Sport-Kolumne "Auswärtsspiel"

Huskies-Spiel in Bietigheim: Wo Arbeiten zum Hindernislauf wird

Unsere Leser und Hörer sind das gewohnt. Bei Heimspielen, bei Derbys, dann wenn es ernst wird in der Eishockey-Saison: Wir berichten auf allen Kanälen von den Huskies.

Im Radio, im Liveticker, bei Kassel live, in unseren Berichten für Online und natürlich in der Zeitung.

Manchmal führt das an Grenzen. Personell, aber auch organisatorisch. Das gilt auch für die gastgebenden Vereine. Wenn die Presse des Gäste- Klubs mit vier Reportern anrückt, dann kann es Kapazitätsprobleme geben. Aber: In all den Jahren war die Zusammenarbeit stets ein wohltuendes Miteinander. Wir haben viel Unterstützung erfahren. In Timmendorf haben sie uns einen Schreibtisch aus Sperrholz gebastelt. In Erfurt saßen wir an Biertischgarnituren. Es konnte eng sein, laut sein, heiß sein. Arbeiten beim Eishockey hat stets Spaß gemacht.

Bis Bietigheim!

Dass es hier anders werden könnte, deutete sich bereits unter der Woche an beim Gespräch mit der Pressesprecherin. Die Anfrage nach vier Arbeitsplätzen haben wir nach Hinweis auf begrenzte Kapizitäten reduziert. Zwei Arbeitsplätze mit Pult und Stromanschlüssen müssten es sein, die Radiokollegen würden im Zweifel auch im Stehen arbeiten. Die Antwort: „Sie bekommen einen. Wir haben zu viele Anfragen.“ Den Hinweis, dass dies angesichts unseres technisches Equipments nicht ausreichend sei, kontert sie mit dem Satz: „Dann müssen Sie eben auf den Knien arbeiten.“ Nach langen Diskussionen bekommen wir doch die Mail: Sie erhalten zwei Arbeitsplätze und zwei Sitzplätze.

In der Halle zeigt sich: Der Hinweis, dass die Plätze aus technischen Gründen beieinander liegen müssten, wurde ignoriert. Zwei sind weit entfernt. Wir richten uns so ein, dass die Radioreporter auf der Treppe sitzend kommentieren. Nicht ahnend, dass es diese Übertragung nie geben wird.

Die moderne Egetrans-Arena ist 2012 eröffnet worden. Aber sie verfügt nur über zehn Presseplätze. Zum Vergleich: In Kassel finden sich allein auf der Pressetribüne mehr als 20 Plätze. Wird es eng, dann sorgt Pressesprecher Max Seidenfaden für Alternativen. In Bietigheim sorgt man für nichts. Das Wlan-Passwort stammt aus dem Vorjahr. Das neue erhalten wir von wem? Dem Presseteam der Huskies. Hilft aber nicht weiter. Das Netz ist so schwach, dass sämtliche Rechner sich nicht einwählen können. Wir würden jetzt gern der Heimatredaktion von zu erwartenden Schwierigkeiten berichten. Aber: Es gibt kein Telefonnetz. Ein Ordner schickt uns zur Fensterscheibe hinter dem Steelers-Fanblock. Dort gebe es manchmal Empfang.

Die Probleme sind also bekannt. Man hätte seine Gäste vorbereiten können. Als wir die Pressesprecherin informieren, dass wir angesichts der Verbindungsprobleme weder Radio noch Liveticker anbieten könnten, sagt sie lapidar: „Wir haben nur diese Leitungen.“

Mittlerweile hat sich auch DEL-2-Ligenleiter Rene Rodorisch eingeschaltet, sich die Arbeitsbedingungen vor Ort angesehen. Er kündigt ein Gespräch mit der Steelers-Geschäftsführung an. Zumindest kommt kurz danach ein freundlicher Herr von den Stadtwerken. Er ist der erste, der sich um Hilfe bemüht. Wir bekommen eine Telefonbuchse zugewiesen. Und wenigstens das: Der Liveticker ist gerettet. Radio aber ist nicht einmal über das Telefon möglich. Um später den Bericht vom Spiel senden zu können, müssen wir die Halle verlassen.

PS: Zur Pressekonferenz hatten wir mit unseren Karten keinen Zutritt. Und: Auf der Pressebank blieben trotz der großen anfrage zwei Plätze frei – direkt neben uns.

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