Verteidiger ist wieder fit

Ein Husky in der Eistonne: Vor Ort beim besonderen Sommertraining mit Alex Heinrich

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Kälte ist eigentlich sein Element: Aber runtergekühlt auf fast -160 Grad wird Husky Alex Heinrich auch nur ganz kurz während des Sommertrainings.

Kassel. Was tut ein Husky nicht alles, um wieder fit zu werden. Er lässt sich sogar einfrieren. Zumindest könnte dieser Eindruck entstehen, wenn man Alex Heinrich in der Eistonne sieht.

Gut, genau genommen ist es nicht jene legendäre Eistonne, die Fußball-Weltmeister Per Mertesacker 2014 in einem Interview zu nationaler Berühmtheit verhalf. Genau genommen ist Eistonne auch die falsche Bezeichnung. Richtig ist Kältekammer.

Und Heinrich sitzt auch nicht darin, sondern er steht. Seine Füße stecken in dicken Wollschuhen, an den Händen trägt er Handschuhe, die Körpermitte ist durch eine Hose geschützt. Per Stickstoff wird die Kältekammer auf - 160 Grad runtergekühlt – mit dem Körper des Kasselers darin. Eishockeyprofis und Kälte haben ja eigentlich eine besondere Beziehung zur Kälte. „Aber das hier ist noch einmal was ganz anderes“, sagt Heinrich und lacht. Zwei Minuten lang, ein-, zweimal pro Woche, steckt er derzeit in der Eisbox.

Sie ist Teil seines Sommertrainings. Und das ist die gute Nachricht dahinter: Heinrich ist wieder fit. EndeJanuar hatte sich der Verteidiger im Training einen doppelten Sprunggelenksbruch zugezogen, auch das Syndesmoseband im rechten Bein war kaputt. Sechs Wochen durfte er gar nichts machen, dann kam zumindest die Schraube raus. Eine Hiobsbotschaft für die Huskies, ausgerechnet ihrem besten Verteidiger drohte das Saisonaus. „Unsere Physiotherapeuten Kathrin Tepel und Michael Führer haben versucht, mich sogar noch für die Playoffs wieder fit zu kriegen. Ich war im März auch kurz auf dem Eis, aber das Risiko war letztlich zu groß.“ Anfang Juni konnte Heinrich dann endlich sagen: „Ich bin wieder gesund.“ Seitdem hängt er sich richtig rein. „So einen langen Sommer hatte ich schließlich schon lange nicht mehr.“

Gemeinsam mit den Huskies Marco Müller, Toni Ritter und Adriano Carciola wird er derzeit vom Kraft- und Athletiktrainer Andreas Schumacher im N-Athletics Performance Center in Form gebracht. Dort steht auch besagte Eisbox. Die Kälte hilft bei der Regeneration. „Der Stoffwechsel wird angeregt, die Leistung verbessert, Muskelbeschwerden vorgebeugt“, erklärt Schumacher. „Es ist gut, dass Andi da ist. Er treibt uns an“, erklärt Heinrich.

Kaum ein Tag vergeht derzeit ohne Sport. Grundlage ist ein genau auf Heinrichs Bedürfnisse zugeschnittener Trainingsplan. Von montags bis freitags stehen vormittags zwei Stunden Kraft, Ausdauer und Kondition mit Schumacher auf dem Programm, dazu zweimal pro Woche abendliche Konditionseinheiten. Dienstags- und donnerstagsabends ist Heinrich beim Inlinehockey-Training der Kassel Wizards anzutreffen, samstags stehen Punktspiele in der Bundesliga an. Freudin Pia, die als Kinderkrankenschwester arbeitet, nimmt es gelassen. „Klar sehen wir uns derzeit seltener. Aber wir schaffen uns die gemeinsame Zeit“, erklärt der Huskies-Spieler.

Das Engagement zahlt sich aus. „Ich habe noch nie so hart trainiert“, sagt Heinrich. Am 31. Juli starten die Huskies in der heimischen Eissporthalle in die Vorbereitung auf die neue DEL2-Saison. Heinrich hat dann zumindest eins schon hinter sich: die ersten Schritte auf dem Eis als wiedergenesener Spieler. Denn mit ein paar Kasseler Jungs ging es am Freitag nach Bad Sachsa in den Harz. Dort gibt es das ganze Jahr über Eis. Heinrich sagt: „Ich brenne nach dem letzten halben Jahr mehr als alle anderen darauf, dass es endlich wieder losgeht.“

So funktioniert die medizinischen Kältetherapie:

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