Drei Führungswechseln gegen nie aufgebende Gäste

Huskies gewinnen irren Schlagabtausch gegen die Dresdner Eislöwen

Die Huskies Brett Cameron, Lukas Laub und Corey Trivino feiern
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Die Huskies Brett Cameron, Lukas Laub und Corey Trivino feiern den dritten Sieg in Folge.

Sie liegen 0:1 zurück, führen 5:2 und sind wieder 5:6 hinten – am Ende schlagen willensstarke Kassel Huskies die Dresdner Eislöwen bei einem Chancenfeuerwerk.

7:6 (1:1, 4:3, 2:2) lautet das Ergebnis nach einem irren Schlagabtausch (hier gibt‘s den Ticker zum Nachlesen).

Kassel startet mit zwei Siegen in Serie im Gepäck, die Gäste aus Dresden sogar mit fünf. Und so entwickelt sich vom Start weg ein Schlagabtausch, der die Zuschauer in Atem hält. Der ECK hat zwei Chancen in den ersten 40 Sekunden. Torhüter Jerry Kuhn muss gegen Vladislav Filin eingreifen, ehe die erste Minute absolviert ist. Unterhaltsam geht es auch weiter: Johan Porsberger prüft Kuhn (2.), auf der anderen Seite trifft Eric Valentin den Außenpfosten (4.). Die Huskies lassen viel liegen. Und wie das immer so ist: Nutzt man seine Chancen nicht, schlägt der Gegner zu. Maximilian Kolb zieht am linken Bullykreis einfach mal ab, der Puck schlägt im kurzen Eck ein – 0:1 (7.).

Die Huskies aber sind nicht mehr dieselben wie noch zu Saisonbeginn. Ein Rückstand wirft sie nicht um. Im Gegenteil. Hans Detsch scheitert noch frei vor Kristian Hufsky (8.), Timo Gams jagt die Scheibe knapp vorbei (10.). Dann sind sie erstmals im Powerplay. Und das hat ja schon am Freitag plötzlich geklappt. Es dauert 80 Sekunden in dieser Überzahl bis zum ersten Schuss. Aber der sitzt sofort. Lois Spitzner legt zurück, Stephan Tramm nach rechts raus und dort jagt MacQueen den Puck aus spitzem Winkel vorbei an Hufsky zum Ausgleich (13.). Die Huskies machen weiter, wollen den Führungstreffer nachlegen. Beste Chancen und eine doppelte Überzahl? Ungenutzt.

Dann ist Pause. Und sollte es Fans geben, die kurz vor Wiederbeginn auf die Toilette gegangen sind, bereuen sie das bitter. 18 Sekunden sind im Mitteldrittel gespielt, da klingelt es. Dieter Orendorz ist es, der zum 2:1 ins kurze Eck trifft. Der Torjubel ist nicht verklungen, da steht es schon 3:1. Dieses Mal ist es Weidner, der herrlich freigespielt verwandelt. Endlich etwas Ruhe? Nein! 27 Sekunden dauert es dieses Mal, da umkurvt Cameron das Tor, legt – von Hufsky unbemerkt – zurück und Lukas Laub trifft unbedrängt ins Netz. 4:1, drei Tore in 58 Sekunden. Die Halle steht Kopf.

Dann aber schüttelt sich Dresden. Jordan Knackstedt schlenzt im Powerplay an den Innenpfosten, der Puck springt David Rundqvist auf den Schläger – 2:4 (24.). Und die Huskies? Die stellen umgehend den alten Abstand her. Krüger schiebt einen Abpraller lässig ein (25.).

Der entnervte Hufsky wird ausgewechselt. Zeit zum Durchschnaufen gibt es trotzdem keine. Erst schießt MacQueen am verwaisten Tor vorbei, auf der anderen Seite rettet Kuhn mehrfach. Dann ist aber auch der Goalie geschlagen: Philipp Kuhnekath zielt ganz genau, trifft per Schlenzer in den Winkel (31.). Und damit nicht genug: David Suvanto schießt nach einem einstudierten Spielzug in Überzahl das 4:5. Jetzt haben die Gäste Oberwasser, drängen, schießen – die Huskies retten sich in die Pause.

Im Schlussdrittel dauert es wieder nur 18 Sekunden – da fällt der Ausgleich. Denis Shevyrin verliert den Puck an Filin, der startet durch und bleibt eiskalt. Vier Minuten später ist das Spiel auf den Kopf gestellt. Knackstedt hält bei einem Lupfer den Schläger hin – 6:5 für Dresden.

Aber wie heißt es so schön? Huskies geben niemals auf. Auch diesmal nicht. Wieder sitzen zwei Eislöwen auf der Strafbank, jetzt ist Kassel da. MacQueen hämmert den Puck zum Ausgleich ins Tor (46.), kurz darauf schlenzt Rutkowski an Freund und Feind vorbei das 7:6.

Dresden gibt nicht auf, greift weiter an, auch in Unterzahl kurz vor Schluss. Suvanto schießt noch einmal von der Mittellinie, Kuhn hält die Fanghand hin. Das Spiel ist aus, die Huskies feiern den Sieg in diesem irren, begeisternden Schlagabtausch.

So haben die Kassel Huskies gespielt

Schiedsrichter: Falten/Schmidt

Zuschauer: 2554

Tore: 0:1 (6:47) Kolb (Filin, Walther), 1:1 (12:47) MacQueen (Tramm, Spitzner - 5:4), 2:1 (20:18) Orendorz (MacQueen), 3:1 (20:49) Weidner (Spitzner, Keussen), 4:1 (21:16) Laub (Cameron, Trivino), 4:2 (23:45) Rundqvist (Knackstedt, Karlsson - 5:4), 5:2 (24:47) Krüger (Valentin, Granz), 5:3 (30:14) Kuhnekath (Rundqvist, Suvanto), 5:4 (33:52) Suvanto (Knackstedt, Porsberger - 5:4), 5:5 (40:18) Filin, 5:6 (44:12) Knackstedt (Filin, Karlsson), 6:6 (45:36) MacQueen (Rutkowski, Keussen - 5:3), 7:6 (48:49) Rutkowski (Keussen, Trivino - 5:4)

Strafminuten: Kassel 10 - Dresden 16

Von Björn Friedrichs

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