Sie jagen ihren Traum

Ex-EJK-Talente wollen bei den Kölner Haien Sprung in die DEL schaffen

Leonardo

Köln/Kassel. Zusammen mit Jan Luca Sennhenn und Leonardo Ewald, die auch aus der Talentschmiede des EJ Kassel stammen, spielt Erik Betzold in der Schülermannschaft der Kölner Haie.

„Mein Traum ist es, Profi zu werden“, sagt der 15-jährige Betzold.

Und das mit großem Erfolg: Denn mit ihrem Team gewannen sie die Deutsche Meisterschaft der Schülerbundesliga im Eishockey. „Das war schon ein sehr gutes Gefühl. Alles war perfekt“, schildert Leonardo Ewald sein Innenleben. „Einfach schön, dass wir uns belohnen konnten“, ergänzt Erik.

Doch hinter dem Erfolg steht harte Arbeit. Denn neben dem täglichen Training, gilt es, auch den Schulalltag zu meistern. „Das Gesamtkonzept Schule und Sport macht das leichter. Es gibt Sportschulen, die mit dem Verein kooperieren“, erklärt Leonardo, der zusammen mit Erik im Kölner Sportinternat untergebracht ist, während Jan Luca mit seiner Familie in einer Kölner Zweitwohnung lebt.

Das Leben der drei Talente ist von früh bis spät durchgetaktet. „Ich stehe um 6.30 auf, um 7.20 Uhr geht es mit dem Bus in die Schule“, beschreibt Leonardo einen gewöhnlichen Trainingstag. „Der Unterricht dauert bis 14 oder 15 Uhr. Von 16 bis 20 Uhr ist dann Training.“ Und Erik ergänzt: „Zweimal haben wir aber auch in der Frühe Training. Dann ist der Unterricht danach.“

Bei so viel Programm bleibt auch kaum Zeit für Heimweh. „Bei mir ist ja noch meine Mama dabei“, sagt Jan Luca. Leonardo hingegen ist nachdenklich. „Natürlich vermisst man seine Familie“, sagt er. „Aber ich habe hier auch ein super Umfeld und kann sehr viel lernen.“

In Köln finden die ehemaligen Kasseler bessere Trainingsbedingungen – einer der Gründe für den Wechsel. „In Köln gibt es das ganze Jahr über Eistraining“, erklärt Jan Luca die Entscheidung. Erik ergänzt: „Das Trainingsniveau ist hier auch durch die Mitspieler höher. Dadurch verbessert man sich auch selbst.“

Im Training in Köln geht es noch mehr nach dem Leistungsprinzip als in Kassel. Höheres Tempo und Mitziehen sind gefragt. „Ich musste mich an das höhere Tempo gewöhnen. Ich denke, ich habe mich dadurch im Aufbauspiel verbessert, im Passspiel auch“, sagt Jan Luca, der als Verteidiger spielt. „Jetzt möchte ich nächstes Jahr daran arbeiten, auch körperlich zuzulegen.“ Und Leonardo, dessen großes Vorbild NHL-Profi John Tavares von den New York Islanders ist, ergänzt: „Ich musste lernen, ein System zu spielen. Und daran, viel weniger Zeit auf dem Eis zu haben.“

Für die nächste Saison haben sie sich schon viel vorgenommen. „Wir wollen natürlich die Meisterschaft wieder gewinnen“, sagen die Drei unisono. Und an der Erfüllung ihres großen Ziels arbeiten: Eines Tages in der DEL zu spielen. Doch davor steht noch ganz viel Arbeit – im Training und in der Schule.

Von Frank Brauner

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