Huskies in den Playoffs: Sechs Spiele, 15 Torschützen

Fast scheint es, als staune er ein wenig über sich selbst: Huskies-Stürmer Austin Wycisk (links) läuft nach dem 5:2 auf Mitspieler Braden Pimm zu. Foto: Fischer

Kassel. Die Kassel Huskies spielen in den Playoffs der DEL 2 wie im Rausch. Die Trumpfkarten lauten Teamgeist, Kadertiefe und Spielfreude. Dabei ragt Austin Wycisk heraus.

Tor ist nicht gleich Tor. Ein jedes hat seine eigene Geschichte, seine eigene Bedeutung. Den Huskies gelangen beim 8:2 gegen die Ravensburg Towerstars am Montagabend gleich acht Treffer für die Galerie - und doch war einer dabei, der herausstach. Weil er in Unterzahl fiel. Weil ihm ein Solo übers halbe Spielfeld vorausging. Weil der Torschütze einer war, der als Unterzahl-Spezialist selten Gelegenheit zum Abschluss bekommt: Austin Wycisk.

Und so wie in der 43. Minute, so haben ihn Mitspieler und 5000 Fans in dieser Saison auch noch nicht gesehen: Die Huskies sind in Unterzahl, als der 35-Jährige tief in der eigenen Zone dem Ravensburger Alexander Dück die Scheibe abluchst, allein am rechten Flügel aufs Tor der Towerstars zustürmt, nicht lange fackelt und den schnellen Abschluss zum 5:2 sucht. Erster Gratulant: der mitaufgerückte Braden Pimm.

„Ich habe kurz überlegt rüberzugeben, es dann aber einfach selbst gemacht“, erklärt Wycisk und grinst. „In den Playoffs ist jedes Tor wichtig.“ Und doch merkte der Deutsch-Kanadier schon an den Gratulationen seiner Mitspieler, dass sie sich mit ihm besonders freuten. „Das siehst du in ihren Gesichtern.“

Auch die Trainer maßen diesem Treffer später besondere Bedeutung zu. Der Ravensburger Coach Danny Naud sprach vom „Knackpunkt“ in einer Partie, die zwei Drittel lang auf Augenhöhe zwischen Huskies und Towerstars verlaufen war. Huskies-Trainer Rico Rossi sagte: „Ich freue mich natürlich grundsätzlich für jeden, der ein Tor schießt. Aber für Austin in diesem Fall ganz besonders. Hinzu kommt: Er ist unser 15. Torschütze in den Playoffs. Das spricht für die gesamte Mannschaft, bei Austin ist es aber auch ein Zeichen seines Charakters.“

Was Rossi meint: Wycisk füllt die ihm zugedachte Rolle vorbildlich aus: Er bildet in den Playoffs mit den jungen Förderlizenzlern Kevin Maginot und Dorian Saeftel entweder den vierten Sturm oder aber steht in Unterzahl auf dem Eis. „Ich bin stolz darauf, Teil dieses Teams zu sein. Jede Rolle, jede Reihe in dieser Mannschaft sind wichtig und gleichwertig“, sagt Wycisk. „In Unterzahl sind wir eine der besten Mannschaften.“ Und 15 verschiedene Torschützen, das müssen andere erst einmal hinbekommen. „Das spricht für die Tiefe in unserem Kader. Und die brauchen wir in den Playoffs“, schickt Wycisk hinterher.

Zur Tiefe gesellt sich bei den Huskies ein bemerkenswerter Teamgeist, der sich mit Selbstbewusstsein und einer gewissen Leichtigkeit vereint. Wycisk formuliert es so: „Wir hatten schon vor Beginn der Halbfinal-Serie ein gutes Gefühl in der Mannschaft. Wir wussten, wenn wir Ravensburg auswärts überraschen können, wird es schwer für sie in unserer Halle. Wir haben das Momentum auf unserer Seite. Das wollen wir behalten. Auch am Freitag. Sie werden sicherlich bereit sein - wir aber auch.“

Um 20 Uhr beginnt dann Spiel drei. Und wer weiß, wohin die Huskies ihre Trumpfkarten Teamgeist, Kadertiefe und Spielfreude noch tragen werden.

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