Huskies gegen DEL: Der letzte Schlagabtausch?

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Was entscheidet das Gericht in Köln? Kassels Dr. Fritz Westhelle (links) hofft noch immer, DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke ist siegessicher.

Kassel. Es ist der letzte Strohhalm, an den sich die Kassel Huskies und ihre Fans klammern. Vor dem Landgericht Köln könnte es zum letzten Schlagabtausch zwischen Kassels Geschäftsführer Dr. Fritz Westhelle und der Deutschen Eishockey-Liga mit ihrem Geschäftsführer Gernot Tripcke kommen.

Fragen und Antworten rund um den Gerichtstermin in Köln

? Was passiert, wenn die Huskies vor dem Oberlandesgericht in Köln gewinnen?

! Dann spielen sie in der DEL - jedenfalls so lange, wie die einstweiligen Verfügungen gelten. Und die sind gültig, bis in einem Hauptverfahren über die Huskies entschieden wird. Das Hauptverfahren sollte vor dem Landgericht Köln am 14. Oktober beginnen.

? Was passiert, wenn die Huskies vor dem Oberlandesgericht Köln verlieren?

! Dann wird die DEL sie rauswerfen. Die Huskies könnten sich dagegen noch an den Bundesgerichtshof wenden. Ob das möglich ist, wie die Aussichten sind und ob das zunächst das Spielen in der DEL ermöglicht, ist unklar.

? Warum ist die DEL so siegessicher?

! Weil sie meint, alle guten Argumente auf ihrer Seite zu haben: Das DEL-Sportgericht hat gegen die Huskies entschieden, und das Oberlandesgericht hat bestätigt, dass der Spruch des Sportgerichts vollstreckt werden kann. Darum werde auch das Oberlandesgericht in Köln die einstweilige Verfügung für die Huskies nicht bestätigen. Das Verfahren Huskies sei mit dem Beschluss des ordentlichen Oberlandesgerichts erledigt.

? Wird trotzdem munter weitergeklagt?

! Das scheint unwahrscheinlich. Denn das kostet auch unheimlich viel Geld. Wie verlautet, soll der Fall Huskies allein an Anwaltshonoraren bisher eine dicke sechsstellige Summe gekostet haben.

? In München hieß es vor Gericht vonseiten der DEL, wenn die Huskies drei Millionen Euro zahlen, könne man wieder über alles reden. Was ist das für Geld?

! Das ist ein Teil der ursprünglichen Schulden der Huskies. Die Berufsgenossenschaft sollte allein etwa 500 000 Euro bekommen. Allerdings haben sich die Gläubiger geeinigt, mit 20 Prozent zufrieden zu sein. Die DEL besteht auf die Zahlung dieser Posten, weil sie hier eine Verzerrung des sportlichen Wettbewerbs sieht. Das Argument: Die Huskies könnten das Geld, das sie durch das Insolvenzverfahren sparen, in Spieler stecken, während die übrigen DEL-Klubs vollständig zahlen.

? Die Huskies spielen derzeit in Kosice. Für den Sonntag ist ein Testspiel in Dresden geplant. Wird es überhaupt noch stattfinden?

! Sportdirektor Fabian Dahlem wollte so weit gestern gar nicht denken. Für ihn gilt bis zur heutigen Verhandlung das Motto: „Noch sind wir drin. Noch sind die Verfügungen nicht aufgehoben.“ Das heißt für ihn auch: Alle sportlichen Planungen gehen weiter wie vorgesehen.

? Was würde mit den Verträgen der Huskies-Angestellten passieren, wenn es kein DEL-Eishockey mehr gibt?

! Hier gab es vonseiten der Huskies gestern keine Stellungnahme. Es ist aber anzunehmen, dass Manager, Trainer und Geschäftsstellen-Mitarbeiter praktisch sofort kein Geld mehr bekommen - schließlich haben die Huskies keinerlei Einnahmen. Auch die Spieler müssten sich dann wohl arbeitslos melden.

? Wenn die Huskies tatsächlich nicht spielen können, was passiert mit den bereits verkauften Dauerkarten?

! Alle Einnahmen aus bisher verkauften Tickets sind auf ein gesondertes Konto gelaufen – vorsorglich. Im Falle des DEL-Ausschlusses geht das Geld vollständig an die Käufer zurück. Ein finanzielles Risiko gehen die Anhänger also nicht ein. Sollten die Huskies in die Saison starten und während der laufenden Spielzeit ausgeschlossen werden, werden die Kosten anteilig zurückgezahlt.

? Wie reagieren Sponsoren auf das Urteil aus München?

! Erst einmal betont zurückhaltend. Hauptsponsor VW will erst den heutigen Termin in Köln abwarten. VW-Pressesprecher Rudi Stassek erklärte gestern: „Wir hoffen immer noch und schauen gespannt auf morgen. Wir bleiben in jedem Fall weiter dabei, wer „a“ sagt, muss auch „z“ sagen.“

? Wie geht es im Falle des Huskies-Ausschlusses in der DEL weiter?

! Sie wird dann mit nur noch 14 Teams weiterspielen. Geschäftsführer Gernot Tripcke kündigte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa an, bereits übers Wochenende einen alternativen Spielplan ohne Huskies vorlegen zu wollen. Tripcke wird mit dem Satz zitiert: „Wir müssen sehen, dass jetzt auch formell der letzte Schritt vollzogen wird, also die Aufhebung der einstweiligen Verfügung vor dem OLG Köln. Wir gehen davon aus, dass das OLG dies spätestens heute tut.“ (tho, mis, frz)

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