Sie können Frankfurt wegfegen: Huskies haben Chance auf den „Sweep“

Jubelposen im Derby: So wie Thomas Merl nach seinem Tor sind die Huskies obenauf. Foto: Schachtschneider

Kassel. Es geistert nun ein englisches Wort über dieser Derbyserie in den Playoffs. Die wenigsten hätten wohl gedacht, dass dieses Wort fallen könnte, wenn Kassel Huskies und Löwen Frankfurt aufeinandertreffen.

Es ist ja immer eng im hessischen Eishockeyderby zwischen diesen Teams, die am Ende der Hauptrunde ganze drei Punkte trennten. Und jetzt das: Nach dem 4:0 im dritten Spiel führen die Kasseler, von den meisten als Außenseiter gehandelt, weil sie drei von vier Derbys der Hauptrunde verloren hatten, mit 3:0. DREI ZU NULL!

Und deshalb fällt das Wort „Sweep“. Zu deutsch: wegfegen! Das passiert dann, wenn eine Mannschaft ihre Playoffserie „zu Null“ entscheidet. Die Huskies können Frankfurt „sweepen“. Am Freitag, beim vierten Spiel in Frankfurt. Wie es soweit kommen konnte? Da ist die Sache mit...

... DER FITNESS 

Huskies-Manager Joe Gibbs sagte es als Erster: „Unser Trainer legt großen Wert auf Fitness. Das zahlt sich nun aus. Die Mannschaft ist topfit. Und sie ist, bisher zumindest, fitter als Frankfurt. Rico Rossi sagt: „Es ist hart für die Frankfurter, physisch zu spielen, wenn wir den Puck die ganze Zeit haben.“ Und er lobt seine Spieler: „Die Jungs arbeiten hart. Auch jetzt nach dem Spiel stemmen sie Gewichte. Das ist eine neue Philosophie. Sie machen das aus eigenem Antrieb. Weil sie unbedingt wollen.“

Das Plus der Huskies lässt sich mit Zahlen belegen. Die dritten Drittel entschied Kassel alle für sich. 2:0 am Dienstag, 1:0 in Frankfurt, 2:1 beim ersten Vergleich. Das zeigte sich beim 4:0 aber auch im Spielverlauf. Rossi macht das zum Beispiel am Forecheking fest: „Frankfurt ist da eigentlich stark. Aber wir haben es geschafft, mit der Scheibe so schnell zu sein, dass sie das kaum ausspielen konnten.“ Auch die vielen Strafen der Gäste hatten ihren Grund oft einfach darin: Sie waren einen Schritt zu spät beim Gegner. So blieb nur das Foul.“ Sein Frankfurter Trainerkollege Rich Chernomaz sagt: „Der größte Unterschied war, dass wir mit den Schlägern gecheckt haben und nicht mit den Körpern.“

...DEN GROSSEN MOMENTEN 

Es sind nicht immer die Tore, die einen spüren lassen: Hier passiert etwas Besonderes. Der Gegner ist geschlagen. Die großen Momente können auch in kleinen, eher nebensächlichen Aktionen stecken. So wie am Dienstag im Schlussdrittel: Adriano Carciola luchst am Mittelkreis einem Löwen den Puck ab. Er dreht, kringelt, spielt sich um seine Gegenspieler bis zum Tor. Es fällt kein Tor, doch die Halle tobt, die Zuschauer erheben sich von ihren Sitzen. Das war groß, ganz groß. Die großen Momente mit Toren? Jamie MacQueens Sololauf zum 1:0. Und Thomas Merls 2:0 in Unterzahl, für das nicht mal ein Konter nötig war.

... DER STILLE 

Schweigende Fans schon im Mitteldrittel und ein Trainer, der die Ansprache verweigert – Frankfurt stand unter Schock. Als Rossi im Schlussdrittel eine Auszeit nimmt, die vollen 30 Sekunden mit seiner Mannschaft spricht, macht Chernomaz was? Nichts. Er schweigt. Seine Erklärung hinterher spricht für sich: „Was sollte ich schon sagen?“

... DEM SWEEP 

Einem makellosen 4:0 in der Serie also. Es wäre eine Demütigung für den Gegner. Eine Genugtuung für die vielen, vielen Pleiten, die die Huskies in Frankfurt einstecken mussten. Es würde aber auch bedeuten: Kein weiteres Heimspiel im Viertelfinale. Nachgefragt also beim Manager, was ihm denn lieber sei: Sweep? Oder drittes Heimspiel am Sonntag. Die Antwort von Joe Gibbs ist eindeutig: „Wir wollen den vierten Sieg. Das Moment ist derzeit auf unserer Seite. Aber jeder weiß, wie schnell sich das im Eishockey ändern kann. Wir dürfen da nichts riskieren. Wir dürfen nicht nachlassen.“

Und eines würde so ein Sweep ja ohnehin bringen: Zwei garantierte Heimspiele im Halbfinale. Dann freut sich der Manager auch mit Blick auf die Kasse.

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