Eishockey

Huskies zufrieden mit Rang zwei: „So ein Spiel haben wir gebraucht“

Es beginnt die Zeit der Bärte: Die Huskies-Spieler Derek Dinger (links) und Mario Scalzo gehen als Zweiter in die Playoffs.
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Es beginnt die Zeit der Bärte: Die Huskies-Spieler Derek Dinger (links) und Mario Scalzo gehen als Zweiter in die Playoffs. Foto: DIETER SCHACHTSCHNEIDER

Nach dem 4:0 gegen Bietigheim gehen die Huskies als Zweiter am 13. März in die DEL2-Playoffs. Dabei herrschen Gelassenheit, Zufriedenheit und gute Gefühle vor.

Am Ende einer Hauptrunde mit Überraschungen zuhauf und einem dramatischen Schlussakkord (Bericht unten)war das 4:0 der Huskies gegen Bietigheim noch die unspektakulärste Partie des 52. Spieltages. „Die letzten 15, 20 Partien waren hart. Aber heute haben wir endlich wieder solide, simpel und diszipliniert gespielt“, bilanzierte Tim Kehler zufrieden. „Rang eins wäre das i-Tüpfelchen auf eine starke Saison gewesen“, aber dass es schließlich noch zum zweiten Platz gereicht hat, „ist angesichts des Heimvorteils in Viertel- und Halbfinale auch okay.“

Natürlich wurde auch in den Katakomben der Eishalle nach der Schlusssirene lange über die Paarungen in den K.o.-Runden spekuliert, und die Bietigheimer Gäste waren nicht wirklich glücklich über Kaufbeuren als Rivale in der Viertelfinal-Ausscheidung. „Das ist eine ganz undankbare Aufgabe“, bekannte Geschäftsführer Volker Schoch.

Im Kasseler Eishockeylager aber waren sie entspannt am Sonntagabend. Da redete niemand über Bad Nauheim, Bietigheim oder Kaufbeuren als Viertelfinal-Gegner ab 13. März. Zur Erinnerung: Gegner der Kasseler wird das Preplayoff-Gewinnerteam, das in der Abschlusstabelle am besten platziert ist. Nein, allesamt betonten die Hausherren das gute Gefühl zum Hauptrunden-Abschluss.

„Ich bin sehr froh, dass wir mit dem 30. Saisonsieg und einem Erfolgserlebnis ins Ziel gekommen sind“, sagte Trainer Kehler. „Wir haben am Wochenende endlich die Abwehr wieder stabilisiert. Jerry Kuhn ist zum vierten Mal ohne Gegentor geblieben. Und die junge Sturmreihe mit Eric Valentin, Patrick Klöpper und Lois Spitzner hat drei Treffer erzielt. Heute haben viele Selbstvertrauen gesammelt.“

So strahlte Spitzner, der nach 17 Spielen seit dem 3. Januar mit dem 1:0 seine Torflaute endlich beendet hatte. „Wir haben immer den Plan, möglichst viele Pucks zum Tor zu bringen. Das hat oft gut geklappt, zuletzt aber auch nicht immer, weil wir häufig zu verspielt waren. Heute war das ein Schlüssel zum Sieg“, bilanzierte der 22-Jährige.

„Wenn mir im Sommer jemand Rang zwei angeboten hätte, hätte ich sofort zugegriffen.“

Geschäftsführer Joe Gibbs

Torwart Jerry Kuhn, der alle 32 Schüsse abgewehrt hatte und mit nur 2,39 Gegentoren pro Spiel die Nummer eins der Liga ist, befand: „Solch ein Spiel, solch ein Sieg mit einem so konzentrierten Auftritt, das ist genau das, was wir jetzt gebraucht haben.“ Natürlich ist es bitter, „dass ausgerechnet Frankfurt noch vor uns steht“ (Spitzner), und natürlich „steht der Hauptrunden-Meister viel mehr im Rampenlicht“, wie Noureddine Bettahar weiß. „Aber heute haben wir endlich wieder gutes, geradliniges Eishockey gespielt. Und als Zweitplatzierter haben wir Vieles richtig gemacht in der Saison.“

Da stand Joe Gibbs in seiner Gelassenheit nichts nach. „Wenn mir im Sommer jemand Rang zwei angeboten hätte, hätte ich sofort zugegriffen“, erklärte der Geschäftsführer. Dass die Truppe in den vergangenen Wochen „nicht immer clever genug“ war, dass sie einen ziemlichen Durchhänger hatte – alles abgehakt. „Wir haben uns als Team gemeinsam wieder aus dem Tal gekämpft und Charakter gezeigt. Genau das, was wir in anderen Jahren oft vermisst haben. Heute haben wir zur rechten Zeit ein super Signal gegeben.“

Eines, das auch in der Liga angekommen ist. „Egal, wer im Viertelfinale der Gegner ist: Die Huskies gehen gegen jedes Team als Favorit ins Rennen“, sagt Ex-Trainer Rico Rossi, der selbst noch einen Teil der Spieler verpflichtet hat. „Diese Mannschaft hat Tiefe, sie wurde zusammengestellt, um ganz oben mitzuspielen. Für mich sind die Huskies der klare Favorit auf den Titel, mehr noch als Frankfurt. Kassel hat die gesamte Saison über am konstantesten gespielt, hat die größere Tiefe, eine bessere Verteidigung und die bessere Nummer eins im Tor. Und Tim Kehler hat sie hervorragend eingestellt.“

Eine Einschätzung, die auch Bietigheims Coach Marc St. Jean teilt, dessen dezimiertes Team allein „kämpferisch den Huskies Paroli bieten konnte“. Auch er sieht die Kasseler als „Top-Favorit auf den Titel“. Worauf Tim Kehler antwortete: „Na, vielleicht sehen wir uns schon bald wieder.“ Im Viertelfinale ab 13. März.

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