Westhelle überlegt, gegen DEL wegen falscher Besetzung des Schiedsgerichts vorzugehen

Huskies erwägen Klage

Kassel. Die Auseinandersetzung zwischen der Deutschen Eishockey-Liga und den Kassel Huskies geht weiter. Das DEL-Schiedsgericht bestätigte zwar den Lizenzentzug für die Kassel Huskies.

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Doch Huskies-Geschäftsführer Fritz Westhelle will laut eigener Aussage den Liga-Vertretern erneut schwere Formfehler nachgewiesen haben. Fragen und Antworten zur Lage bei den Schlittenhunden.

Können und werden die Huskies das Urteil des Schiedsgerichtes anfechten?

Gegen das Urteil des Sportgerichtes können die Huskies eigentlich nichts unternehmen, es ist endgültig. Doch: Westhelle führt an, dass der Beschluss des DEL-Schiedsgerichtes aufgrund der formalen Mängel (kein gültiger Schiedsrichtervertrag, Schiedsrichter nicht gewählt) ungültig ist. Und dagegen können sich die Schlittenhunde vor einem ordentlichen Gericht wehren. Deshalb erwägen die Huskies-Verantwortlichen, beim Landgericht Köln eine Nichtigkeitsklage gegen die DEL einzureichen. Damit soll festgestellt werden, dass die Schiedsrichter nicht ordnungsgemäßg gewählt wurden. Mit einer Entscheidung wäre frühstens in einem halben Jahr zu rechnen.

Was brächte ein solcher Schritt?

Das Oberlandesgericht München müsste das Verfahren über die Vollstreckbarkeit des DEL-Schiedsspruches aussetzen. Dieses Gericht ist in die Auseinandersetzung involviert, weil die Huskies dort bereits am 6. Juli den Antrag stellten, das DEL-Schiedsgericht sei nicht zuständig, um über den Lizenzentzug zu urteilen.

Ist kein Ende des Rechtsstreites in Sicht?

Doch. Möglicherweise am 26. August, wenn sich DEL und Huskies vor dem Oberlandesgericht (OLG) Köln wiedersehen. Dann wird über den Einspruch einiger DEL-Klubs gegen die Entscheidung des Kölner Landgerichtes vom 15. Juli verhandelt. Damals hatte das Landgericht Köln die Einstweilige Verfügung aufrecht erhalten, mit der die Huskies zum Spielbetrieb zugelassen werden müssen. Westhelle geht trotz eines „minimalen Restrisikos“ davon aus, dass das OLG Köln zugunsten der Huskies entscheiden wird. Alles andere wäre „ein juristisches Wunder“. Denn: Das OLG hatte in einem anderen Urteil festgelegt, dass ein Klub zur DEL zugelassen werden muss, wenn er so gut wie saniert ist. Und das sind die Huskies – auch wenn die DEL Beschwerde gegen den Insolvenzplan vor dem Bundesgerichtshof eingelegt hat – obwohl sie dazu gar nicht berechtigt ist, weil sie ausgelöst und damit kein Gläubiger mehr ist.

Haben die Spieler um die Auflösung ihrer Verträge gebeten?

Nein. Alle Spieler stehen weiterhin zu den Huskies. Keiner der Akteure hat bislang um seine Freigabe gebeten.

Beeinflusst der Fall Hannover Scorpions die Situation bei den Schlittenhunden?

Ja. Der Dauerkartenverkauf, der eigentlich am heutigen Montag beginnen sollte, wird verschoben. Und zwar, bis es eine Entscheidung über die Zukunft der Scorpions gibt. Die wurde am Wochenende auf Dienstag vertagt. „Wir hoffen noch auf Gespräche mit dem Land“, sagte Hannovers Geschäftsführer Marco Stichnoth gestern. Diese sollen heute stattfinden.

Von Michaela Streuff

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