Kasseler empfangen heute Weißwassser, 19.30 Uhr, Eissporthalle

Husky Ben Duffy: Tospcorer mit besonderem Biss 

Er trägt den roten Helm des Topscorers und ist unverzichtbare Größe im Angriffsspiel des DEL2-Spitzenreiters Kassel Huskies. Auch heute im Heimspiel gegen die Lausitzer Füchse (19.30 Uhr, Eissporthalle) ruht Verantwortung auf Ben Duffys Schultern. 

Er ist weder ein Mann der großen Worte noch einer, der mit 1,80 Meter Körpergröße besonders heraussticht. Und doch ist Ben Duffy ein Großer. Wer wissen will warum, der muss dem Topscorer des DEL2-Spitzenreiters Kassel Huskies einfach zuschauen.

Nehmen wir beispielsweise das erste Tor am vergangenen Sonntagabend in Landshut. Alex Karachun lässt die Scheibe liegen, vier Landshuter haben sich im Karree drumherum postiert. Andere Eishockeyspieler würden nun an einem der Schläger hängen bleiben oder den Puck im Labyrinth aus gegnerischen Beinen verlieren. Nicht aber Duffy. Mit dem Rücken schirmt er die Scheibe ab, verzögert kurz und hebt die Scheibe dann ansatzlos mit einem trockenen Handgelenksschuss in den Winkel.

Dazu gehören viel Können, viel Übersicht und viele, viele Jahre Training. Denn diese feine Technik, diese besondere Liebe zum Puck, sie ist über Jahre intensiven Trainings gewachsen. In unzähligen Stunden im Winter, aber vor allem auch in den Sommermonaten ohne Eis hat Duffy das geübt.

„Die harte Arbeit zahlt sich aus. Im Eishockey geht es um Puckbesitz. Je länger dein Team die Scheibe kontrolliert, desto größer ist die Chance zu gewinnen. Ich will den Puck so lange wie möglich kontrollieren“, erklärt er seine Spielweise. In allen 43 Hauptrundenpartien stand er auf dem Eis, heute Abend im Heimspiel gegen die Lausitzer Füchse folgt Nummer 44 (19.30 Uhr).

Mit 55 Punkten – allein 19 davon erzielte er in den zehn Spielen seit Jahresbeginn – führt er nicht nur die teaminterne Scorerliste an. Der Kanadier zählt auch zu den besten Angreifern der Liga. 18 Tore zeugen davon, die 37 Vorlagen aber erzählen noch mehr über ihn: Duffy ist nicht der Typ Vollstrecker, sondern der Typ Stratege. Einer, der das Auge für den Mitspieler besitzt und als Center eher die entscheidenden Pässe auf die Sturmpartner spielt, als selbst abzuschließen.

Seine persönliche Statistik aber ist für ihn Nebensache. „Ich freue mich, dass ich auf meine Weise zum Erfolg der Mannschaft beitragen kann. Und das ist das Entscheidende“, sagt er. Dass er den roten Helm des Topscorers trägt? Kein großes Ding für den 27-Jährigen. „Wenn du spielst, merkst du gar nicht, dass du ihn trägst.“

Von der Farbe her liegt ihm das Heimspiel-Trikot der Kasseler ohnehin mehr: „Blau ist meine Lieblingsfarbe“, verrät er. Ausschlaggebend für die Entscheidung für die Huskies sei das natürlich nicht gewesen, ergänzt er augenzwinkernd. „Ich habe die Huskies gewählt, weil ich endlich eine Meisterschaft gewinnen will. Ich habe in meiner Karriere zwar in einigen guten Teams gespielt, aber nie einen Titel gewonnen.“ Vielleicht bräche es dann mal richtig aus ihm heraus – schließlich ist Duffy sonst einer, der eher durch seine ruhige, zurückhaltende Art auffällt. „Aus der Ruhe bringt mich so schnell nichts. Wenn, dann ein verlorenes Spiel oder alltägliche Dinge, über die sich jeder mal ärgert – wie zum Beispiel zäher Verkehr.“

Wie so viele Kanadier stand auch Duffy erstmals auf dem Eis, kaum, dass er laufen konnte. Der Opa, der Vater, seine Onkel, sein großer Bruder – alle spielten und spielen Eishockey. Auch seine beiden kleinen Neffen Jackson und Galvin, mit denen er im Sommer viel Zeit verbringt, haben den Schläger früh in der Hand. Der Großvater infizierte Ben Duffy in Kindertagen außerdem mit der Liebe zu den Toronto Maple Leafs, die bis heute andauert. Zuletzt hat ihn sein Vater in Kassel besucht. Der Ort, an dem sich Duffy so wohl fühlt, dass er sich vorstellen kann, auch im nächsten Jahr ein Husky zu sein. „Klar, das ist eine Option, wenn der Verein mich will“, erklärt er.

Seine Mutter will zu den Playoffs wiederkommen. Und bis dahin greift Duffy auch noch mal zum Rasierer – denn sein derzeitiger Dreitage-Bart ist noch kein Playoff-Bart.

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