportliche Gründe, Keussen zählt zu den besten Verteidigern in der zweiten Deutschen Eishockey-Liga. Aber auch abseits der Spielfläche gehört der 31-jährige gebürtige Duisburger zu den Spielern, die vorangehen.

Kein Wunder also, dass die Huskies den Vertrag mit ihm frühzeitig bis 2024 verlängert haben. Wir haben mit Keussen gesprochen: Warum hat er sich bereits jetzt langfristig an den Klub gebunden, wie schätzt er die DEL 2 ein, wie die Mannschaft der Huskies?

Bevor die Saison losgeht, haben Sie Ihren Vertrag schon über die darauffolgende Spielzeit hinaus verlängert. Das ist ja doch eher ungewöhnlich, oder?

Ja, das ist es tatsächlich. Normalerweise sind Verträge im Eishockey ja auf acht oder neun Monate begrenzt. Umso mehr freut es mich, dass die Huskies bereits jetzt mit mir verlängern wollten. Als es die ersten Anfragen an meinen Agenten gab, habe ich schnell gesagt, dass ich mir gut vorstellen kann, in Kassel zu bleiben. Wer meine Vita etwas verfolgt, hat sicher gemerkt, dass sich meine Frau Franziska und ich in Kassel pudelwohl fühlen.

Sie haben nicht bereits im Frühjahr einen Zweijahresvertrag unterschrieben?

Nein, im Frühjahr hatte ich für die nun kommende Saison unterschrieben. Die Verlängerung bis 2024 folgte später.

Scherzhaft könnte man sagen: Sie beugen damit auch indirekt Gerüchten um Ihre Zukunft im kommenden Jahr vor.

(lacht) Davon gibt es in der langen Sommerpause wirklich immer extrem viele. Das ist aber doch auch das Schöne am Eishockeysport. Ich gucke außerdem gerne „Transfer-Update – die Show“ von Sky. Wenn es so etwas im Eishockey gäbe, hätte das sicher auch viele Zuschauer.

Am Freitag war der bisherige Kapitän Denis Shevyrin beim Test in Regensburg Spielführer, am Samstag in Füssen Sie. Wer führt die Huskies in der Saison auf das Eis?

Ich sehe die Situation total entspannt. Denis ist weiterhin hier, er ist eine Führungsperson. Für ihn gilt das Gleiche wie für Marco Müller, Hans Detsch, Max Faber oder mich: Dass wir Führungsposten haben, wird nicht dadurch ausgeknipst, ob man Kapitän ist oder nicht. Der Trainer wird das entscheiden, schlussendlich hat es auf die Position innerhalb der Mannschaft aber keinen Einfluss.

Wie stark schätzen Sie die Huskies ein?

Wir haben eine super Mannschaft, auch wenn der Leistungsstand nach zwei Wochen Vorbereitung auf dem Eis schwer zu definieren ist. Jeder weiß, welches Ziel wir diese Saison haben, und ich bin gespannt auf unsere Mannschaft, wenn wir bei 100 Prozent sind. Das volle Potenzial haben wir in den ersten zwei Testspielen noch nicht gezeigt. Wichtig für uns wird sein, einen besseren Saisonstart als letztes Jahr zu erwischen, damit wir in Ruhe arbeiten können. Ich für meinen Teil habe richtig Bock.

Wie läuft die Vorbereitung unter Bo Subr bislang?

Sie ist anstrengend, aber das sind Vorbereitungen ja immer. (lacht) Wir haben zwei bis drei Trainingseinheiten am Tag, da ist es wichtig, auch freie Tage zwischendurch zu bekommen. Dieser Wechsel gelingt dem Trainerteam bislang sehr gut.

Die Klubs der DEL 2 scheinen sich beinahe alle verstärkt zu haben. Wie schätzen Sie die Liga ein?

Ja, das sieht so aus. Es ist ja immer so, dass sich alle Vereine im Vergleich zum Vorjahr besser aufstellen wollen. Die Liga wird durchgemischt, Platzierungen sind wieder einmal kaum vorherzusagen. Bayreuth, Landshut und Weißwasser haben sich in meinen Augen namhaft verstärkt, Selb hat schon am Ende der vergangenen Saison gezeigt, dass es mithalten kann. Ich finde es wunderschön, dass sich die Teams so verstärken. Das vergrößert den Fokus auf unseren Sport, auf unsere Liga.

Sie selbst hatten in der vergangenen Saison mit Corona zu kämpfen. Wie geht es Ihnen jetzt?

Nach der Infektion war ich lange nicht auf der Höhe, wo ich gern gewesen wäre. Im Sommer habe ich mir einen Personal Trainer genommen, um zu alter Form zu finden. Ich fühle mich jetzt deutlich besser, das ist kein Vergleich mehr zum Frühjahr.

Zur Person

Joel Keussen (31) wurde in Duisburg geboren und fing in Krefeld mit dem Eishockey an. Über mehrere DEL-, DEL-2- und Oberliga-Stationen kam Keussen 2020 zu den Kassel Huskies, wo er in bislang 102 Spielen 30 Tore schoss und 50 vorbereitete. Joel Keussen ist mit Franziska verheiratet.

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