Heute in Crimmitschau, Sonntag kommt Landshut 

Huskies-Nesthäkchen Tramm überzeugt nicht nur mit Torriecher

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Jubelschrei nach dem ersten DEL2-Tor: Stephan Tramm freut sich über das 1:0 beim Derby in Frankfurt. Verdeckt: Corey Trivino.

Bevor es in die Deutschlandcup-Pause geht, stehen für die Kassel Huskies noch zwei Partien in der DEL2 an: Heute Abend müssen sie in Crimmitschau ran, am Sonntag kommt der EV Landshut. Im Fokus dabei steht nach zuletzt starken Auftritten der jüngste Husky Stephan Tramm. 

Wie ein Exot fühlt er sich nicht – auch wenn er im Eishockey einer besonders begehrten Gattung angehört: Stephan Tramm (21) ist jung, gebürtiger Deutscher und noch dazu Verteidiger. Und bei den Kassel Huskies schätzen sie sich derzeit sehr glücklich, ein solch talentiertes Nesthäkchen in ihren Reihen zu haben.

Die Verletzungen von Alex Heinrich und Mario Scalzo hatten für Tramm Folgen – im positiven Sinne: Aus der Oberliga gekommen, wurde der gebürtige Hamburger gleich ins kalte Wasser geworfen, quasi über Nacht zur Stammkraft und krönte seine bisher starke erste DEL2-Saison am vergangenen Wochenende.

In Frankfurt verlud er Torhüter Jimmy Hertel in bester Stürmer-Manier. „Basics wie diese schnellen Rechts-Links-Bewegungen übe ich allein vor oder nach dem Mannschaftstraining. Die machen mich schneller“, erklärt er. Das zahlte sich aus. Den symbolträchtigen Puck sicherte Derek Dinger, die Scheibe lag am nächsten Morgen auf Tramms Platz in der Kabine. „Das war eine schöne Überraschung“, sagt der Torschütze. Im Derby zu treffen, das sei natürlich schon „geil. Gott sei Dank ist es endlich passiert. Ich bin ein Offensiv-Verteidiger, da baut sich irgendwann Druck auf, endlich zu treffen.“ Vielleicht, weil der Bann gebrochen war, legte er am Sonntag noch einen nach: Mit dem wichtigen 2:3-Anschlusstreffer brachte er seine Mannschaft gegen Freiburg zurück ins Spiel. Sein Gedanke unmittelbar danach: „Jetzt holen wir sie uns.“ Das klappte ja bekanntlich auch.

Heute Abend in Crimmitschau (20 Uhr) und am Sonntag daheim gegen Aufsteiger Landshut (18.30 Uhr) bieten sich die nächsten Gelegenheiten. Den Torriecher trägt er in sich, schließlich spielte er bis zur DNL bei den Eisbären Juniors in Berlin als Stürmer. Fünf Jahre ging er in er Hauptstadt aufs Sportinternat, machte seinen Realschulabschluss, bevor er 2016 nach einem kurzen Intermezzo beim Oberligisten Hamburger SV zum Ligakonkurrenten Icefighters Leipzig wechselte. Dort entdeckte ihn der ehemalige Huskies-Trainer Rico Rossi. Leon Hungerecker, den Tramm aus Hamburg kennt und der gerade einmal einen Monat älter ist als er, bestärkte ihn, nach Kassel zu wechseln.

„Als die Anfrage kam, stand meine Entscheidung sofort fest“; sagt Tramm. „Kassel ist eine super Umgebung, um sich zu entwickeln, für einen jungen Spieler wie mich eine der besten Stationen in Deutschland. Der Verein macht keine leeren Versprechungen, sondern lässt mich das Vertrauen spüren. Von Tim Kehler lerne ich viel. Klare Fehler, die jeder sieht, bindet er mir nicht noch einmal auf die Nase, sondern spricht eher die kleinen Fehler an, die du selbst nicht erkennst.“ Auch von Verteidiger-Kollegen Derek Dinger, mit dem er ein Duo bildet, und Spencer Humphries schaue er sich viel ab.

Dinger, elf Jahre älter als Tramm, und Trainer Kehler äußern sich nahezu identisch über ihn: Er sei fundiert ausgebildet, ein guter Schlittschuhläufer mit viel Übersicht. „Er spielt aufgrund der Verletzungen von Heinrich und Scalzo viel häufiger, als ich zunächst geplant hatte. Er ist lernfähig und in der Kabine sehr beliebt“, sagt Kehler. Und Dinger scherzt: „Ich habe die Leine bei mir an der Hose, damit er nicht abhebt.“ Aber das befürchtet ohnehin niemand.

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