So gut wie seit dem Aufstieg nicht

Rote Teufel kommen als Zweiter am Freitag zum Derby

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Als Verteidiger gesetzt: Simon Gnyp von DEL-Förderlizenzpartner Köln ist Stammkraft in Bad Nauheim. 

Der EC Bad Nauheim steht in der DEL2-Tabelle so gut da wie lange nicht. Jetzt kommen sie nach Kassel. Dort kommt es zum Spitzenspiel. 

Platz zwei! Der EC Bad Nauheim steht in der DEL2-Tabelle so gut da wie nie zu vor zu diesem Zeitpunkt der Saison seit dem Wiederaufstieg 2013. Vergleichbar waren die Roten Teufel zuletzt im Jahr 2004 (!) platziert.  Und weil die Huskies Spitzenreiter sind, wird das Derby in Kassel zum Spitzenspiel. 

„Die Jungs sind willig, setzen Dinge immer besser um und finden mehr und mehr Vertrauen“, sagt Christof Kreutzer, der Trainer.

Nach dem 1:7 gegen Heilbronn (11. Oktober), nach einer Serie von drei Niederlagen mit 3:18 Toren, hat der Ex-DEL-Coach offenbar die richtigen Knöpfe gedrückt. Acht der folgenden neun Partien haben die Roten Teufel gewonnen. Enttäuschend ist die Zuschauerzahl, die die momentane sportliche Entwicklung nicht widerspiegelt. 2160 Fans kamen zuletzt gegen den EV Landshut – am vergangenen DEL2-Sonntag Minuskulisse. In der Zuschauertabelle haben die Mittelhessen nur drei Klubs hinter sich; eine Folge des nicht mehr zeitgemäßen Stadions.

Kreutzer, als Spieler fünfmal Deutscher Meister mit Düsseldorf, bleibt in den Tagen des Höhenfluges Realist. Ein Null-Punkte-Wochenende könne den EC Bad Nauheim schließlich gleich um mehrere Positionen zurückwerfen. „Ziel ist unverändert die Playoff-Qualifikation in bestmöglicher Position. Wir müssen nun unsere Erfolg bestätigen, sonst kann es auch ganz schnell anders herum laufen“, sagt der Rheinländer.

Wetterauer haben sich vor allem in der Defensivarbeit verbessert

Auffallend: Elf der 13 Siege wurden mit maximal zwei Treffern Unterschied eingefahren. Aus dem Rahmen fallen lediglich die Erfolge in Frankfurt (5:2) und gegen Crimmitschau (8:3). Das basiert einerseits auf einem tief besetzten Kader ohne nennenswerten Qualitätsverlust, was auch in den Schlussminuten das laufintensive Spiel zulässt und Optionen gibt, ein Spiel zu drehen oder einen Vorsprung zu halten. Andererseits spricht es für die Nervenstärke der noch jungen Mannschaft. „Diese Fähigkeit braucht man in einer so ausgeglichenen Liga. Ich bin sehr froh, dass wir das momentan aufs Eis bringen“, sagt Kreutzer.

Insbesondere in der Defensivarbeit haben sich die Wetterauer verbessert. Nur 17 Gegentore haben die Roten Teufel in den letzten neun Partien kassiert. Demgegenüber stehen 39 Gegentreffer in den ersten neun Begegnungen. Die Verpflichtung von Ex-Husky Mike Card ist hier gewiss ein bedeutender Faktor. Er entlastet an seiner Seite Jesper Kokkila, den mit 21 Jahren jüngsten Kontingentspieler der Liga und kann auch dem doch recht ineffizienten Powerplay Impulse geben.

Kooperation mit Köln kommt EC Bad Nauheim zugute 

Auch taktisch hatte Kreutzer auf die Gegentorflut reagiert. „Wir sind insgesamt gefestigter.“ Und natürlich spielt die Kooperation mit Köln eine enorme Rolle. Verteidiger Simon Gnyp sowie die Stürmer Dani Bindels, Robin Palka und Nicolas Cornett gehören als Förderlizenzspieler in Bad Nauheim quasi zum Stammpersonal und bekommen das Vertrauen, selbst wenn’s hinten raus einmal eng wird.

Der Kanadier Cody Sylvester, der Vorjahres-Topscorer, hat nach seinem Muskelbündelriss das Training wieder aufgenommen. Ob’s schon am Freitag in Kassel für einen Einsatz reicht, ist offen. Stellvertreter Kyle Gibbons hatte sich mit seinem Doppelpack am Sonntag beim 2:1 gegen Landshut empfohlen. Tyler Fiddler und Zach Hamill, die beiden weiteren Kontingentstürmer, stehen ohnehin außerhalb der Diskussion.

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