Was die Corona-Verdachtsfälle für die DEL2 bedeuten

Huskies: Spiel gegen Bietigheim verlegt, Verdachtsfall in Heilbronn

Der Helm von Huskies-Torwart Jerry Kuhn liegt auf dem Eishockeytor.
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Wurde gestern nicht gebraucht: Der Helm von Huskies-Torwart Jerry Kuhn.

Weil bei den Heilbronner Falken ein Schnelltest am Sonntag positiv war, ist vorsorglich die DEL2-Partie der Kassel Huskies gegen Bietigheim am Montag abgesagt worden. Die Steelers hatten am Samstag gegen Heilbronn gespielt. Was das nun heißt - dazu Fragen und Antworten.

Lange ist die zweite Deutsche Eishockey-Liga ohne neue Coronafälle durch die Hauptrunde gekommen. Doch auf der Zielgeraden stehen neue Probleme im Raum.

Warum sind die Huskies betroffen?

Weil sie am gestrigen Ostermontag eigentlich in Bietigheim hätten antreten sollen, am Freitag steht das Heimspiel gegen Heilbronn auf dem Plan. Doch die Partie in Bietigheim wurde am Sonntag abgesagt und nach Absprache auf Dienstag, 13. April (19.30 Uhr), verlegt. Der Nachholtermin findet somit nach dem eigentlichen Ende der Hauptrunde am kommenden Sonntag statt. Die Liga aber hatte vorsorglich einen Puffer bis zum Start der Playoffs am 20. April eingeplant. „Das ist für uns kein Problem, wir haben ausreichend Zeit für die Vorbereitung auf die Playoffs“, sagt Huskies-Trainer Tim Kehler.

Warum wird bei einem Verdachtsfall gleich das ganze Team aus dem Spielbetrieb genommen?

„Die Fußball-Nationalmannschaft oder die Bundesliga sind eine Sonderbetrachtung“, erklärt DEL2-Chef Rene Rudorisch. Dort werde viel engmaschiger mit PCR-Tests gearbeitet. Aber die Erfahrung zeige: Umso kleiner die Sportart, umso niedriger die Liga, desto weniger werde getestet. In der DEL2 gilt: Zeigt ein Spieler Symptome, wird ein Schnelltest gemacht. Fällt der positiv aus, folgen die genaueren PCR-Tests. Die Mannschaft wird vorsorglich aus dem Spielbetrieb genommen, die Entscheidung über das weitere Verfahren liegt beim Gesundheitsamt.

Was sagen die Huskies?

„Das Spiel in Bietigheim zu verschieben, war die richtige Entscheidung. Wir drücken beiden Teams die Daumen“, erklärt Kehler. Denn die Folgen zu einem solch späten Zeitpunkt könnten schwer sein. Seine Mannschaft bekam gestern einen Tag trainingsfrei. Heute geht es im Betrieb ganz normal weiter.

Wie geht es in Heilbronn und Bietigheim weiter?

„Bei beiden Mannschaften werden heute PCR-Tests durchgeführt“, erklärt Rudorisch. „Wir rechnen spätestens Mittwoch mit den Ergebnissen. Dann müssen wir schauen, was die jeweiligen Gesundheitsämter sagen.“ Im besten Falle kommt beim PCR-Test heraus, dass alle Bietigheimer negativ sind und der betroffene Heilbronner Spieler doch nicht infiziert ist. Dann könnten die Falken in den Spielbetrieb zurückkehren und wie geplant am Freitag in Kassel antreten. „Durch die PCR-Tests ist das Risiko auch für uns minimiert, sollte ein Gegner mit ausgedünntem Kader antreten müssen. Das Restrisiko, sich bei einem Spiel anzustecken, tragen wir ja schon die ganze Saison“, sagt Huskies-Sportdirektor Manuel Klinge. Angst davor, dass sich kurz vor den Playoffs ein Spieler infiziert und die Huskies dann in Quarantäne müssten, habe er nicht: „Ich gehe davon aus, dass bei den betroffenen Mannschaften regelmäßig Schnelltests gemacht werden.“

Was aber passiert, wenn sich der Verdacht in Heilbronn bestätigt?

„Dann muss das Gesundheitsamt das Risiko bewerten“, sagt Rudorisch. Für die Liga ergäben sich neue Fragen: Wie lange fällt die Quarantäne aus, wie viele Spieler sind betroffen? Und: „Schaffen wir es realistisch, noch vor dem Beginn der Playoffs alle Spiele nachzuholen? Wenn nicht, greift die Quotientenregel.“ Ein Abbruch der Hauptrunde steht nicht zur Diskussion. Alle Partien, die ausgetragen werden können, sollen auch gespielt werden.

Was bedeutet die Quotientenregel?

Kann ein Team die Hauptrunde nicht beenden, greift die in der Spielordnung verankerte B-Lösung. Dann wird die Anzahl der Punkte durch die der Spiele geteilt, auch die Tordifferenz wird als Quotient ermittelt. Weitere Differenzierungen sind möglich.

Was passiert, wenn ein Team zu Beginn der Playoffs in Quarantäne ist?

Erst einmal geht Rudorisch davon aus, dass die acht qualifizierten Mannschaften auch antreten oder nach einer möglichen Quarantäne verspätet in die K.o.-Runde starten. „Kann ein Team keine spielfähige Mannschaft stellen – also neun Feldspieler und einen Torhüter – wird die Partie für die andere Mannschaft gewertet.“ Geschehe das dreimal in Folge, sei die andere Mannschaft quasi kampflos in der nächsten Runde. Eine Nachrückerregelung gibt es bislang nicht. Dazu müssten die Gesellschafter eine neue Vereinbarung treffen. Das sei aber kurzfristig möglich. Auch Klinge sagt: „Da wird es sicher nochmal zur Kommunikation von Liga und Klubs kommen, um das Szenario im Detail zu klären.“

Auf wen könnten die Huskies im Playoff-Viertelfinale treffen?

Auf den Achten der Abschlusstabelle. Aktuell kämpft ein Trio darum: Ravensburg, Heilbronn und Crimmitschau.

(Michaela Streuff und Björn Friedrichs)

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