Er will sich mit Spielpraxis empfehlen

Huskies-Neuzugang James Wisniewski: „Über Kassel zu Olympia“

Gut gelaunt in Kassel: Neuzugang James Wisniewski im Training. Foto: Schachtschneider

Kassel. Es ist kein Liga-Spiel wie jedes andere. Denn wenn die Huskies heute Abend Freiburg empfangen, gibt ein Verteidiger sein Debüt, der dem Zweitligisten einen gehörigen Glamour-Faktor verleiht.

Gemeint ist der US-Amerikaner James Wisniewski. Für seinen letzten Vertrag kassierte er fünf Millionen US-Dollar, die Liste seiner NHL-Klubs liest sich so: Chicago Blackhawks, Anaheim Ducks, New York Islanders, Montreal Canadiens, Columbus Blue Jackets, Carolina Hurricanes, dazu kommen Wladiwostok (KHL/Russland), Chicago Wolves aus der zweithöchsten US-Liga AHL – und jetzt die Huskies. Im Interview spricht der 33-Jährige darüber, warum er sich für Kassel entschieden hat.

Herr Wisniewski, nach 550 NHL-Spielen sind Sie nun ein Husky. Wie kommt’s? 

James Wisniewski: Mein Ziel ist es, den Sprung ins US-amerikanische Olympiateam zu schaffen. Ich würde das nicht schaffen, wenn ich nur zu Hause rumsitzen würde. Ich habe im Mai mein letztes Spiel gemacht und auf eine gute Option gewartet. Den Saisonbeginn in Europa hatte ich verpasst. Auch mit Blick auf die NHL hat sich nichts getan. Ich habe dann mit meinem Europa-Agenten gesprochen und übers US-Hockey den Kontakt zu Joe Gibbs bekommen. Ich habe ihn angerufen, und auch Rico Rossi kennengelernt. Und nun bin ich hier.

Wie realistisch ist es denn, über die DEL2 ins Olympia-Team zu kommen? 

Wisniewski: Wenn ich gesund bleibe und hart arbeite, ist es möglich. Das erste Ziel aber ist es, ins US-Team für den Deutschland-Cup im November zu kommen. Sie werden den Kader bald bekanntgeben. Ich möchte und muss dafür spielen. Und bei den Huskies bekomme ich die Einsatzzeit.

Und wie schwer ist es, fürs Deutschland-Cup-Team der USA nominiert zu werden? 

Wisniewski: Wenn ich mir keine Chancen ausrechnen würde, wäre ich nicht gekommen. Einmal an Olympischen Spielen teilzunehmen, wäre großartig. Meine Karriere ist fortgeschritten, und das steht auf der Liste der Dinge, die ich als Spieler gern noch erleben würde. Ich wäre stolz, wenn meine Kinder sagen könnten, ihr Papa war Olympionike. Und noch einmal das Nationaltrikot zu tragen, das wäre schon toll.

Dazu könnten Ihnen dann die Huskies verhelfen. Hand aufs Herz, kannten Sie Kassel überhaupt?

Wisniewski: Nein. Ich war einmal mit der US-amerikanischen U18-Nationalmannschaft in Deutschland, wir waren damals für ein Turnier in Füssen, glaube ich.

Haben Sie Kassel gegoogelt? 

Wisniewsksi: Das habe ich tatsächlich gemacht. Ich habe gesehen, dass es nicht allzu weit weg von Frankfurt ist.

Wie waren die ersten Tage für Sie? 

Wisniewski: Joe Gibbs und Rico Rossi führen das Team wie einen nordamerikanischen Klub, das ist ein Stück weit vertrautes Terrain. Auch von der Mannschaft bin ich super aufgenommen worden. Ich hätte mir keine besseren Mitspieler wünschen können. Sechs, sieben Jungs sind mit mir am ersten Abend essen gegangen. Und jetzt freue ich mich aufs erste Spiel.

Was wissen Sie denn über diese Liga? 

Wisniewski: Es ist eine gute Liga. Ich kenne einige US-Spieler, die hier mal gespielt haben während des Lockouts. Letztlich ist die Frage der Liga auch zweitrangig. Das Wichtigste ist, Spielpraxis zu bekommen und dem Team zu helfen. Ich bin fit. Auch wenn mein letztes Spiel jetzt ein Weilchen zurückliegt. Ich war zu Hause dreimal pro Woche auf dem Eis, habe dazu vier, fünfmal abseits des Eises trainiert. Aber egal wie viel du trainierst, du brauchst eben Spielpraxis. Und genau deshalb bin ich hier, um mir den Weg nach oben zu erarbeiten.

Und worauf freuen Sie sich am meisten? 

Wisniewski: Darauf, endlich wieder ein Trikot zu tragen und wieder zu spielen.

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