Eishockey-Liga hat zwei Spielpläne parat - mit und ohne die Kassel Huskies

DEL hat zwei Spielpläne parat - mit und ohne die Huskies

Kassel. Für Geschäftsführer Dr. Fritz Westhelle ist alles klar: „Wir sind durch und werden ab 3. September weiterhin in der Deutschen Eishockey-Liga spielen.“ In der DEL freilich wird das so klar nicht gesehen: „Derzeit prüfen und bewerten unsere Juristen die neuen Fakten, wir werden uns erst danach wieder äußern.“

Das erklärte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke Dienstagabend als Reaktion auf eine weitere einstweilige Verfügung des Landgerichts Köln vom Montag, wonach die Liga die Kassel Huskies mitspielen lassen muss.

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Er hofft, dass die Verhandlung am 15. Juli vor dem Kölner Gericht über einen Widerspruch gegen die erste Verfügung der Huskies von Anfang Juni neue Klarheit schafft. Man muss aber davon ausgehen, „dass die Kasseler auf Zeit spielen und das Ganze aussitzen wollen“. Die Liga sei am Freitag „noch einmal mit einem fairen Kompromissangebot “ auf Fritz Westhelle zugegangen und habe die Klärung aller offenen Fragen durch ein unabhängiges, neutrales Schiedsgericht (nicht das DEL-Schiedsgericht) mit personellem Vorschlagsrecht beider Seiten bis zum 31. Juli angeboten. „Weil wir unbedingt Klarheit haben wollen bis zum Saisonbeginn.“ Auch das habe der Kasseler abgelehnt - und damit, wie es Mitinitiator Wolfgang Brück (Iserlohn Roosters) beschrieb, „auch die letzten Brücken eingerissen“.

Für Tripcke und die Klubs bedeutet dies: Die konkrete Saisonplanung bleibt kaum möglich, weiterhin geistern zwei Spielpläne durchs Land. Einer mit den Huskies und 15 Teams, einer nur mit 14.

DEL gegen Kassel Huskies - die Protagonisten

19. Mai: Gläubigerversammlung zum Insolvenzverfahren der Kassel Huskies, der Rechtsanwalt der DEL Wilhelm Klaas wurde mehrmals ausgeschlossen. © Foto: Koch
19. Mai: Gläubigerversammlung zum Insolvenzverfahren der Kassel Huskies: Insolvenzverwalter Franz-Ludwig Danko © Foto: Koch
Dr. Fritz Westhelle, Geschäftsführer der Kassel Huskies © 
DEL-Anwalt Wilhelm Klaas und DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke © 
Kassel Sportdirektor Fabian Dahlem © 
DEL-Aufsichtsratvorsitzender Jürgen Arnold © 
DEL-Aufsichtsratvorsitzender Jürgen Arnold © 
DEL gegen Kassel Huskies © 
DEL gegen Kassel Huskies © 
Der neue Trainer der Kassel Huskies: Dean Fedorchuk © Foto: Schachtschneider
Der neue Trainer der Kassel Huskies: Dean Fedorchuk (rechts) und Fabian Dahlem © Foto: Schachtschneider
26. März: Fanparty der Kassel Huskies, hier Dennis Rossing © Foto: Socher
26. März, Fanparty der Kassel Huskies, hier: Andreas Schätzel (Verkaufsleiter REWE), Dennis Rossing, Hans-Uwe Schultze (Architekt) © Foto: Socher
26. März, Fanparty der Kassel Huskies, hier: Dennis Rossing und Fanbeauftragter Sven Breiter © Foto: Socher
DEL-Aufsichtsratvorsitzender Jürgen Arnold © 
DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke © 
Dr. Joachim Mumberg, Insolvenzrichter © 
Dr. Fritz Westhelle, Geschäftsführer der Kassel Huskies © 

Für Brück bedeutet es: „Die DEL und die Klubs müssen sich veralbert vorkommen und den Eindruck haben, es geht nur noch um Selbstdarstellung einzelner Protagonisten und schon lange nicht mehr um den Sport.“ Er werde den Huskies darum nicht mehr die Hand reichen und erwartet vielmehr, „dass die DEL-Verantwortlichen und die Klubs ihre Zurückhaltung aufgeben, aus der Deckung kommen und sich nicht weiter beschimpfen lassen werden“. Er jedenfalls geht von einer Saison ohne die Huskies aus: „Wer will denn jetzt noch gegen sie spielen?“

Brück bedauert aber auch wie Marco Stichtnoth (Hannover Scorpions), dass die DEL und die Huskies zu keinem Kompromiss gefunden haben und die dringend nötige Klärung von Grundsatzfragen auf der Strecke bleibt. „Ich plane die Saison mit 15 Teams, weil die Mühlen der ordentlichen Gerichte langsam mahlen“, sagt Stichtnoth. Und: „Für die engagiert um ihr Eishockey kämpfenden Leute in Kassel tut es mir leid, da gibt es viele Sympathien - auch wenn das Auftreten und der Umgang mit uns nicht immer schlau sind. Aber wir müssen auch unterscheiden: Es ist für mich absolut grenzwertig, dass die Kasseler die wirtschaftlichen Anforderungen zur Lizenzerteilung offenbar nicht erfüllen. Beim Ausschlussverfahren wegen des Insolvenzrechts aber muss sich die Liga fragen lassen, warum im Sport nicht gelten soll, was der Staat im ordentlichen Insolvenzrecht zur Sicherung von Arbeitsplätzen ausdrücklich vorsieht. Das ist grundsätzlich zu regeln.“

Von Gerald Schaumburg

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