Zum Sieg reichte es aber noch nicht

Das härteste Derby bisher: Huskies sind Frankfurt wieder näher gekommen

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Im Derby geht es auch ruppig zu, wie dieses Gerangel vor dem Frankfurter Tor zeigt. Im Mittelpunkt stehen Kassels Kyle Doyle und Gästespieler Clarke Breitkreuz, die hier im Clinch miteinander liegen.

Kassel. Es gab in der Niederlage auch eine positive Nachricht: Sie sind dem großen Rivalen wieder einen Schritt näher gekommen. „Ich bin zuversichtlich, dass unsere Zeit kommt“, sagte Trainer Jürgen Rumrich deshalb nach der 3:4-Niederlage seiner Kassel Huskies im Derby gegen die Löwen Frankfurt.

Sein Gegenüber Tim Kehler stellte ebenfalls fest: „Das war das härteste Derby bisher. Wir sind auf einen top motivierten Gegner getroffen.“

Was Hoffnung macht, ist deswegen aber noch lange kein Trost. Denn wenn die Nordhessen auf die Südhessen treffen, dann zählt nur eins: Ein Sieg soll her. Und den haben die Huskies trotz einer frühen 2:0-Führung mit Treffern von Brad Snetsinger und Austin Wycisk auch im vierten Duell nicht geschafft. „Wir sind so gut ins Spiel gekommen. Aber leider haben wir unser Ziel wieder nicht erreicht“, stellte Rumrich deshalb enttäuscht fest.

Gerade der Auftakt machte aber Hoffnung. Da waren die Huskies, gestützt auf den sicheren Rückhalt Kai Kristian, kampfstark, schnell und endlich gegen Frankfurt auch einmal effektiv. 15 Minuten lang dominierten sie das Derby. Dann schaffte Frankfurt durch Nico Opree den Anschlusstreffer – und plötzlich war es ein anderes Spiel. Wie so etwas passieren kann? „Es war halt kurz vor der Drittelpause. Mit dem Tor im Rücken kommt Frankfurt ganz anders aus der Kabine. Und wir haben plötzlich die kleinen Fehler gemacht“, sagt Rumrich.

Was besonders ärgerlich war: Sowohl Oprees Anschlusstreffer als auch das 2:3 durch Norman Martens fielen durch Konter gegen zu weit aufgerückte Huskies. Die Schnelligkeit der Frankfurter stellte Rumrichs Mannschaft ohnehin in allen bisherigen Duellen vor Probleme. Besonders auffällig ist das, wenn Richard Mueller antritt. „Sein Tempo hat DEL-Niveau“, sagt Rumrich anerkennend.

Besonders offensichtlich aber wurde der Tick, den Frankfurt bisher besser ist als Kassel, im letzten Drittel. Beim Stand von 3:4 mobilisierten die Gastgeber noch einmal alle Kräfte. Sie rannten auch an, versuchten permanent, Druck aufzubauen. Echte Chancen aber, die ließen die cleveren Frankfurter kaum zu. Das erkannte auch Rumrich an: „Man hat gesehen, wie abgezockt die Löwen sind. Es kommt nicht von ungefähr, dass sie noch immer ungeschlagen sind.“

Auch in Überzahlsituationen oder in der Schlussphase, als Kristian sein Tor verlassen hatte, kamen die Huskies kaum in Schussposition. Frankfurts Sieg, egal wie knapp, war deshalb wieder verdient. Die Huskies und ihre Fans müssen deshalb weiter warten, dass ihre Zeit noch kommt.

Von Frank Ziemke

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