1. Startseite
  2. Sport
  3. Kassel Huskies

Franziska Busch über den geglückten Klassenerhalt der Frauen: „Das war die pure Erlösung“

Erstellt:

Von: Björn Friedrichs

Kommentare

Grenzenloser Jubel: Die deutschen Eishockey-Frauen haben dank eines Treffers von Tanja Eisenschmid (links) in allerletzter Sekunde den Klassenerhalt geschafft.
Grenzenloser Jubel: Die deutschen Eishockey-Frauen haben dank eines Treffers von Tanja Eisenschmid (links) in allerletzter Sekunde den Klassenerhalt geschafft. © IMAGO/Bildbyran

Die Eishockey-Nationalmannschaft der Frauen hat bei der WM dank eines Treffers in letzter Sekunde den Klassenerhalt geschafft. Wir haben mit Co-Trainerin Franziska Busch gesprochen.

Kassel – Es läuft die letzte Minute im abschließenden WM-Gruppenspiel für die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft der Frauen. Und es ist eine wichtige Minute. Es steht 2:2 gegen Gastgeber Dänemark. Mit diesem Ergebnis würde Deutschland erstmals seit 2015 aus der Top-Division absteigen. Ein Sieg muss her, aber die Sekunden verrinnen. Bis zum letzten Augenblick. Dann folgt die Erlösung. Wir fragen nach bei der deutschen Co-Trainerin Franziska Busch, die vor zwei Wochen noch als Trainingsgast bei den Kassel Huskies vor Ort war: Was war denn da los?

Noch 18 Sekunden sind zu spielen. Bei der deutschen Auswahl steht längst eine sechste Feldspielerin für Torhüterin Sandra Abstreiter auf dem Eis. Ein Schuss, noch 15 Sekunden, der nächste Versuch und der nächste. Die Zeit läuft davon, da kommt Tanja Eisenschmid an der Blauen Linie an den Puck – und schlenzt ihn durch die Spielertraube zum 3:2 ins Tor. 0,1 Sekunden vor Schluss. Wahnsinn. „Das war die pure Erlösung“, sagt Busch. Die U18-Nationaltrainerin ist bei den Seniorinnen Assistentin von Thomas Schädler. Vor zwei Wochen hospitierte sie noch bei den Kassel Huskies.

Zwei Überprüfungen, dann der Jubel

Zweimal musste nach Eisenschmids Treffer noch gezittert werden. Erst wurde überprüft, ob das Tor wirklich noch während der Spielzeit gefallen war. Dann forderte auch Dänemarks Trainer noch einen Videobeweis mit der letzten Hoffnung auf eine Torhüterbehinderung. „Dass er das versucht, verstehe ich. Aber wir konnten auf den Bildschirmen schnell sehen, dass da alles okay war“, sagt Busch. Viel Zeit, um den Sieg zu feiern, blieb der Mannschaft übrigens nicht. Schon wenige Stunden nach Spielende stand der Rückflug in die Heimat an.

Nach einem beträchtlichen Umbruch im Team war der Klassenerhalt aber extrem wichtig. „Das nimmt viel Stress aus der Sache“, sagt Busch. Und gegen Dänemark war es zugleich eine kleine Revanche. Der gleiche Gegner hatte sich vergangenes Jahr in Füssen anstelle der Deutschen die Olympia-Quali geschnappt, nun schaffte die DEB-Auswahl in Dänemark den Klassenerhalt und schickte die Gastgeberinnen so in die zweite Division. „Bei unserer Mannschaft hat man allen angemerkt, dass niemand absteigen will, auch wenn das Ziel eigentlich ein anderes war“, sagt Busch, die sich über besonderen Besuch freute. Phil Andreß, Spieler der Eishockey-Jugend Kassel, schaute mit seiner Familie beim Urlaub bei der WM vorbei, machte mit der Mannschaft und Busch Fotos.

Unterstützung aus Kassel: EJK-Spieler Phil (links) und seine Familie besuchten während des Urlaubs die WM. In der Mitte: DEB-Co-Trainerin Franziska Busch.
Unterstützung aus Kassel: EJK-Spieler Phil (links) und seine Familie besuchten während des Urlaubs die WM. In der Mitte: DEB-Co-Trainerin Franziska Busch. © Privat/nh

Im letzten Drittel mächtig gesteigert

Nach starken Vorbereitungsergebnissen war die 2:4-Niederlage zum Auftakt gegen Ungarn ein herber Dämpfer für die Viertelfinal-Träume. Busch: „Da sind wir gut gestartet, haben 2:0 geführt und sind dann nach dem ersten Gegentreffer von unserem Plan abgekommen. Da hatten wir das Viertelfinale eigentlich schon aus der Hand gegeben.“ Nach Pleiten gegen Schweden (3:4 nach Penaltyschießen) und Tschechien (0:6) ging es nur noch um den Klassenerhalt.

Aber auch gegen die Däninnen sah es erst nach einer bitteren Niederlage aus – die Gastgeberinnen gingen zweimal nach Kontern in Führung. Im letzten Drittel schnürte das DEB-Team Dänemark hinten ein. „Wir haben da auf drei Reihen umgestellt und uns in einen Rausch gespielt. Im letzten Drittel hatten wir 24:1-Schüsse. Deshalb ist der Sieg am Ende auch verdient. Für viele Spielerinnen war es das erste große Turnier. Den Willen, den die Mannschaft gezeigt hat, müssen wir nun mitnehmen“, sagt Busch.

Insgesamt wies die Statistik gegen Dänemark übrigens 41:11-Schüsse für das deutsche Team auf. Ins Glück traf aber erst der letzte.

Auch interessant

Kommentare