Kasseler Torwart hat Verletzung auskuriert

Husky Järvinen im Interview: „Ich bin bereit“

Comeback mit neuem Helm: Nun ist Mika Järvinen auch beim Kopfschutz als Husky zu erkennen. Foto:  Schachtschneider

Kassel. Er ist wieder fit: 77 Tage nachdem er sich am 31. Oktober im Spiel gegen Landshut das Syndesmoseband im linken Bein gerissen hatte, steht er vor der Rückkehr.

Der finnische Publikumsliebling Mika Järvinen könnte am Freitag im DEL-2-Heimspiel gegen die Dresdner Eislöwen (19.30 Uhr, Eissporthalle) oder am Sonntag beim Gastspiel in Kaufbeuren (18.30 Uhr) wieder ins Tor der Kassel Huskies zurückkehren. Die Entscheidung, ob Järvinen, Jeff Frazee oder Kai Kristian beginnt, wird Cheftrainer Rico Rossi aber erst kurzfristig treffen. Im Interview spricht Järvinen über Comeback, Vorfreude und sein Verhältnis zu den Konkurrenten.

Herr Järvinen, Ihr Comeback könnte bevorstehen. Wie ist Ihre Gefühlslage? 

Mika Järvinen: Ich bin aufgeregt. Es war ja eine lange Pause. Zwar bin ich seit zehn Jahren Profi, doch ich kann trotzdem nicht verhehlen, ein wenig nervös zu sein. Ich habe Eishockey vermisst.

Wie geht es Ihnen denn?

Wir übertragen das Heimspiel der Huskies gegen die Dresdner Eislöwen per Radio und Ticker.

Järvinen: Ich fühle mich großartig und bin bereit, endlich wieder zu spielen. Darauf habe ich ja lange genug gewartet. In mein linkes Bein habe ich vollstes Vertrauen, es fühlt sich im Training alles bestens an. Ich sehe also keinen Grund, warum ich nicht so gut sein sollte wie vor der Verletzung. Mental bin ich durch den Umgang mit der Verletzung jedenfalls stärker geworden. Und ich werde Eishockey garantiert noch mehr genießen. Denn ich habe erlebt, wie hart es ist, nicht spielen zu können.

Wie waren die ersten Schritte auf dem Eis? Haben Sie an das gedacht, was am 31. Oktober geschehen ist? 

Järvinen: Ich denke nicht mehr daran zurück. Schlechte Dinge können passieren, sie gehören manchmal zum Leben dazu. Es ist unglücklich für mich gelaufen, aber das ist jetzt Vergangenheit.

Welche Situationen waren für Sie in den vergangenen Monaten am schwiergsten? 

Järvinen: Die Spiele zu verpassen. Es war etwas einfacher zu ertragen, weil die Jungs so gut spielen. Aber auch die Gefühle rund um das Spiel, die Vorfreude und Spannung im Vorfeld - all das hat mir sehr gefehlt.

Blicken wir voraus: Was erwarten Sie vom ersten Einsatz, sollten Sie spielen? 

Järvinen: Ich erwarte, dass wir als Team gut spielen und gewinnen, auch wenn Dresden ein harter Gegner ist. Dass ich einfach ich selbst sein und die guten Paraden zeigen kann, die der Mannschaft helfen.

Mit dem US-Amerikaner Jeff Frazee bleibt ein weiterer ausländischer Torhüter bis Saisonende bei den Huskies. Wie ist Ihr Verhältnis zueinander? 

Järvinen: Er ist ein klasse Typ. Wir verstehen uns gut. Jeff spielt stark, das ist gut fürs Team. Der Wettbewerb ist größer. Dass er bleibt, ist gut für uns alle.

Wie gehen Sie damit um, dass sich der Cheftrainer auf keine klare Nummer eins festlegen will? 

Järvinen: Das macht mir nichts aus. Der Beste soll spielen. Klar versuche ich, die Nummer eins zu sein. Das wollen die anderen auch, wir strengen uns noch mehr an, und dieser Umstand macht uns unterm Strich alle zu noch besseren Spielern.

Worauf freuen Sie sich am meisten? 

Järvinen: Zum einen ganz einfach auf das Spiel an sich. Die Stunden vor dem Beginn, wenn du dich in der Kabine vorbereitest, mit den Jungs sprichst, das hat mir total gefehlt. Zum anderen gibt’s hier in Kassel diese grandiose Stimmung. Diese besondere Atmosphäre wieder auf dem Eis zu erleben, darauf freue ich mich ebenso.

Dafür sind die Fans verantwortlich. Wollen Sie Ihnen noch etwas sagen? 

Järvinen: Ja. Die Fans waren die ganze Saison schon großartig. Ich hoffe, sie behalten das bei. Sie sind die besten, die ich je erlebt habe. Mit ihnen im Rücken können wir noch Großes in diesem Jahr erreichen. Wir haben bei Heimspielen dank ihrer lautstarken Unterstützung immer einen sechsten Mann auf dem Eis. Es ist für jeden Gegner hart, hier in Kassel zu spielen. Und sie haben auch mich super unterstützt in der Zeit meiner Verletzung. Dafür sage ich danke."

Zur Person

Mika Järvinen (26), geboren in Hattula, 1,77 m; 84 kg; spielte bei Kuopio und Hämeenlinna in Finnland sowie in der russischen KHL bei Amur Chabarowsk an der chinesischen Grenze. Mit nur 28 Gegentoren in 13 Einsätzen (Quote 2,20) führt der ledige Finne die Torhüter-Rangliste der Liga an. Mit ihm im Tor wurden nur vier von 13 Spielen verloren.

Von Michaela Streuff

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