Aufholjagd ohne Krönung

Huskies machen aus 0:3 in Dresden ein 4:3 – und verlieren dann doch

+
Er traf zum 3:3 : Justin Kirsch (rechts) erzielte in Dresden den Ausgleich. Auf unserem Archivbild jubelt der Stürmer zusammen mit Austin Carroll und Ben Duffy (von links).

Im vierten Aufeinandertreffen mit Dresden sollte auch der vierte Sieg her für die Eishockeyspieler der Kassel Huskies. Damit wurde es nichts.

Bei den vom früheren Kasseler Rico Rossi trainierten Eislöwen verlor der Spitzenreiter der DEL 2 mit 5:6 (0:3, 3:0, 1:1 – 0:1) nach Verlängerung. Der Schnellcheck:

Wieso wurde es nichts mit der weißen Weste gegen Dresden?

Nach drei Siegen war das Problem diesmal: Drittel eins war gerade 13 Minuten alt, da lagen die Gäste bereits 0:3 hinten. In einem turbulenten und fast dreistündigen Spiel drehten die Huskies dann auf, führten verdient 4:3 – und verloren schließlich doch in der Verlängerung.

Was führte denn zu dem Fehlstart in die Partie?

Ganz eindeutig: Die Huskies machten den Gastgebern das Tore schießen anfangs unfassbar leicht. Das begann beim 1:0. Verteidiger Steve Hanusch durfte ungestört vor das Tor kurven und die Scheibe an Leon Hungerecker vorbeilupfen. Beim 2:0 schlug Noureddine Bettahar am Puck vorbei, Thomas Pielmeier traf mit der Rückhand. Richtig bitter wurde es beim dritten Treffer. Hungerecker vertändelte an der Bande die Scheibe, Niklas Jentsch war der Nutznießer. Das waren dicke Patzer, die auch das Fehlen von vier Stammspielern nicht entschuldigte.

Wie schnell erholte sich der Tabellenführer von diesem Rückschlag?

Das dauerte natürlich – und hätte trotzdem deutlich schneller gehen können. Die Huskies nämlich übernahmen bereits in der Schlussphase des ersten Drittels immer mehr die Regie auf dem Eis. Die Chancen häuften sich minütlich. Allein: Sie blieben zunächst ungenutzt. Ein Beispiel aus der Schlussphase: In Überzahl scheiterten innerhalb weniger Sekunden Marco Müller, Alex Heinrich und Ryon Moser. Der Druck, der wuchs noch im Mitteldrittel. Es spielte fast nur Kassel. Doch selbst in doppelter Überzahl wollte kein Tor fallen. Und als Spencer Humphries die Scheibe nach Michi Christs Lattenkracher mit dem Schuh über die Linie brachte, da hieß es nach Videobeweis: kein Treffer (27).

Wer brach dann endlich den Bann?

Das war Alex Karachun in der 33. Minute. Wieder waren die Huskies in Überzahl, wieder gab es Videobeweis, weil Dresdens starker Torhüter Marco Eisenhut die Maske verlor, doch diesmal zählte der Treffer. Die Gastgeber schwächten sich durch viele Strafzeiten. Auch der Anschlusstreffer von Mario Scalzo entsprang einer Überzahl (35.). Doch der Ausgleich, der war einfach schön herausgespielt. Justin Kirsch erzielte ihn auf Zuspiel von Ben Duffy (40.). Für ein spannendes Schlussdrittel war gesorgt.

Wie fiel dann die Entscheidung?

31:17-Torschüsse standen nach 40 Minuten für die Huskies. Das Schlussdrittel war nicht mehr so einseitig. Dafür wurde es nervenaufreibend. Als Kassel durch Humphries' feinen Schlenzer (52.) endlich in Führung ging, da hielt die Freude nicht lang. Dale Mitchell traf 15 Sekunden später aus der Drehung. Dresden war plötzlich wieder da. Als Mario Lamoureux in der 58. Minute das 5:4 erzielte, schienen die Huskies geschlagen. Doch Duffy schaffte 50 Sekunden vor Ende den Ausgleich und sicherte wenigstens einen Punkt. Mehr verhinderte Jordan Knackstedt, der in der Verlängerung ein Solo souverän vollendete.

Und wie war die Übertragung bei Sprade-TV?

Sie bot schon vor dem Anpfiff Kontrastprogramm. Ross Antony trällerte den Costa-Cordalis-Hit „Anita“. Danach gab es aus den Boxen ACDC. Respekt verdiente sich der Dresdener Kommentator, der trotz der Strafenflut gegen sein Team klaren Kopf behielt und viele dieser Strafen neutral als gerecht beurteilte.

Statistik: So haben die Kassel Huskies gespielt

Tore: 1:0 (6:19) Hanusch (Mitchell), 2:0 (8:34) Pielmeier (Walther, Pohl), 3:0 (12:05) Jentsch (Knobloch), 3:1 (32:19) Karachun (5:4), 3:2 (34:46) Scalzo (Duffy - 5:4), 3:3 (39:26) Kirsch (Duffy), 3:4 (51:19) Humphries (Moser, Karachun), 4:4 (51:34) Mitchell, 5:4 (57:44) Lamoureux (Mitchell, Biezais), 5:5 (59:09) Duffy (Trivino, Carroll - 6:5), 6:5 (61:55) Knackstedt

Schiedsrichter: Erdle, Paule

Zuschauer: 1892

Strafminuten: Dresden 22 + 10 Lamoureux - Kassel 18.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.