Am Sonntag mit Dresden zu Gast in Kassel

Interview mit Ex-Huskies-Kapitän Hugo Boisvert: „Danach sind wir wieder Freunde“

Konzentrierter Blick, markanter Kinnbart: Hugo Boisvert war von 2006 bis 2010 das Gesicht der Huskies und kehrt mit seinem aktuellen Verein Dresden am Sonntag zurück nach Kassel. Foto: Fischer/nh

Kassel. Er war Kapitän der Meistermannschaft 2008, und vier Jahre lang das Gesicht der Kassel Huskies. Am Sonntag (18.30 Uhr, Eissporthalle) kehrt Hugo Boisvert als Kapitän mit den Dresdner Eislöwen zum ersten Eishockey-Punktspiel gegen seinen Ex-Klub zurück an die alte Wirkungsstätte. Im Interview spricht der 38-Jährige über die DEL 2, Huskies und Zukunftspläne.

Herr Boisvert, haben Sie in den vergangenen Tagen mit Sven Valenti telefoniert? 

Hugo Boisvert: Nein, wir haben nicht miteinander gesprochen. Sollten wir?

Sie haben ja einiges gemeinsam. Sie haben zusammen in Kassel gespielt, sie sind beide die Oldies Ihrer Teams. 

Boisvert: Ach, das Alter, darüber scherzen wir manchmal in der Kabine. Unser Team ist in dieser Saison noch jünger geworden. Aber dass ich nun 38 bin und ein paar Jahre älter als die meisten, ist gar kein Problem. Ich habe aber übrigens nicht nur mit Sven zusammengespielt, sondern auch mit Manu, Michi und Alex.

Haben Sie noch Kontakt zu Manuel Klinge, Michi Christ und Alex Heinrich? 

Boisvert: Es sind tolle Jungs, meine Freunde. Als im April die Aufstiegsrunde anstand, habe ich mit Kassel mitgefiebert, und mich für die Jungs gefreut, dass es mit dem Aufstieg geklappt hat. Sie haben hart dafür gearbeitet. Vor drei Jahren habe ich übrigens auch mal versucht, Michi davon zu überzeugen, nach Dresden zu kommen. Aber zu meiner Enttäuschung wollte er lieber zurück nach Kassel. Am Sonntag sind wir auf dem Eis Gegner, aber nach dem Spiel werden wir uns die Hände schütteln. Dann sind wir wieder Freunde.

Was erwarten Sie von der Rückkehr nach Kassel? 

Den Spielplan und Spielberichte der vergangenen Huskies-Partien aus der aktuellen Saison finden Sie hier.

Boisvert: Das ist etwas ganz Besonderes. Ich habe so viele wunderbare Erinnerungen an Kassel. Die Zweitliga-Meisterschaft von 2008, unsere Mannschaft, die so erfolgreich war und so großartig zusammengehalten hat. Die Stadt, die Fans, die Menschen, die für das Eishockey gearbeitet haben, haben es zu einer fantastischen Zeit für mich gemacht. Diese Jahre werde ich für immer im Herzen tragen.

Aber Ihre Zeit endete unschön mit der Insolvenz des DEL-Teams im Sommer 2010. Ist das für Sie angesichts dieser schönen Erinnerungen abgehakt? 

Boisvert: So etwas kannst du nicht vergessen. Nach dem bitteren Ende in Kassel war es zunächst nicht einfach weiterzumachen. Ich hätte nie gedacht, dass ich noch einmal einen Ort finden würde, den ich so wertschätzen würde wie Kassel. Aber jetzt ist Dresden tatsächlich zu unserer zweiten Heimat in Deutschland geworden.

Was hat sich denn außer einem neuen Klub noch in Ihrem Leben verändert? 

Boisvert: Ich bin älter geworden. Auch das heutige Eishockey ist ein anderes als das, das wir damals in Kassel gespielt haben. Es ist viel schneller geworden, körperlicher, die Liga viel jünger – eine Herausforderung für mich, da meine eigene Spielweise noch nie auf Tempo ausgerichtet war. Aber ich brenne immer noch für den Sport, und das treibt mich an.

Mittlerweile sprechen Sie ja fließend Deutsch. 

Boisvert: Mein Deutsch ist richtig gut geworden, oder? Seit 2012 habe ich ja auch einen deutschen Pass. Manchmal scherzen wir in der Kabine sogar auf Sächsisch. Außerdem habe ich den Trainerschein gemacht, besitze jetzt die C-Lizenz und helfe, wann immer es die Zeit zulässt, im Nachwuchs als Trainer aus.

Sie haben vor Saisonbeginn Ihren Vertrag in Dresden um ein weiteres Jahr verlängert. Gibt’s Pläne, wie es danach weitergeht? 

Boisvert: Im vergangenen Jahr hatte ich Probleme mit der Hüfte, war häufig verletzt. Das hat keinen Spaß gemacht. Jetzt hoffe ich darauf, gesund zu bleiben. Ich will dieses Jahr noch einmal richtig Spaß mit den Jungs auf dem Eis haben. Im Sommer 2015 soll der nächste Schritt im Trainerbereich folgen, ich will die B-Lizenz machen. Denn ich hoffe nach meiner aktiven Karriere auf eine lange Trainerkarriere in Deutschland.

Erst einmal geht’s jetzt aber gegen die Huskies. Was ist Dresden für ein Team? 

Boisvert: Wir haben einen Fehlstart hingelegt, die ersten vier Spiele verloren, zu viele Fehler gemacht, unser System nicht gespielt. Aber unsere Mannschaft ist jung, wir glauben an uns und werden die Qualität aus der Kabine auch aufs Eis bringen.

Im September 2012 waren Sie mit den Eislöwen in der Vorbereitung zu Gast in Kassel. Erstmals spielen Sie jetzt gegen die Huskies um Punkte. Was für ein Spiel erwarten Sie? 

Boisvert: Für uns sind drei Punkte wichtig. Aber Kassel spielt zu Hause, ist aufgestiegen und muss für jeden Punkt kämpfen. Einen Tipp gebe ich nicht ab, aber kann versprechen: Wir sind bereit für den Kampf.

Von Michaela Streuff

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