Erstes Bully 20 Uhr 

Beim daheim ungeschlagenen Tabellenführer: Huskies zu Gast in Ravensburg

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Szene aus dem Hinspiel: Ex-Husky Matt Neal (links) und Ravensburgs Sören Sturm im ersten Duell beider Teams Anfang Oktober.

Die Gegensätze könnten kaum größer sein: Hier die kriselnden Huskies. Dort der Gastgeber, dessen Höhenflug selbst die eigenen Fans überrascht. Und ausgerechnet bei den Ravensburg Towerstars sind die Kasseler ab 20 Uhr zu Gast.

Mit Thomas Merl, 2016 DEL2-Meister mit den Huskies und seit Sommer bei den Towerstars, blicken wir auf den überragenden Tabellenführer aus dem Süden. 

Allerdings ist der 26-Jährige heute zum Zuschauen verdammt: Nach einem Syndesmosebandriss im linken Sprungelenk Mitte Oktober fällt er drei bis vier Monate aus.

  • Der Höhenflug: Einsam ziehen die Towerstars ihre Kreise an der Spitze mit 53 Punkten im Gepäck – und das bei einem Spiel weniger als die nächsten Verfolger Frankfurt (44) und Kaufbeuren (43). Und sie können es fast selbst nicht glauben. „Neun Punkte vorn – das ist schon ordentlich. Wir haben zwar gewusst, dass wir eine sehr gute Mannschaft sind. Aber dass es so gut laufen könnte, das hätten wir nicht gedacht“, sagt Merl. Den Towerstars gelingt derzeit eigentlich alles. Sei es, eine fast zehnminütige doppelte Unterzahl unbeschadet zu überstehen wie am Freitag in Heilbronn. Sei es, einen 0:2-Rückstand zu drehen. Sei es, mal eben fünf Tore in einem Drittel gegen den amtierenden Meister Bietigheim zu erzielen. Es sind viele Teilchen, die zusammengefügt zum großen Ganzen Ausdruck dieses Höhenflugs und ebenso großen Selbstvertrauens sind.
Drei Jahre in Kassel, nun in Ravensburg: Thomas Merl.
  • Der Kader: Verletzungspech war das Schlagwort, das in den vergangenen beiden Jahren die Towerstars stets begleitete und gern als eine der Hauptursachen für zwei verpasste Qualifikationen fürs Playoff-Viertelfinale genannt wurde. Abgesehen von Pechvogel Merl und dem Tschechen Jakub Svoboda sind die Leistungsträger bislang von Verletzungen verschont geblieben. Den Kader, der in weiten Teilen zusammengeblieben ist, verstärkten Trainer Jiri Ehrenberger und Geschäftsführer Rainer Schan mit Erfolg: Vom SC Riessersee kam Topscorer Andreas Driendl. Er knüpft mit aktuell 34 Punkten (elf Tore, 23 Vorlagen) ebenso nahtlos an die überragende Spielzeit beim SC Riessersee an wie der US-Amerikaner Robbie Czarnik an die Topmarken, mit denen er sich in der vergangenen Saison in Crimmitschau empfahl (zehn Tore, zwölf Vorlagen). Überhaupt sind die Ausländer im Team Trumpfkarten: der Finne Ilkka Pikkarainen (sieben Tore, acht Vorlagen) schließt als Spieler-Typ eine Lücke im Kader, sorgt für viel Alarm und Bewegung vor dem gegnerischen Tor, die die Mitspieler dann nutzen können. Zum Vergleich: Die besten Scorer der Huskies, Richie Mueller, der 2017/18 noch mit Driendl ein kongeniales Duo bildete, und Tyler Gron, haben nach 20 Spielen je 17 Punkte auf dem Konto. „Wir haben vier ausgeglichene Reihen, die alle Tore schießen können. Wenn eine mal keinen guten Tag hat, springt die andere ein“, erklärt Merl. Hinten zählen die Torhüter Jonas Langmann (Fangquote 91,95 Prozent) und Ersatzmann Michael Boehm (92,93 Prozent) zu den Top 5 der Liga.
  • Die Bilanz: Nur zwei von 20 Spielen haben die Towerstars verloren (0:4 in Dresden, 5:7 in Bad Nauheim). In eigener Halle sind die Towerstars ungeschlagen, nur die Heilbronner Falken haben bislang einen Punkt entführt. Weitere Spitzenwerte: In Unterzahl sind die Towerstars vorn (89,8 Prozent), 745 Torschüsse haben sie bislang abgegeben (nur Frankfurt ist besser), dabei 108-mal ins Schwarze getroffen. Auch das ist Ausdruck einer gnadenlos selbstbewussten Offensive.
  • Der Tipp: Merl, der nach wie vor Kontakte nach Kassel hat, wagt nach kurzem Zögern einen Tipp: 4:1 für Ravensburg.

In der Übersicht: Das ist der Spielplan der Kassel Huskies in der Saison 2018/2019

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