Katerstimmung nach Derbysause

3:7 – Kassel Huskies patzen in Bad Tölz

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Sein Doppelpack war zu wenig: Husky Kevin Maginot.

Bad Tölz/Kassel. Die Vorzeichen hätten für die Huskies schöner kaum sein können: Sie waren gestärkt durch den Derbysieg gegen Frankfurt. 700 Fans hatten sie im Sonderzug nach Bad Tölz begleitet.

Sie trafen auf einen Gastgeber, der nur vier Verteidiger aufbieten konnte. Doch was vorab verheißungsvoll erschien, entwickelte sich zu einem ganz bitteren Abend.

Mag sein, dass der Erfolg gegen Frankfurt viel Kraft gekostet hatte. Mag sein, dass die Kasseler, als Dritter der DEL2 angereist, das Schlusslicht schlicht unterschätzt hatten. Weil sie sich ein Mitteldrittel mit vier Gegentoren leisteten und viel zu spät aufwachten, stand am Ende die zweithöchste Saisonniederlage zu Buche: Sie unterlagen 3:7 (1:1, 1:4, 1:2).

Weil die Huskies im Stau gestanden hatten, begann die Partie mit einer Viertelstunde Verspätung. Zuvor hatten ihre Anhänger die Kurve in Blau und Weiß gehüllt, ein Banner mit den Worten „Blau-weiße Invasion“ gehisst. Das hatte was. Ebenso wie der Beginn. Gerade einmal 83 Sekunden waren gespielt, da war Patrick Klöpper zur Stelle und traf zum 1:0. Da war die Huskies-Welt da noch in Ordnung.

Doch die Antwort der Hausherren ließ nicht lange auf sich warten. Vom Rückstand unbeeindruckt suchten die Tölzer den Weg nach vorn. In Überzahl schließlich ließ Beppo Frank Markus Keller mit einem Schuss von der Blauen Linie keine Chance (8.). Die Huskies, bis dato das beste Unterzahlteam der Liga, schwächelten ausgerechnet in einer Spezialdisziplin.

Und die Gastgeber blieben am Drücker. Mehrmals verhinderte Keller den Rückstand.

Doch nach der Pause ging’s Schlag auf Schlag: Erst besorgte Philipp Schlager mit einem Schuss in den Winkel das 2:1 (23.). Die Freude über die Führung durch den Ex-Husky währte bei den Gastgebern lediglich neun Sekunden. Denn dann landete ein abgefälschter Schuss von Kevin Maginot im Winkel – 2:2 (24.). Ein kurzer Hoffnungsschimmer nur für die Huskies, denn im Folgenden kam es knüppeldick. Schlager hatte noch nicht genug – im Slot stellte er per Handgelenksschuss auf 3:2 (28.) In Überzahl war das. Und im nächsten Powerplay erhöhte Christian Kolacny von der Blauen Linie auf 4:2 (31.). Und nur 16 Sekunden später patzte mal nicht die Defensive, sondern Keller: Bei Chris St. Jacques’ Schlenzer von halblinks griff der Keeper mit der Fanghand daneben – 5:2 (32.). Zu allem Überfluss kassierte Topscorer Braden Pimm nach einer Prügelei mit Maximilian Hörmann auch noch eine längere Strafe. Auslöser des Fights war ein angebliches Foul von Pimm außerhalb des Spiels. Nach dem 6:2 durch Johannes Sedlmayr zog Huskies-Trainer Rico Rossi Konsequenzen, nahm Keller vom Eis und verhalf dem jungen Torhüter Leon Hungerecker zu dessen DEL2-Debüt unter wenig glücklichen Vorzeichen. Maginots 3:6 und erneut St. Jacques zum 3:7 waren nur noch Ergebniskosmetik.

Denn da war die Kasseler Katerstimmung nach der Derbysause längst perfekt.

So haben die Kassel Huskies gespielt

SR: Hascher/Singer, Z: 2687

Tore: 0:1 (1:23) Klöpper (Della Rovere), 1:1 (8:41) Frank (Vihko, Rodman - 5:4), 2:1 (22:52) Schlager (Kornelli), 2:2 (23:01) Maginot (Pimm, Wisniewski), 3:2 (27:05) Schlager (Vihko, Rodman - 5:4), 4:2 (30:59) Kolacny (Kathan, Sedlmayr - 5:4), 5:2 (31:15) St. Jacques (Endraß, Horschel), 6:2 (49:46) Sedlmayr (Walleitner), 6:3 (57:15) Maginot (Müller, Rogl), 7:3 (58:14) St. Jacques (Endraß, Frank).

Strafminuten: Bad Tölz 12 + 10 Hörmann, Kassel 14 + 10 Pimm

Von Oliver Rabuser und Michaela Streuff

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