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Huskies: Wer wird das Sagen haben? - Ein Überblick über die Ausgangslage

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Von: Michaela Streuff

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Wer ist hier der Boss? Montage:  Trolp

Kassel. Der Mietvertrag für die Kasseler Eissporthalle ist unterschrieben. Doch um das Eishockey in Kassel für Jahre auf ein solides Fundament zu stellen, muss nun ein neuer Kooperationsvertrag her. Ein Überblick über die Ausgangslage.

Es soll ein Vertrag werden zwischen dem Pächter der Eissporthalle, der Eissporthallen-Betriebsgesellschaft KEBG, und der Eishockey-Jugend Kassel, dem Stammverein der Huskies. Einen Entwurf hat die KEBG der EJK zukommen lassen. Am Mittwochabend treffen sich KEBG-Geschäftsführer Stefan Traut, EJK-Vorsitzender Marc Berghöfer und Bernhard Ewers, Schatzmeister des Klubs. Das ist die derzeitige Lage:

Es geht nur gemeinsam

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Eissporthalle: KEBG und Kimm unterzeichnen Mietvertrag

Beide Seiten sind aufeinander angewiesen. Die KEBG braucht die Huskies als Zugpferd, damit sich der Betrieb der Eissporthalle überhaupt rechnet. Die Huskies wiederum brauchen die KEBG, wollen sie in Kassel weiter Eishockey spielen. Denn die KEBG ist als Betreiber der Eissporthalle einziger Ansprechpartner. Damit ist auch die Lösung vom Tisch, dass die EJK die Eissporthalle für Training und den Spielbetrieb in der Regionalliga direkt von Eigentümer Simon Kimm mieten würde.

Rechte an den Huskies

Diese Frage dürfte der Knackpunkt in den Verhandlungen werden. Denn: „Wir wollen die Organisation und Führung der Kassel Huskies übernehmen“, fordert Traut. Das würde eine Entmachtung des Stammvereins EJK bedeuten. Die Huskies sollen aber zukünftig wieder professioneller aufgestellt werden. Jeder Schritt in Richtung Profitum bedeute für einen Verein wie die EJK aber eine wirtschaftliche Gefahr. Deshalb würde sich, vereinfacht gesagt, die KEBG um das Finanzielle kümmern, die EJK um das Sportliche, argumentiert Traut. Konkret sieht sein Vorschlag so aus: Die KEBG stellt den Huskies Ausrüstung und 200 bis 300 Stunden Eiszeit, dazu der kompletten Jugend der EJK noch einmal 800 Stunden Eiszeit zur Verfügung.

Außerdem würde die KEBG Trainer und Spieler bezahlen. Die Einnahmen aus Eintritt und Sponsoren gehen an die KEBG, die wiederum einen gewissen Anteil an die EJK abtreten würde. Im Gegenzug tritt die EJK die Organisation der Huskies an die KEBG ab. Traut sagt: „Wer die Musik bezahlt, bestimmt auch, wer sie spielt.“ Berghöfer wollte sich dazu gestern nicht äußern. Er sagt: „Wir geben keine Wasserstandsmeldungen nach außen. Es hat und es wird Gespräche mit der KEBG geben.“

Oberliga

„Wir spielen einhundertprozentig ab dem Sommer in der Regionalliga“, betont Berghöfer. Für die vierte Klasse haben die Huskies auch gemeldet. Ganz vom Tisch ist das Thema Oberliga aber offenbar doch noch nicht, auch wenn Traut bekräftigt: „Wir planen mit der Regionalliga.“ Dort seien nach derzeitigem Stand zwölf Heimspiele möglich. Dem gegenüber stünden 24 Partien vor heimischer Kulisse in der Oberliga – wirtschaftlich ein Vorteil. Außerdem ist noch unklar, welche Folgen die Insolvenzen der beiden Oberliga-Teams aus Essen und Herne haben. Aber: „Die Chancen auf die Oberliga sind formal sehr gering. Denn: Wenn wir aufrücken wollen würden, müssten alle anderen Teams der Regionalliga ihren Verzicht auf den Aufstieg erklären. Wir sind da ganz am Ende der Kette“, sagt Traut.

Stichwort Zeit

Traut will möglichst schnell den Kooperationsvertrag unterzeichnen, damit die sportlichen Planungen vorangetrieben werden können. Als Datum nennt er „Mitte nächster Woche.“

EJK-Geschäftsführer Marc Berghöfer sieht keinen zeitlichen Druck. Er sagt nur: „Wir sind in der komfortablen Situation, den Dingen Zeit geben zu können.“

Von Michaela Streuff

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