Bobby Carpenter wurde vorgestellt

Neuer Trainer bei den Kassel Huskies: Carpenter im Video, Stimmen zum Rossi-Aus

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Da ist er: Der neue Trainer Bobby Carpenter (zweiter von links) mit Joe Gibbs, Rico Rossi und Michael Scholtyssek.

Bobby Carpenter löst Rico Rossi ab sofort als Trainer bei den Kassel Huskies ab. Dazu hat sich der Verein am heutigen Mittwoch in einer Pressekonferenz geäußert. Hier gibt es das Video.

Dieser Artikel wurde aktualisiert um 20.55 Uhr - Die Kassel Huskies hatten am Dienstagabend bekannt gegeben, dass Rico Rossi nicht länger Trainer des Vereins ist. Er wird stattdessen - zunächst bis zum Ende der Saison - Sportdirektor. Neuer Headcoach ist ab sofort Bobby Carpenter, der bis zum Ende der Saison 2017/2018 Cheftrainer der Kunlun Red Starts in der höchsten russischen Eishockeyliga KHL war. Carpenter wurde am Mittwochmittag bei der Pressekonferenz vorgestellt. Mit dabei waren auch Huskies-Chef Joe Gibbs, Michael Scholtyssek aus der Geschäftsführung, Rico Rossi und Pressesprecher Christoph Steinbach.

Die Pressekonferenz der Huskies im Video

Die alte Toronto-Verbindung zahlt sich für die Kassel Huskies einmal mehr aus: Nach Geschäftsführer Joe Gibbs und dem bisherigen Trainer Rico Rossi hat auch der neue Chefcoach Bobby Carpenter engen Bezug zur kanadischen Metropole und den Maple Leafs. Gestern wurde der 55 Jahre alte US-Amerikaner in der Eissporthalle vorgestellt.

Bobby Carpenter bei seiner Vorstellung am Mittwoch in Kassel.

Der Neue

Washington, New York, Los Angeles, Boston, New Jersey, Toronto, Beijing in China und nun Kassel. Nach NHL und KHL nun also die zweite deutsche Liga – und natürlich ist die erste Frage an Bobby Carpenter: Wie kommt es zu diesem Weg? Die Antwort überrascht: „Ich war in der Meistersaison 2015/16 einige Zeit zu Besuch bei Joe, den ich seit 20 Jahren kenne, und den Huskies. Und ich war beeindruckt von der guten Stimmung, den guten Spielen und der großartigen Stadt. Da war die Entscheidung jetzt leicht“, sagt Carpenter.

Der Neue hat seit Jahren die Kasseler beraten bei der Verpflichtung neuer Spieler, nun ist ihm die Freude auf die neue Herausforderung anzusehen mit dem enormen Kontrast zwischen dem hektischen Millionenmoloch Peking und dem überschaubaren Nordhessen. „Sieben Monate bei den Kunlun Red Stars waren genug. Die Entfernungen waren zu weit, die Reisen und die Abwesenheit von daheim zu lang“, erklärt Carpenter. Er wollte mehr Zeit mit seiner Frau, den beiden Söhnen (22, 21) und der Tochter (24) verbringen. „Aber dann wurde es mir zu langweilig, es reichte mir nicht mehr, als Zuschauer auf die Spiele meines Sohnes zu warten und ich wollte zurück ins Eishockey.“

Der Einstieg

Nun also Kassel. Die größte Herausforderung sei, die Namen der Spieler schnell zu lernen. „Jeder, der mir entgegenkommt, soll mir seinen Namen nennen“, sagt Carpenter. Er will die Truppe rasch kennenlernen, ihre Schwächen und Stärken erkennen, „damit ich weiß, wie ich wem helfen kann, besser zu werden, und welches System wir spielen können.

All das werde Zeit benötigen, auch wenn die ersten Spiele am Freitag in Weißwasser und am Sonntag das Hessenderby gegen Bad Nauheim (18.30 Uhr) „schon zwei besondere Spiele sein werden“. Aber er habe mit der Geburt seiner drei Kinder gelernt, dass anstelle lauter Ansprachen und vieler Emotionen man als Trainer mit Geduld und Verständnis die Spieler besser formen kann: „Jeder einzelne ist Sportler, will besser werden und gibt alles für den Erfolg.“ Daher werde er auch die Infrastruktur und die Trainingszeiten so belassen – „denn alles ist gut.“ Und: „Die Jungs hängen sich unheimlich rein im Training. Ihr sehr starkes Tempospiel kann eine große Waffe sein.“

Die Entwicklung

„Der Trainerwechsel war keine Panikentscheidung“, erklärte Huskies-Eigentümer Joe Gibbs. Vielmehr sei der Wechsel von Rico Rossi ins Management ohnehin für den nächsten Sommer geplant gewesen. Auf dem Weg dorthin sei schon vor Wochen mit Bobby Carpenter eine Stippvisite verabredet worden, „um uns zu helfen“. Angesichts der jüngsten Entwicklung und der nun erfolgten Zusage Carpenters, komplett in die Bresche zu springen, sei der Wechsel vorgezogen worden. Zunächst bis zum Saisonende, aber auch mit Perspektive für die Zukunft, falls es gut läuft.

Natürlich, so der Geschäftsführer, brauche die Mannschaft neue Impulse. Aber der Sieg in Dresden habe gezeigt, dass sie auf einem guten Weg ist. „Mit Bobby und Rico vollziehen wir jetzt den geplanten nächsten Schritt in unserer Neuausrichtung. Wir beginnen jetzt die Vorbereitung, 2021 fit zu sein, wenn es wieder einen Aufstieg in die DEL geben kann.“

Die Struktur

Befragt zu den neuen Hierarchien bei den Huskies, betonen alle Beteiligten den Teamgeist – auch Rico Rossi, der als Sportlicher Leiter formell eigentlich Carpenters Vorgesetzter ist. „Wir haben bislang alle Entscheidungen stets gemeinsam getroffen, das wird so bleiben“, sagt Rossi. Er werde seinen Nachfolger nach Kräften unterstützen, sich aber nicht einmischen, wenn es um die Mannschaft geht. „Die Huskies sind jetzt Bobbys Team.“

Auch Manuel Klinge wird dem neuen Coach zur Seite stehen, bleibt als Teammanager weiterhin für Organisatorisches zuständig und Bindeglied zwischen Team und Trainer. Der übrigens wie zuvor Rossi ohne Co-Trainer arbeiten wird.

Neuer Trainer bei den Kassel Huskies: Bilder von der Pressekonferenz

Neuer Trainer bei den Kassel Huskies: Bilder von der Pressekonferenz
 © Lena Wenzel
Neuer Trainer bei den Kassel Huskies: Bilder von der Pressekonferenz
 © Lena Wenzel
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 © Lena Wenzel
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 © Lena Wenzel
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 © Lena Wenzel
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Neuer Trainer bei den Kassel Huskies: Bilder von der Pressekonferenz
 © Lena Wenzel
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 © Lena Wenzel

Reaktionen

Alexander Heinrich (Kapitän): „Nach dem Sieg in Dresden kam der Trainerwechsel für uns zu diesem Zeitpunkt völlig überraschend, zumal Rico Rossi sich definitiv geändert hat und auf unsere Vorschläge eingegangen ist. Leider waren die Ergebnisse nicht so, wie wir alle das erwarten.“

Tyler Gron (Stürmer): „Auch wenn ein Trainerwechsel Teil des Business ist – das hatten wir überhaupt nicht erwartet, es kam total überraschend und war ein Schock. Bobby hat viel Erfahrung, wenn wir offen sind können wir sicher viel von ihm lernen.“

Florian Kraus (Verteidiger): „Ich war total überrascht, damit hatte ich nicht gerechnet.“

Leserstimmen:

Eismann1: Gut, dass Joe Gibbs gehandelt hat. Es war dringend nötig - es musste neuer Wind her. (...) Schlussendlich wird man schnell sehen, was der Fehler im System war. War es das System Rossi oder die Spieler und deren Qualität?

Bernd Röder: Ich erwarte, dass sich das Team am Riemen reißt und darauf besinnt, wofür man in Kassels Eishockey lange stand. Dazu braucht es nämlich keinen Trainer, der einem das einimpft.

Hesse: Nun werden wir uns überraschen lassen ! Aber man sollte Carpenter auch Zeit geben. Rossi ist (...) weich gefallen, wahre Freunde kann man nicht trennen.

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