Nach dem 1:0-Derbysieg in Frankfurt gibt’s viel Lob für Tabellenzweiten, Torschützen und Torhüter

Huskies am Ratsweg glückselig

Garant des ersten Kasseler Shutouts in Frankfurt: Torhüter Mika Järvinen. Foto: Schachtschneider

Frankfurt. Es gibt Sprechchöre, die hören sie am Frankfurter Ratsweg gar nicht gern: Wenn nämlich die Anhänger des Gästeteams nach Spielende singen: „Hier regiert der ECK.“ Und es gibt Szenen, die sehen sie in der Eissporthalle ebenso ungern: Wenn ausgerechnet der Erzrivale aus Kassel die Siegeshumba unter dem Applaus von 600 begeisterten Fans anstimmt. So geschehen am Sonntagabend, an dem die Huskies ein Traumwochenende perfekt machten.

Erst der 3:2-Sieg gegen Tabellenführer Bietigheim. Dann das 1:0 im Hessenderby. Sechs Punkte aus zwei Spitzenspielen – besser geht’s nicht. „Was soll ich sagen? Das waren zwei Siege im Playoff-Stil gegen zwei Titelaspiranten. Und Derbysiege sind immer ganz besonders schön. Diese Mannschaft hat so einen großartigen Charakter“, schwärmte Huskies-Cheftrainer Rico Rossi. Und angesichts von nun acht Punkten Vorsprung auf den Tabellendritten Ravensburg und zwölf auf den Vierten Frankfurt sagte sogar der sonst so zurückhaltende Coach mit Blick auf eine mögliche Playoff-Teilnahme: „Wir denken weiter von Spiel zu Spiel. Aber ja, derzeit sieht es ganz gut aus.“

Das Geburtstagskind

Ein Geburtstagsständchen aus 600 Kehlen – das bekommt man nicht alle Tage. Daniel Schmölz aber hatte sich das „Happy birthday“ der Fans und einen Sonderapplaus redlich verdient. Schließlich wird man eben nicht alle Tage an seinem Geburtstag zum Derbysieger-Macher. Schon in der 6. Minute erzielte der 23-Jährige das goldene Tor.

„Das ist einer meiner schönsten Geburtstage. Ich hatte morgens ein gutes Gefühl. Aber dass ausgerechnet ich das Tor schieße, macht’s natürlich umso schöner. Besser kann man ein Derby kaum spielen“, sagte Schmölz. Der Förderlizenzler aus Köln harmoniert bestens mit Mike Collins und Adriano Carciola: „Ich bin angekommen im Team und fühle mich richtig wohl.“ Einen Geburtstagskuchen aber ließ er für seine Mannschaftskameraden nicht springen: „Ich bin ein schlechter Bäcker. Da lasse ich mir noch was anderes einfallen“, ergänzte er grinsend.

Der Rückhalt

Er brachte die Frankfurter schier zum Verzweifeln: Mika Järvinen. Kein Schuss, den der Huskies-Torhüter nicht noch irgendwie aus dem Winkel oder von der Linie kratzte. Alle 38 Schüsse, die die Löwen auf seinen Kasten abgaben, parierte er. Im vierten Spiel nach seiner Verletzungspause ist der 26-Jährige schon wieder ganz der Alte, ist vielleicht sogar besser denn je.

In den vier Einsätzen kassierte er nur sieben Gegentore. „Er hat überragend gehalten“, lobte Sven Valenti den Finnen, der aber kein Sonderlob wollte. „Ich hatte einfach einen guten Tag. Es läuft immer besser für mich“, sagte Järvinen.

Die Special Teams

Alle waren sich einig: Der Schlüssel zum Derbysieg waren die starken Auftritte der Special Teams. Das 1:0 – es fiel im Powerplay. „Und in Unterzahl haben wir sehr gut gestanden“, erklärte Valenti. Beste Beispiele: 74 Sekunden überstanden die Huskies im Schlussdrittel erst in doppelter Unterzahl, dann die Schlussphase, als Marco Müller auf der Strafbank saß und die Löwen Torhüter Antti Ore zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis nahmen.

„Das waren die schwierigsten Momente der gesamten Partie“, befand Järvinen. „Aber wir haben uns da super durchgekämpft.“ Und auch Trainer Rico Rossi betonte: „Wir hatten manchmal auch ein wenig Glück. Aber das haben wir uns in den letzten Monaten auch erarbeitet.“

Von Michaela Streuff

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