1. Startseite
  2. Sport
  3. Kassel Huskies

Kassel Huskies gegen Heilbronn: Irre Wende ohne Happy End

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Frank Ziemke

Kommentare

Luis Spitzner im Duell mit Valentino Klos
Luis Spitzner im Duell mit Valentino Klos. © Andreas Fischer

Das Debüt für einen jungen Torhüter, die erneute Rückkehr der Nummer 13, eine verrückte Wende – aber kein komplettes Happy End.

Kassel – Die Eishockeyspieler der Kassel Huskies haben ihr Heimspiel gegen Heilbronn 4:5 (0:3, 4:1, 0:0 - 0:1) nach Verlängerung verloren.

Michi Christ îst also wieder dabei, nur zehn Tage nach seinem zweiten Abschied. Was natürlich heißt: Es herrscht erneut personelle Not. Schuld ist diesmal nicht Corona. Neben Corey Trivino und Jake Weidner müssen auch die angeschlagenen Lukas Laub, Fabian Ribnitzky und Tim Lucca Krüger passen. Und: Jerry Kuhn ist nicht dabei. Das Tor hütet so Jonas Neffin, Jan Ole Thomsen sitzt auf der Bank. Noch. Aber dazu später mehr.

Die Personalnot allein ist aber nicht der Grund für ein erstes Drittel zum Vergessen. Klar, Heilbronn wittert nach zuletzt vier Siegen die Chance, sich von den Preplayoff-Plätzen vorzuschieben. Aber die Huskies spielen auch pomadig, langsam, einfallslos. Neffin verhindert zunächst vor allem bei einer Unterzahl mehrfach das 0:1.

Als das dann doch fällt – Jeremy Williams trifft direkt in den Winkel (11.) – wird es bitter. Die Gastgeber lassen immer mehr nach. Offensiv passiert herzlich wenig. Defensiv laufen die Huskies meist hinterher. Die Folge: Am Drittel-Ende steht es bereits 0:3. Kenney Morrison in Überzahl und Valentino Klos erzielen die Treffer. Klos ist dabei so ungestört, dass es auf den Rängen unruhig wird. „Wir woll´n die Huskies seh´n“, rufen die Fans. Sie sind enttäuscht. Völlig zurecht. So darf ihre Mannschaft nicht auftreten.

Dann geht es in das zweite Drittel. Und alles ist anders!

Das beginnt im Tor, in dem plötzlich Thomsen steht. 21 Jahre alt. Aus Kassels Jugend kommend. Es ist seine Premiere in der DEL 2. Neffin wurde bereit im ersten Drittel behandelt, nun geht es nicht weiter. Vielleicht aber ist das genau das Signal, das die Mannschaft braucht. Vielleicht hat Trainer Tim Kehler passend dazu die richtigen Worte gefunden. Wie auch immer: In den Köpfen seiner Spieler ist etwas passiert.

Sechs Minuten später steht es 3:3. Es ist wirklich eine wahnsinnige Wende. Kassel kämpft. Ackert. Rackert. Beim 1:3 wuchtet Jamie MacQueen die Scheibe willensstark im Nachschuss über die Linie. Beim 2:3 dauert die erste Überzahl ganze sieben Sekunden. Dann fälscht Brett Cameron den Schuss von Mitch Wahl leicht, aber entscheidend ab. Und der Ausgleich? Der fällt tatsächlich in Unterzahl. Und er ist richtig schön herausgespielt. Wahl stürmt über den linken Flügel, bedient Joel Keussen – und der überwindet Ilya Andryukhov mit der Rückhand.

Die Falken sind komplett überrumpelt, fangen sich dann aber etwas. In der 31. Minute kassiert Thomsen sein erstes Gegentor – Justin Kirsch trifft in Überzahl. Aber der Youngster macht seinen Job gut. Er ist auch zur Stelle, als Luke Volkmann allein auf ihn zustürmt (35.). Seine Vorderleute belohnen das kurz vor der zweiten Pause mit dem erneuten Ausgleich. Das 4:4 fällt wieder in Überzahl. Cameron erzielt es. Tanzt den Gegenspieler aus. Jagt den Puck ins Eck.

Es ist also alles offen im Schlussdrittel. Das Spiel ist nun ausgeglichen, verbissen, Kassel hat durch Wahl die Chance zur Führung. Es übersteht eine Unterzahl souverän. Es hat den Torschrei auf den Lippen, als Oliver Granz freisteht, den Puck aber knapp vorbeischlenzt (52.). Die Huskies wollen den Sieg nun unbedingt. Schießen aus allen Lagen. Aber der Lohn bleibt aus. Es geht in die Verlängerung.

Und in der bleibt es nur bei dem einen Punkt. Joel Broda verliert den Puck, Heilbronn kontert durch Julian Lautenschlager. Der trifft nur den Pfosten, aber im Gewühl drückt vermutlich Brock Maschmeyer den Puck über die Linie, Es gibt noch Videobeweis, aber es bleibt dabei. Die irre Wende bleibt ohne Happy End.

Der Liveticker zum Nachlesen

So haben die Kassel Huskies gespielt

Schiedsrichter: Engelmann/Naust

Zuschauer: 1309

Tore: 0:1 (13:03) Williams (Della Rovere, Klos), 0:2 (16:11) Morrison (Williams, Kirsch - 5:4), 0:3 (18:35) Klos (Williams), 1:3 (21:17) MacQueen (Spitzner), 2:3 (22:59) Cameron (Wahl, Rutkowski - 5:4), 3:3 (26:01 ) Keussen (Wahl - 4:5), 3:4 (30:40) Kirsch (Della Rovere, Klos - 5:4), 4:4 (38:14) Cameron (MacQueen, Rutkowski - 5:4), 4:5 (61:38) Klos (Lautenschlager)

Strafminuten: Kassel 12 - Heilbronn 6.

Auch interessant

Kommentare