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Kassel Huskies: Mit Hooligan Detsch und Busfahrer Müller nach Dresden

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Von: Björn Friedrichs

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Marco Müller (rechts) von den Kassel Huskies kam gegen die Selber Wölfe (links: Steven Deeg) als Stürmer zum Einsatz.
Marco Müller (rechts) von den Kassel Huskies kam gegen die Selber Wölfe (links: Steven Deeg) als Stürmer zum Einsatz. © Fischer, Andreas

Pflichtaufgabe gelöst, Playoffs erreicht: So lässt sich der Sieg der Kassel Huskies gegen die Selber Wölfe zusammenfassen. Schon heute wartet ein dickerer Brocken auf die Huskies.

Kassel – Ein Glanzstück war er nicht, der 3:0 (1:0, 0:0, 2:0)-Erfolg gegen Schlusslicht Selb. Trotzdem feierten die Kassel Huskies in der zweiten Deutschen Eishockey-Liga ihren fünften Sieg in Folge, tankten so vor dem abschließenden Doppelspieltag gegen die Dresdner Eislöwen Selbstvertrauen. Und vielleicht spült jene wiedergewonnene Sicherheit die Huskies ja noch auf Rang vier.

Selb kam mit dem ersten Sieg (5:0 in Landshut) nach zuvor 22 Niederlagen im Gepäck nach Kassel, hatte einen klaren Matchplan: tief stehen, auf Konter lauern. Das gelang ihnen gut. Bei den Huskies sprangen wenig Großchancen heraus, eine verwertete Mitch Wahl nach angelupftem Querpass von Brett Cameron zum 1:0 (10.).

Detsch wollte es mal anders machen

Bis fünf Minuten vor Schluss hatte die knappe Führung Bestand, dann traf Hans Detsch mit einem schönen Tor zur Vorentscheidung. Er behielt vor dem Gehäuse die Ruhe, legte sich den Puck auf die Rückhand und lupfte ihn an Gästetorwart Michael Bitzer vorbei ins Netz. „Ich hatte im ersten Drittel schon eine brutale Chance, muss da einfach cooler werden, wenn ich so frei stehe. Das wollte ich dann unbedingt anders machen“, sagt Detsch zu seinem 10. Saisontor.

Hans Detsch, Stürmer der Kassel Huskies.
Hans Detsch, Stürmer der Kassel Huskies. © Fischer, Andreas

„Wir waren die bessere Mannschaft, Selb hat aber ein gutes Auswärtsspiel gemacht. Wir sind geduldig geblieben und haben uns am Ende belohnt“, so der 27-Jährige, der von den Fans auf dem Heuboden mit lauten „Hooligan, Hooligan“-Sprechchören gefeiert wurde. „Der Spitzname kommt wahrscheinlich von den vielen Kämpfen. Ich hatte ihn schon in Ravensburg, Augsburg und Ingolstadt, ich nehme ihn gern an“, sagt Detsch lächelnd.

Müller überzeugt neben zwei Youngsters

Ebenfalls aufgefallen ist am Donnerstag Abwehrroutinier Marco Müller in ungewohnter Rolle. Wegen der vielen Verteidiger im Kader stellte Trainer Corey Neilson den 31-Jährigen in die vierte Sturmreihe. „Ich habe das angenommen, der Trainer stellt auf. Wenn er sagt, ich soll den Bus fahren, dann fahr ich auch den Bus“, scherzte Müller.

Neilson verteilte nach dem Spiel ein Sonderlob an die Reihe um Müller, Paul Kranz und Tim Lucca Krüger. „Das Spiel einfach halten und die anderen Reihen entlasten – das ist uns gut gelungen“, sagt Müller zu seinem Zusammenspiel mit den beiden Youngsters. „Am Anfang mussten die beiden Jungs mich erst einmal führen. Je länger das Spiel ging, konnte ich dann auch mal was sagen“, so Müller, der in den vergangenen Spielen aufzublühen scheint. „Unter einem neuen Trainer gibt es immer neuen Wind, niemand kann sich auf Lorbeeren ausruhen. Wie wir jetzt spielen, kommt mir entgegen.“

Gegen Dresden geht es um Platz vier

Nun also der Dresden-Doppelpack. Sollten die Huskies beide Spiele gegen die Sachsen in 60 Minuten gewinnen, wären sie sicher Vierter. Ansonsten startet das große Rechnen (siehe Infokasten). Für Dresden geht es aber noch um die Hauptrundenmeisterschaft. Und: Laut Nachrichtenportal Tag24 treffen sich Eislöwen und DEL am Dienstag vor einem unabhängigen Schiedsgericht. Dresden zweifelt noch immer an, dass die Verwehrung des Aufstiegsrechts für diese Saison rechtens war.

„Wir gehen genauso rein wie in die letzten Spiele, wir wollen gewinnen und brauchen uns nicht zu verstecken“, sagt Detsch. Müller ergänzt: „Das ist ein starker Gegner. Es geht Richtung Playoffs, das werden schon Spiele dieser Art. Da werden wir auch sehen, wo wir mit der Art unserer Spielweise stehen gegen starke Gegner.“

Die möglichen Quotienten

Die Quotienten der Teams im Kampf um Platz vier bei den jeweils noch zu holenden Punkten:

Bad Nauheim: 3 Punkte: 1,79 - 2 Punkte: 1,77 - 1 Punkt: 1,75 - 0 Punkte: 1,73

Kassel: 6 Punkte: 1,80 - 5 Punkte: 1,78 - 4 Punkte: 1,76 - 3 Punkte: 1,74 - 2 Punkte: 1,72 - 1 Punkt: 1,70 - 0 Punkte: 1,68

Crimmitschau: 6 Punkte: 1,71 - 5 Punkte: 1,69 - 4 Punkte: 1,67 - 3 Punkte: 1,65 - 2 Punkte: 1,63 - 1 Punkt: 1,61 - 0 Punkte: 1,59

Von Björn Friedrichs

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