Stürmer mit kanadischem und US-amerikanischem Pass 

Huskies-Neuzugang Austin Carroll: Mit Mut zur Zahnlücke

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Auf Stadtrundfahrt: Huskies-Neuzugang Austin Carroll trägt eine markante Zahnlücke.

Schuld ist ein Puck. Der landete nicht auf dem Eis, sondern in seinem Gesicht. Und so offenbart Austin Carroll bei jedem Grinsen eine markante Zahnlücke. Ihm fehlt ein Schneidezahn.

„Das stört höchstens meine Mutter“, sagt er und lacht. Er selbst hat daraus sein optisches Markenzeichen gemacht. Nur bei besonderen Anlässen ist sein Gebiss wieder vollständig. „Dann setze ich einen Ersatzzahn ein.“

Für die Fans des Eishockey-Zweitligisten ist der Neuzugang so jedenfalls schnell zu erkennen. Ebenso an den längeren Haaren. Und auf dem Eis, da zählt der 1,91 Meter große und 96 Kilogramm schwere Stürmer zu den Hoffnungsträgern für die neue DEL2-Saison. Der 25 Jahre alte Angreifer verkörpert vieles von dem, was die neuen Huskies auszeichnen soll. Er ist groß, gilt als guter Skater, hat einen gefährlichen Torabschluss.

Deutschland stand oben auf seiner Liste

Coach Tim Kehler kennt er bereits, der Kanadier betreute Carroll in einer Junioren-Auswahl Kanadas. In seiner Heimatstadt Calgary – der NHL-Klub Calgary Flames draftete Carroll 2014 – verbrachte er die ersten sechs Lebensjahre, später zog die Familie erst nach San Francisco, dann nach Scottsdale bei Phoenix im US-Bundesstaat Arizona. Deshalb besitzt er neben dem kanadischen auch einen US-amerikanischen Pass. „Als die Anfrage aus Kassel kam, habe ich nicht lange überlegt“, blickt Carroll zurück. „Deutschland stand ganz oben auf meiner Liste.“ Kassel habe er allerdings erst einmal googeln müssen. Er kannte nur die grobe Richtung. „Irgendwo bei Düsseldorf“ – das ist für die an weite Distanzen gewöhnten Nordamerikaner quasi um die Ecke.

Anfang August ist er als einer der letzten Neuzugänge in der neuen Heimat gelandet. Und ziemlich angetan von Land und Leuten. „Eine schöne Stadt“, sagt er. An diesem Nachmittag lernt er bei einer Stadtrundfahrt mit seinen Mannschaftskollegen die besonders schönen Plätze kennen. Bei der Station am Herkules nimmt ihn Derek Dinger zur Seite. Nicht nur in der Kabine sitzen die beiden nebeneinander. Für den Nordamerikaner gibt’s nun quasi eine Privatführung rund um das Kasseler Wahrzeichen. 

Bewunderung für Kassels Wahrzeichen

Klar, seine Heimatstadt kennt Dinger wie sonst nur Alex Heinrich und Michi Christ. Erst hat Carroll geschmunzelt, als er hört, dass es hinauf in die Kasseler Berge geht. „Das sind eher Hügel.“ Er kennt schließlich die 3000 Meter hohen Rocky Mountains ebenso wie die Hitze der weiten Wüsten-Ebenen Arizonas. Bei den teils tropischen Temperaturen, die in den letzten Augusttagen der Region noch einmal einheizen, winkt er deshalb ab. „Daheim ist es viel heißer.“ Kurze Zeit später weicht das Augenzwinkern aber Bewunderung.

Den Herkules hat er im Rücken, die Stadt liegt ihm sprichwörtlich zu Füßen – da fällt ihm nur ein Wort ein: „Spektakulär.“ Mit den Händen fährt er über den Tuffstein. „Das sieht aus wie eine Filmkulisse. Hier könnte man super Märchenfilme drehen – wie zum Beispiel Shrek.“ Es sei beeindruckend. „Wahnsinn, wenn man sich vorstellt, wie die Menschen damals die Steine hierher transportiert haben und das gebaut haben – alles ohne Maschinen.“

Nach einer guten halben Stunde geht es weiter. Und Carroll weiß: „Wenn meine Familie kommt, weiß ich, was ich ihr als Erstes zeigen werde.“

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