Kassel Huskies in der Krise: Hoffnung ruht auf Hungerecker

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Die Huskies am Boden, einmal mehr jubelt in der Eissporthalle ein Außenseiter: Andy Reiss (links) und Torwart Markus Keller nach einem Gegentor mit dem Bayreuther Eric Chouinard.

Kassel. James Wisniewski wird nach den Olympischen Spielen nicht vom Husky zum Adler. Diese Personalie ist aber nur eine von fünf, die nach der Pleite gegen das Zweitliga-Schlusslicht diskutiert werden.

„Wir verzichten auf diesen Spieler und suchen stattdessen nach einem jüngeren, starken Mann, der sich auch für die nächste Saison bei uns empfehlen will“, erklärte am Montagnachmittag Marcus Kuhl auch mit Blick auf die KHL. Der Manager des DEL-Klubs hatte „Wiz“ am Sonntag beim restlos enttäuschenden 2:3 gegen Bayreuth beobachtet und danach mit dem US-Amerikaner und den Huskies-Verantwortlichen verhandelt.

Wisniewski ist eine von fünf Personalien, die nach der Kasseler Pleite gegen das Zweitliga-Schlusslicht diskutiert werden:

  • James Wisniewski. Der NHL-Routinier bricht heute nach Pyeongchang auf, bleibt aber für die Huskies lizenziert. „Doch ich glaube nicht, dass er nach Olympia nach Kassel zurückkehren wird“, sagte Trainer Rico Rossi. Fakt ist: Mit „Wiz“ wurden ab Oktober zunächst 16 von 21 Spielen gewonnen. Doch seitdem er von seiner Olympianominierung erfuhr, gab es in 14 Spielen nur noch vier Siege. Ein Zufall? Der Star war am Ende nur noch Mitläufer mit hoher Fehlerquote. Am Sonntag stieg er nach 40 Minuten aus. „Ich brauchte Pause für meinen Knöchel, eine reine Vorsichtsmaßnahme. Es ist nichts Ernstes, ich wollte nur kein Risiko eingehen“, gab er später an. Und sagte dann: „Ich gehe mit einem bittersüßen Gefühl. Es war eine tolle Zeit hier, aber ich freue mich jetzt auch auf Olympia. Das wird aufregend.“ Über seine Gespräche mit Adler-Manager Marcus Kuhl und Trainer Bill Stewart schwieg er sich aus.
  • David Kuchejda. Schon am Freitag in Weißwasser war David Kuchejda nicht dabei, auch am Sonntag saß der Rechtsaußen auf der Tribüne. Stattdessen schoben Tyler Gron und Patrick Klöpper Doppelschichten in zwei Sturmreihen. Verletzt ist Kuchejda nicht. Offenbar muss der 30-Jährige die Huskies verlassen. Kassels direkter Rivale Crimmitschau und Weißwasser seien interessiert, heißt es.
Vor dem Abschied: David Kuchejda. Um das ganze Foto zu sehen, klicken Sie oben rechts.
  • Phil Hungerecker.  Es gab sie dann doch noch am Ende dieses trostlosen Sonntag-Abends, die eine gute Nachricht: Phil Hungerecker (23) gehört wieder zum Huskies-Kader. Der mit 17 Toren und neun Vorlagen fünftbeste Stürmer der Adler Mannheim wird während der Olympiapause der DEL wieder das Kasseler Trikot mit der Nummer 94 tragen. Sieben Spiele bestreiten die Huskies, ehe am 28. Februar die Mannheimer mit ihrem jungen Kometen in Schwenningen ins Drei-Spiele-Restprogramm des Oberhauses starten wollen. Aber, wer weiß, vielleicht ist die Saison der Adler ja eher zuende als die der Huskies...
  • Die Fans. Das ehemals beste Publikum der Liga wendet sich von den Huskies ab. Einige Pfiffe der nur noch 2687 Besucher gab’s am Ende der Bayreuth-Pleite und „Rossi raus“-Rufe, aber sonst herrscht Resignation vor. Und Schweigen, wo doch eigentlich Unterstützung des vollends verunsicherten Teams so dringend nötig wäre. 
  • Rico Rossi/Joe Gibbs. Die beiden Verantwortlichen stehen (noch) eng beisammen, wirken aber gemeinsam auch überfordert. Der Trainer hat einen schweren Stand bei immer größer werdenden Teilen der Fans, aber auch bei Sponsoren. Es scheint, als könne er nicht der „Gute-Laune-Onkel“ sein, der dem Team hilft, allen Ballast abzuwerfen und zu einstiger Leichtigkeit zurückzufinden. Rossi hofft nun nach der Wisniewski-Zeit auf einen Neustart: „Wir sind Tabellenvierter und haben es noch in der eigenen Hand, in den Playoffs weit zu kommen. Wenn wir die Lehren aus dieser schlimmen Phase ziehen. Wir müssen gemeinsam nur noch nach vorn blicken.“

Gemeinsam mit Gibbs grast er den Markt ab nach einem Nachfolger für Wisniewski – und nicht mehr nach einer Alternative. „Aber es sind wenig gute Leute unterwegs, die uns weiterhelfen können“, sagt er.

Und Gibbs? Scheint als Einzelkämpfer mit viel zu vielen (auch hausgemachten) Baustellen völlig überlastet angesichts zu wenig Manpower im Team hinter dem Team. Dabei ist er dringend gefordert, rasch den Schulterschluss zwischen Fans und Mannschaft zu schaffen.

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