Kasseler ist mit Diez-Limburg erfolgreich

Eishockey leben: Ex-Husky Tobi Schwab - kein Weg zu weit

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Ist glücklich in seiner derzeitigen sportlichen Heimat: der Kasseler und Ex-Husky Tobi Schwab. 

Für Tobi Schwab, ehemaliger Spieler der Kassel Huskies, ist fürs Eishockey kein Weg zu weit. Er fährt mehrfach in der Woche gut 200 Kilometer zum Training und zu Spielen.

Ohne Auto geht nichts. Schließlich liegen gut 200 Kilometer zwischen Kassel und Diez-Limburg an der Landesgrenze zwischen Rheinland-Pfalz und Hessen. Fragen Sie mal Tobi Schwab. Denn der Kasseler fährt die Strecke seit vergangenem Sommer häufig – seitdem steht er nämlich beim Eishockey-Regionalligisten EG Diez-Limburg unter Vertrag.

Lebensmittelpunkte des 34 Jahre alten Ex-Huskys aber sind nach wie vor Besse, wo er mit seiner Frau Nicole und dem gemeinsamem Sohn Luca (6) lebt, und Baunatal, wo er als Fachkraft für Lagerlogistik beim OTLG arbeitet.

"Der Aufwand lohnt sich"

Ein zeitintensiver Spagat also ist es, den Schwab da zu bewältigen hat. Warum aber? Die Erklärung ist ganz einfach: „Eishockey zu spielen, macht nach wie vor großen Spaß, und der Aufwand lohnt sich“, sagt er.

Der sportliche Erfolg gibt ihm Recht. Gerade erst hat er mit seiner Mannschaft überlegen und vorzeitig die Hauptrunden-Meisterschaft in der viertklassigen Regionalliga West gewonnen. Ein Zwischenschritt auf dem Weg zum großen Ziel „Meisterschaft“, wie er erklärt.

Herford, Hamm, Neuwied, Dinslaken, Ratingen und Neuss heißen die Gegner in der Regionalliga. Früher, zu DEL-, Zweitliga- und den langen Oberliga-Zeiten, als er unter anderem für Iserlohn, Frankfurt, Bad Nauheim und natürlich seinen Heimatverein, die Kassel Huskies spielte, hießen die Gegner Berlin, München und Köln. Mit den Huskies feierte er 2014 den Zweitliga-Aufstieg. Gern hätte er weitergemacht, doch in den Planungen des Klubs spielte er keine Rolle mehr. Ein Gespräch, das er führen wollte, gab es nicht – und diese Art des Abschieds schmerzt ihn bis heute.

Heute ist Schwab Halbprofi

Früher stürmte er mit den Kasseler Jungs Alex Heinrich und Michi Christ zusammen, heute mit Ex-Profis wie etwa dem ehemaligen Bad Nauheimer Kevin Lavallee. Früher war er Voll-, heute ist er Halbprofi. „Wir arbeiten alle nebenbei“, erklärt Schwab.

Als er sich für die Rockets entschied, reduzierte er seine Stundenanzahl im Beruf, arbeitet in Teilzeit. Fürs Eishockey bekommt er nach wie vor Geld. „Das rechnet sich schon, sonst würde ich die Fahrerei nicht auf mich nehmen“, erklärt er.

Der damals neue Alltag ist längst normal geworden. Und der sieht so aus: Von Montag bis Mittwoch arbeitet er im Schichtdienst. Den Rest der Woche hat er frei – und somit ausreichend Zeit fürs Eishockey.

Fahrgemeinschaft mit zwei weiteren Kasselern

Zwei Trainingseinheiten pro Woche stehen beim Regionalligisten auf dem Programm. Dienstags geht er in Kassel mit den 89ers aufs Eis, donnerstags trainiert er mit seiner Mannschaft, in der mit Fabian Mörschler und Leonardo Ewald zwei weitere Kasseler spielen. Das Trio bildet eine Fahrgemeinschaft. „Bis Alsfeld fahren wir zusammen. Dort steigen wir zu Tim Stenger, unserem zweiten Torhüter, ins Team-Auto und fahren nochmal eine gute Stunde weiter nach Limburg.“ Nach dem Training geht’s auf gleichem Weg zurück. Macht in der Summe gut vereinhalb Stunden Autofahrt an einem Donnerstagabend. Dazu kommen die Spiele am Wochenende.

In 21 Spielen hat Schwab 42 Punkte erzielt, 18 Tore und 24 Vorlagen. Nochmal höherklassig zu spielen, das kann er sich aber nicht mehr vorstellen. „Ich glaube nicht, dass ich noch einmal in die Oberliga wechsele“, sagt er. Schließlich hat er in seiner neuen sportlichen Heimat sein neues Glück gefunden. Auch wenn der Weg dorthin etwas weiter ist.

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