Spieler kommt im Mannheimer DEL-Team ganz groß raus

Halb Husky, halb Adler: Phil Hungerecker will "viel und gut spielen“

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Vor einem Jahr: Phil Hungerecker ist bei den Huskies ein gefeierter Mann. Jetzt kommt er in Mannheim groß raus und hat für Kassel nur zwei Punktspiele bestritten.

Kassel. 15 Monate erst ist es her, dass ein eher schüchterner, schlaksiger Junge aus der Lüneburger Heide bei den Huskies sein Zweitligadebüt gab. Kurz nach seinem 22. Geburtstag.

Jetzt, nur 63 Punktspiele für die Kasseler und 17 Erstliga-Einsätze für die Adler Mannheim später ist Phil Hungerecker der große, strahlende Komet am Himmel der Deutschen Eishockey-Liga. Seine Zwischenbilanz: Mit acht Treffern bester Torschütze der Adler, drei Vorlagen, +10 und Spieler des Monats Oktober. Höchste Zeit für ein Interview:

Herr Hungerecker, haben Sie sich schon gezwickt heute? 

Phil Hungerecker: Warum sollte ich, weil es so gut läuft in der DEL?

Ja, klar. Solch einen Traumstart im Oberhaus konnten doch auch Sie nicht erwarten? 

Hungerecker: Nein. Das habe ich mir so nicht vorgestellt und schon gar nicht erwartet. Und am Anfang war alles auch total aufregend. Aber jetzt wird es mehr und mehr Alltag, selbst an das Fliegen zu den Spielen in der Europaliga habe ich mich gewöhnt.

Nach dem rasanten Durchmarsch aus der Oberliga in die erste Liga muss diese Frage sein: Was hat sich geändert? 

Hungerecker: Alles geht viel, viel schneller. Das Laufen, das Denken. Alles. Und da ist es für mich wichtig, dass ich mit Chad Kolarik und Luke Adam unsere Topscorer neben mir habe. Die beiden sind großartige Partner, ohne sie wäre meine Bilanz sicher schlechter. Allerdings: In jeder Reihe würde ich hier mit internationalen Topleuten spielen. Und sonst – wir haben viel mehr Zuschauer als die Huskies, die Halle ist viel größer. Da ist die Stimmung anders, wenn auch nicht besser als in Kassel.

Müssen Sie als Jungspund um Anerkennung und Respekt im Team kämpfen?

Hungerecker: Jedes Tor macht es natürlich leichter. Und natürlich bleibe ich im Training oft länger auf dem Eis als andere und nutze jede Minute. Aber der Jüngste im Team bin ich nicht mehr, seit Jungs wie Yannik Valenti da sind. Die Pucks muss ich nicht mehr einsammeln.

Wie läuft es abseits des Eises in der neuen Umgebung? 

Hungerecker: Ich kann schon sagen, dass ich in Mannheim angekommen bin in einer eigenen Wohnung mit eigener Küche. Aber manchmal werde ich von Kollegen wie Marcus Kink, der sich viel um mich kümmert, und Luke Adam auch zum Essen daheim eingeladen. Und sonst gibt’s bei mir internationale Küche – beim Italiener, beim Griechen, Chinesen oder in einem deutschen Lokal.

Wann waren sie zuletzt daheim in Adendorf oder in Kassel? 

Hungerecker: Nur selten. In Kassel war ich nur zur Teamvorstellung im Sommer und habe das erste Heimspiel gegen Dresden bestritten. Jetzt gerade bin ich seit Mittwochabend endlich mal wieder daheim bei der Familie. Zum ersten Mal seit Saisonbeginn. Und auch nur bis zum Sonntag. Dann gibt es auf dem Weg zurück nach Mannheim in Kassel ein Wiedersehen mit alten Kumpels auch abseits des Eishockeys.

Vermissen Sie in Mannheim etwas aus dem Kasseler Jahr? 

Hungerecker: Bei den Adlern sind wir weniger Singles im Team. Bei den Huskies hatten wir jungen Spieler andere Gesprächsthemen, eine andere Musik, und wir waren auch mehr Leute beim Ausgehen.

Gibt es Gedanken über eine Rückkehr nach Kassel, wenn alle verletzten Adler-Spieler wieder fit sind? 

Hungerecker: Ehrlich gesagt ist Kassel derzeit für mich relativ weit weg. Aber gerade ich weiß ja nun, wie schnell es im Sport gehen kann. Aber eben auch in die andere Richtung. Ich weiß, dass ich noch nicht viel erreicht habe bei den Adlern und auch wieder zurückgeschickt werden kann zu den Huskies in die zweite Liga.

Ihr Vertrag läuft nur bis zum Saisonende, danach sind Sie auch kein Förderlizenzler mehr. Wohin geht ihre Reise – Nationalmannschaft? Nordamerika? 

Hungerecker: Darüber mache ich mir jetzt überhaupt keine Gedanken. Auch über eine Vertragsverlängerung in Mannheim wurde noch nicht gesprochen. Für mich zählt das Hier und Heute. Ich will nur eines – spielen, spielen, spielen. Möglichst gut und erfolgreich.

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