1500 Fans feiern den Zweitliga-Meister

Große Party: Huskies stürmen das Kasseler Rathaus

Kassel. Es ist kurz nach 17 Uhr: Am Kasseler Rathaus ertönt Ramalamadingdong. 1500 Eishockey-Fans trotzen dem nassen April-Wetter, schwenken begeistert ihre blau-weißen Schals in der Luft.

Dann gibt’s lauten Applaus. Ein weißes Cabrio mit dem Schriftzug Champion 2016 rollt im Schritttempo durch die Menge – darin sitzen vier Huskies: Jean-Michel Daoust auf dem Beifahrersitz und hinten drei, die entscheidenden Anteil daran haben, dass die Kassel Huskies der neue Meister der DEL 2 sind: Trainer Rico Rossi, der die Triumphfahrt durch begeisterte Fans mit dem Handy festhält.

Sowie die beiden Kasseler Jungs Michi Christ und Kapitän Manuel Klinge, die den silbernen Meisterpokal in ihrer Mitte halten. Was folgt, sind Stunden zum Genießen für die Mannschaft, für die Fans. Der Empfang der Stadt Kassel auf der Rathaustreppe, die offizielle Würdigung durch Oberbürgermeister Bertram Hilgen und Sportdezernent Christian Geselle, sie sind ein weiterer Höhepunkt der Feiern, die am Freitag nach dem Sieg im vierten Finalspiel der Playoff-Serie gegen Bietigheim ihren Anfang nahmen und erst am Samstag ab 16 Uhr an der Eishalle mit der Fanfete enden sollen. „Hier sind die Helden des Kasseler Eishockeys. Wir sind alle stolz. Frankfurt weggeputzt, Ravensburg weggeputzt, Bietigheim weggeputzt. Wer 2010 beim Neuanfang in der Hessenliga davon geträumt hätte, dass die Huskies 2015/16 Meister in der zweiten Liga werden, der wäre ausgelacht worden“, sagt Hilgen.

Geselle intoniert dann jenen Song, der zur Playoff-Hymne geworden ist: „Wir machen Löwen platt, wir reißen Türme ein, wir schmelzen Stahl, wir haben den Pokal.“ Mannschaft und Fans stimmen mit ein. „Gott sei Dank spielen wir besser Eishockey als wir singen“, scherzt Huskies-Manager Joe Gibbs. „Wir haben eigentlich einen Fünf-Jahres-Plan. Jetzt sind wir ein wenig früher dran.“

Der Dank aller aber, er geht an die Fans: „Ich bedanke mich im Namen der Mannschaft bei Euch für die überragende Unterstützung“, sagt Klinge. Und dann übernehmen die Huskies kurzerhand das Geschehen. Eigentlich sollen sie sich jetzt nacheinander auf dem Podest vor dem Rathaus ins Gästebuch der Stadt eintragen. Doch Alex Heinrich und die Kasseler Jungs haben einen anderen Plan. „Die DEL-Vizemeister waren 1997 auf dem Balkon. Deshalb habe ich den OB gefragt, ob wir nicht auch auf den Balkon können.“ Und Hilgen macht’s möglich. Plötzlich stehen alle Huskies auf dem Balkon und recken den Pokal in die Höhe. „So eine Rathaus-Stürmung mag ich“, erklärt Hilgen lachend. Und da, wo die Huskies sind, da folgen ihnen die Fans.

So verlagert sich die Party vom Rathausvorplatz rasch und unerwartet ins Innere. Die Spieler geben Autogramme, machen Selfies. „All das hätten wir beim besten Willen nicht erwartet“, erklärt Klinge zwischen zwei Autogrammen. Und Coach Rossi schwärmt: „Ich bin wahnsinnig überrascht was es in Kassel heißt, Champion zu sein. Die Unterstützung der Stadt, der Fans, sie ist einfach überragend.“ Und die Feiern gehen für die Huskies weiter. Das Team fliegt weg. „Vielleicht nach Las Vegas, vielleicht nach Barcelona – mal gucken, wo wir für Dienstag noch Plätze im Flieger kriegen“, sagt Heinrich. Auch Klinge wird fliegen – sein abgelaufener Reisepass wird heute noch durch neue vorläufige Papiere ersetzt. Ein Rathaus-Sturm, der hat zahlt sich aus.

Autokorso und Empfang für Huskies in Kasseler Innenstadt

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