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Kassel Huskies: Im Topspiel gegen Kaufbeuren zum nächsten Rekord?

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Von: Björn Friedrichs

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14 Siege eingetütet, folgt heute der 15.? Die Kassel Huskies mit (links) Tomas Sykora haben zuletzt gegen zwölf von 13 DEL-2-Gegnern gewonnen. Heute könnte gegen den ESV Kaufbeuren der 15. Erfolg folgen, das wäre zugleich Kasseler Zweitliga-Rekord.
14 Siege eingetütet, folgt heute der 15.? Die Kassel Huskies mit (links) Tomas Sykora haben zuletzt gegen zwölf von 13 DEL-2-Gegnern gewonnen. Heute könnte gegen den ESV Kaufbeuren der 15. Erfolg folgen, das wäre zugleich Kasseler Zweitliga-Rekord. © Screenshots Instagram, Dieter Schachtschneider, Andreas Fischer, Yvonne Hermes/HNA

Topspiel in der DEL2 – und es ist ein besonderes für die Kassel Huskies. Gegen den ESV Kaufbeuren kann der 15. Sieg in Folge gelingen. Das wäre ein neuer Bestwert für die Nordhessen.

Kassel – Es ist Sonntag, der 11. März 1984. Die Eissport-Gemeinschaft – kurz: ESG – Kassel empfängt in der 2. Eishockey-Bundesliga den VERC Lauterbach. 700 Zuschauer sind nur zu Gast beim 16:2-Erfolg des Vorgängervereins der Kassel Huskies, der an diesem Abend seinen 15. Sieg in Folge feiert.

Es ist ein historischer. Fünf Tage später gibt es für die ESG um Rekord-Torjäger Shane Tarves – mit 610 Treffern in 528 Einsätzen bis heute bester Torschütze der Kasseler Eishockeygeschichte – auswärts beim EC Bad Nauheim ein 5:5-Unentschieden. Es ist das Ende einer 15 Spiele andauernden Siegesserie der ESG. Das ist Kasseler Zweitliga-Rekord, nie gab es in der 2. Bundesliga oder DEL 2 mehr. Bis heute?

So stand es 1984 in der Zeitung: Mit einem 5:5 in Bad Nauheim endete damals die Siegesserie der ESG Kassel.
So stand es 1984 in der Zeitung: Mit einem 5:5 in Bad Nauheim endete damals die Siegesserie der ESG Kassel. © Privat

Nur Kaufbeuren fehlt noch in der Liste

Denn heute Abend können die Huskies gleichziehen. Am Dienstag feierten sie beim 4:1-Erfolg gegen die Heilbronner Falken ihren 14. Sieg in Serie, das war schon Kasseler DEL-2-Rekord. Heute greift das Team von Trainer Bo Subr nun nach dem nächsten Bestwert. Dafür aber müssen sie das Spitzenspiel gewinnen. Zu Gast ist ab 19.30 Uhr der ESV Kaufbeuren, der als Tabellenzweiter hinter den Huskies eine famose Saison spielt.

Zwei Siege gegen Crimmitschau, zwei gegen Selb, dazu Erfolge gegen Landshut, Regensburg, Dresden, Krefeld, Freiburg, Ravensburg, Bad Nauheim, Bayreuth, Weißwasser und Heilbronn. Damit haben die Huskies zwölf von 13 DEL-2-Gegner in ihrer Siegesserie bezwungen – einzig Kaufbeuren fehlt noch.

Sieg wird kein Selbstläufer

„Wir müssen jeden Gegner respektieren. Kaufbeuren hat auch einen guten Lauf, das wird ein schweres Spiel“, sagt Huskies-Geschäftsführer Joe Gibbs. Er selbst war 1984 noch Gegner der ESG Kassel, spielte damals für den HC Zweibrücken und traf in beiden Relegationsspielen trotz zweier Niederlagen (1:13 und 4:12) insgesamt dreimal gegen Kassel. „Die ESG war damals sehr hoch angesehen, hatte richtig gute Spieler. Das Eishockey hat sich zwar verändert, heute gibt es kein schwaches Team mehr in dieser Liga und nicht mehr so deutliche Ergebnisse wie damals. Aber trotzdem war das mit 15 Siegen zu der Zeit eine starke Leistung“, so Gibbs, der erst seit Kurzem vom Scouting und Familienbesuch in Kanada zurück ist.

Dass der 15. Sieg in Serie heute Abend kein Selbstläufer wird, sehen auch die Spieler selbst so. „Den Rekord im Spitzenspiel einzustellen, wäre schön. Kaufbeuren wird aber bestimmt rauskommen wie die Feuerwehr, die wollen uns natürlich schlagen – sicher auch wegen der Siegesserie. Das wird ein Spitzenspiel, es wird schnell, es wird hart. Da kommt es auf die Kleinigkeiten an“, sagt Verteidiger Marco Müller, der seit dem DEL-2-Aufstieg der Huskies 2014 in Kassel spielt.

Keussens Rückkehr steht bevor - schon heute?

Ähnlich sieht es auch sein junger Kollege Tom Geischeimer: „Das wird bestimmt ein gutes Spiel. Egal, ob 20 Punkte Abstand oder nicht – das ist ein Gegner, den man nicht auf die leichte Schulter nehmen darf. Kaufbeuren wird sicher hart kommen.“ Der 20-Jährige ist der einzige Feldspieler im Huskies-Kader, der noch ohne Tor ist. Dafür gibt es in der Kabine und beim Training den einen oder anderen Spruch, wie Geischeimer lachend erzählt: „Da kriege ich schon einiges zu hören. Meine Aufgabe ist es aber ja nicht, Tore zu schießen. Solange man hinten sicher steht und ich meine Eiszeit nutze, ist alles gut.“

Eventuell könnte bei den Huskies heute Joel Keussen zurückkehren. Der fehlte zuletzt wegen einer Grippe, stand seit Anfang der Woche aber wieder mit auf dem Eis. Er soll laut Trainer Subr aber erst wieder in Vollbesitz seiner Kräfte kommen. Zu Fabian Ribnitzky, der am Dienstag gegen Heilbronn nach dem ersten Drittel wegen Muskelproblemen aussetzen musste, gab es bis gestern keine Neuigkeiten. Torwart Kristian Hufsky könnte erstmals in den Kader rücken, Stürmer Thomas Reichel ist hingegen womöglich wieder für seinen Stammverein, die Grizzlys Wolfsburg, gegen Straubing unterwegs.

Zahlen, Statistiken sowie Rekorde rund um die Kassel Huskies liefert das Huskywiki hier.

Auch Preto bleibt bis 2024

Die Kassel Huskies machen weiter Nägel mit Köpfen: Mit Pierre Preto hat der Eishockey-Zweitligist schon den neunten Spieler bekannt gegeben, der auch kommende Saison weiter für die Huskies aktiv sein soll. Der 23-Jährige, der vor der Saison aus Frankfurt kam, hat in 20 Partien bislang ein Tor erzielt und vier Vorlagen gegeben. Zuletzt fiel der Stürmer seit Dezember mit einer Muskelverletzung aus.

Haben aber alle neun bisher bekanntgegebenen Akteure Verträge sowohl für DEL als auch DEL 2? „Teils, teils. Es ist nicht selbstverständlich, dass wir aufsteigen, deshalb müssen wir für beide Ligen vorbereitet sein“, sagt Huskies-Geschäftsführer Joe Gibbs.

Von Björn Friedrichs

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