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„Felix ist über sich hinausgewachsen“: Huskies scheitern beim Derby an Bick

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Von: Björn Friedrichs

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Er war der einzige, der Bad Nauheims Torwart Felix Bick (hinten) überwinden konnte: Thomas Reichel, Stürmer der Kassel Huskies.
Er war der einzige, der Bad Nauheims Torwart Felix Bick (hinten) überwinden konnte: Thomas Reichel, Stürmer der Kassel Huskies. © Fischer, Andreas

Diese 1:3-Niederlage hat den Spielverlauf nicht wiedergegeben: Die Kassel Huskies waren nach der Derbypleite gegen Bad Nauheim unzufrieden mit dem Ergebnis, aber nicht mit der Leistung.

Kassel – Manchmal sind es gerade Komplimente, die am meisten wehtun. „Kassel war die bessere Mannschaft“, sagte Bad Nauheims Trainer Harry Lange nach dem Eishockey-Derby bei den Huskies. Schmerzhaft für die Nordhessen war das Kompliment deshalb, weil Lange hinterherschickte: „Wir sind aber natürlich glücklich, gewonnen zu haben.“ Sein Team entschied das DEL-2-Duell der beiden hessischen Klubs dank eines überragenden Torhüters mit 3:1 (1:0, 0:1, 2:0) für sich.

Felix Bick brachte die Huskies zur Verzweiflung, 49 Schüsse hielt er. „Der Torwart hat ein gutes Spiel gemacht. Wir haben unsere Chancen nicht so genutzt wie in den letzten Partien“, sagte Thomas Reichel, einziger Kasseler Torschütze, der dann ein Kompliment aussprach, das die Gäste sicher nicht schmerzen dürfte: „Nauheim hat einen super Job gemacht defensiv, brutal die Schüsse geblockt und sehr kompakt gestanden. Wir hatten das Spiel in der Hand, aber sie haben im dritten Drittel eiskalt ausgenutzt, dass wir zweimal nicht richtig aufgepasst haben.“ Das Schussverhältnis in diesem dritten Drittel? Kassel 17, Bad Nauheim drei.

Kapitän Shevyrin: „Es zählen die Tore“

Das Kompliment von Lange, die Huskies seien die bessere Mannschaft gewesen, wollte Kapitän Denis Shevyrin so nicht annehmen: „Die bessere Mannschaft ist die, die am Ende gewinnt. Wenn man Chancen, Puckbesitz und andere Statistiken vergleicht, die am Ende nicht entscheiden, waren wir vielleicht besser. Aber es zählen die Tore. Ich muss Felix aber ein Lob aussprechen. Er wächst irgendwie immer gegen uns über sich hinaus und macht seine brutalsten Spiele“, so Shevyrin über den Gästetorwart, mit dem er 2018/19 zusammengespielt hat.

Einer, der den Huskies vor allem am Bullypunkt spürbar fehlte, war Jake Weidner. Viele wichtige Anspiele gingen an die Gäste, der statistisch beste Bullyspieler der Liga hätte sicher das eine oder andere für sich entschieden. „Natürlich fehlt einer wie Weids, er verrichtet ja auch unheimlich gute Defensivarbeit. Er ist ein sehr wichtiger Mann. Ich habe es auch so gesehen, dass viele Bullys an Nauheim gingen, aber das war nicht ausschlaggebend. Unser Pressing hat ja gut funktioniert, wir haben unsere Chancen aber nicht genutzt“, sagte Shevyrin.

Fans zeigen Spruchband und sammeln Spenden

Mit dem 1:3 endete nicht nur Tristan Kecks Torserie, es war zugleich auch die erste Huskies-Niederlage nach sechs Siegen. „Es ist bitter, dass das ausgerechnet im Derby passiert. Das ist das Spiel, das man immer gewinnen will – vor allem vor so vielen Fans“, sagte Reichel.

Klares Statement: Drei Fangruppierungen der Kassel Huskies hielten auf dem Heuboden ein Spruchband hoch: „Katar boykottieren! Eishockey konsumieren!“
Klares Statement: Drei Fangruppierungen der Kassel Huskies hielten auf dem Heuboden ein Spruchband hoch: „Katar boykottieren! Eishockey konsumieren!“ © Fischer, Andreas

Die Anhänger auf dem Heuboden zeigten vor Spielbeginn eine große Choreo, die schon vor Beginn der Coronapandemie vorbereitet wurde. Während des ersten Drittels hielten die Gruppierungen Heuboden Kassel, Nordhessen Supporters und Fanszene Kassel dann ein Spruchband hoch mit der Aufschrift: „Katar boykottieren! Eishockey konsumieren!“.

Die Anhänger sammelten am Sonntag zudem Spenden, die an die Menschenrechtsorganisation Amnesty International gegeben werden.

Von Björn Friedrichs

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