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Michi Christ zu Derby-Playoffs 2013: „Hätte unsterblich werden können“

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Von: Björn Friedrichs

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2013 war die Enttäuschung groß: (von links) der damals gerade 24 Jahre alt gewordene Michi Christ, Patrick Berendt und Ales Kreuzer stehen nach der Finalniederlage gegen den EC Bad Nauheim geknickt an der Bande.
2013 war die Enttäuschung groß: (von links) der damals gerade 24 Jahre alt gewordene Michi Christ, Patrick Berendt und Ales Kreuzer stehen nach der Finalniederlage gegen den EC Bad Nauheim geknickt an der Bande. © Fischer, Andreas

Kommende Woche starten die DEL2-Playoffs mit dem Hessenderby zwischen den Kassel Huskies und dem EC Bad Nauheim. Erst einmal trafen die Rivalen in einer Endrundenserie aufeinander.

Kassel – Am Ende musste die Geschichte wohl so ausgehen an diesem 21. April 2013. Fünf Playoff-Heimspiele in Folge haben die Kassel Huskies in der Oberliga nach Verlängerung gewonnen. Drei zum Best-of-five-Seriensieg gegen Frankfurt, bereits zwei gegen Bad Nauheim im Finale um den Aufstieg in die DEL 2. Fünfmal Ekstase, fünfmal Derbyjubel, fünfmal ein goldenes Siegtor in der ausverkauften Eissporthalle. Im entscheidenden Spiel fünf gegen Bad Nauheim endet diese Erfolgsgeschichte – in der Verlängerung, ausgerechnet. Es waren bisher die einzigen Playoff-Duelle, die sich Kassel und Bad Nauheim geliefert haben. Ab kommenden Mittwoch wird die Geschichte weitergeschrieben. Dann treffen Huskies und Rote Teufel erstmals wieder in einer Endrunde aufeinander.

Die Mittelhessen gewannen 2013 das entscheidende Spiel mit 3:2, Siegtorschütze Brad Miller wird noch heute von den Fans der Roten Teufel verehrt. Einer, der damals zu den absoluten Leistungsträgern der Huskies zählte, war Michi Christ. Der Kasseler Jung, der im vergangenen Sommer seine Profikarriere erst beendet, in diesem Winter aufgrund vieler Ausfälle bei den Huskies kurzzeitig wieder aufgenommen hat, kann sich noch heute gut an die Zeit damals erinnern. „Wären wir da aufgestiegen, hätte ich unsterblich werden können“, sagt er und ergänzt: „Normalerweise erinner ich mich nicht gut an einzelne Spiele, aber dieser Abend ist noch sehr präsent.“

Christ blickt optimistisch auf die Playoffs

Christ bildete damals mit Manuel Klinge und Petr Sikora die wohl beste Reihe in der Oberliga. Nach 22 Hauptrundenspielen hatten sie zusammen 194 Scorerpunkte auf dem Konto. Im ersten Finalspiel schoss Christ den 5:4-Siegtreffer in der Verlängerung, in der entscheidenden fünften Partie brachte er die Huskies erst mit 1:0 in Führung, später glich er zum 2:2 aus. „Ich war damals richtig gut drauf, schoss zwei Tore und dachte, jetzt werde ich mit dem Aufstieg zur Legende“, sagt er. Es kam anders. Der Sprung in die DEL 2 blieb in dem Jahr verwehrt, zur Kasseler Legende hat es Christ aber dennoch geschafft.

Jetzt treffen die beiden Klubs also wieder aufeinander. Christ, inzwischen Organisator der Eissporthalle, hofft, dass dann wieder mehr Fans den Weg ins Stadion finden: „Zuschauer tun dem Spiel gut, sie bringen Emotionen hinein.“ Er und sein neu zusammengestelltes Team im Hintergrund hätten zudem bislang keine allzu große Herausforderung stemmen müssen. „Das wäre in einem Derby bei 3500 Zuschauern schon etwas anderes“, sagt der 32-Jährige. 3860 Fans sind beim ersten Spiel erlaubt, ab dem 20. März sind weitere Lockerungen zu erwarten.

Für Christ steht fest: Er wird in den Playoffs nicht auflaufen. „Ich hab nicht vor zu spielen, das war zuletzt eine einmalige Aktion. Ich kann auch nicht mehr so helfen, mir fehlt einfach die Fitness“, sagt er. Dem Team traut er den Derbysieg im Viertelfinale auch ohne sein Zutun zu. „Die Jungs haben Blut geleckt. Das erinnert mich ein bisschen an unser Meisterteam 2016, da war die Hauptrunde auch nicht ideal. Sie spielen jetzt wie ausgetauscht.“

Die Huskies konnten zwar noch nie eine Endrundenserie gegen Bad Nauheim gewinnen. Trotzdem gibt es Hoffnung: Die Roten Teufel konnten ihrerseits in der DEL 2 überhaupt noch nie eine Playoff-Runde für sich entscheiden. Eine Geschichte geht sicher zu Ende.

Von Björn Friedrichs

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