Geschäftsführer im ausführlichen Interview

Huskies-Chef Joe Gibbs über Playoffs und neue Hallen-Gerüchte

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Für sie beginnt jetzt die heiße Zeit des Jahres: Eishockey-Zweitligist Kassel Huskies und die Fans – Geschäftsführer Joe Gibbs wünscht sich in den Playoffs noch größere Unterstützung des Anhangs.

Der Verlust von Platz eins, Playoffs und neue Gerüchte, die MT Melsungen habe Interesse an der Eissporthalle: Huskies-Chef Joe Gibbs bezieht Stellung.

Zwei Spieltage nur noch dauert die DEL2-Hauptrunde, die Kassel Huskies sind auf Platz zwei gerutscht, daneben gibt’s Gerüchte rund um die Eissporthalle. Im ausführlichen Interview äußert sich Geschäftsführer Joe Gibbs über die anstehenden Eishockey-Playoffs und Spekulationen über eine Kooperation mit Handball-Bundesligist MT Melsungen.

Herr Gibbs, das letzte Wochenende der DEL-2-Hauptrunde steht bevor. Die Huskies haben diese Hauptrunde lange dominiert. Wie zufrieden sind Sie mit dem Erreichten?

Bis jetzt sind wir mit der Saison zufrieden. Es ist aber natürlich noch ein langer Weg, bis wir unsere Ziele erreichen.

Macht Ihnen das Nachlassen in der zweiten Saisonhälfte trotzdem Sorgen?

Nein, das macht mir keine Sorgen. Jede Mannschaft hat in einer langen Saison Höhen und Tiefen. Ich bin mir sicher, dass Tim Kehler zusammen mit unserer Mannschaft unser Bestmögliches geben wird, um in den Playoffs so weit wie möglich zu kommen.

Die Huskies haben frühzeitig mit Trainer Tim Kehler verlängert. Wie wichtig ist dieses Signal für die kommende Saison?

Es ist ein sehr wichtiges Signal. Ich arbeite mit Tim sehr gut und erfolgreich zusammen. Der Trainer ist immer eine zentrale Position in einer Mannschaft. Wir wollen gemeinsam in der nächsten Saison den Weg in die DEL angehen.

Wann folgen die ersten Entscheidungen bei Spielern?

Unser voller Fokus liegt bei uns auf den letzten beiden Spielen und dann den Playoffs. Wir bündeln jetzt unsere Konzentration auf die Herausforderungen, die vor uns liegen.

Als Geschäftsführer sind Sie für Huskies und Eishalle zuständig. Klub und Immobilie in einer Hand, das hat Seltenheitswert. Kann sich das rechnen?

Reich werden können Sie so nicht. Die Einnahmen, die wir mit der Halle erzielen, kommen voll den Huskies und der Instandsetzung der Halle zugute. Insoweit unterstützt also jeder, der zum Schlittschuhlaufen oder zur Eisdisco kommt, auch die Huskies. Diese Einnahmen aus der Halle sind fester Bestandteil des Budgets der Huskies.

Um die Eishalle zu einer halbwegs modernen Spielstätte zu machen, müssten Sie viel Geld in die Hand nehmen, oder?

Die Eissporthalle ist funktional. Wir versuchen Jahr für Jahr etwas zu verbessern. So haben wir in den vergangenen Jahren sehr viel Geld in die Technik und die Sicherheit gesteckt. Das waren hohe Ausgaben, von denen man als Besucher auf den ersten Blick nicht viel sieht. Natürlich ist es keine Multifunktionshalle, aber es ist eine Eissporthalle mit Atmosphäre, und es ist die Heimat der Huskies.

Derzeit kursiert erneut das Gerücht: Nachbar MT Melsungen soll Interesse an der Eishalle angemeldet haben.

Das Gerücht habe ich auch schon gehört. Das Gerücht gibt es alle Jahre mal wieder. Wir haben ein gutes Verhältnis zur MT Melsungen. Gemeinsam diskutieren wir auch immer mal wieder, ob es nicht möglich wäre, ein Testspiel oder sogar ein Handballländerspiel in der Eissporthalle auszutragen. Das wäre aber ein erheblicher logistischer Aufwand. Ausgeschlossen wäre es aber nicht. Aktuell haben aber sowohl die Huskies als auch die MT Melsungen in der Saison mit anderen Herausforderungen zu kämpfen.

Nach all den gescheiterten Versuchen für eine Multifunktions-Arena in Kassel – ist die Eishalle nicht logischster Standort für eine gemeinsame Spielstätte?

Wenn in einer Multifunktions-Arena auch Sport stattfinden soll, egal welcher, dann ist natürlich die Eissporthalle der beste Standort. Schließlich ist dieser Standort bestens durch den öffentlichen Nahverkehr erschlossen, liegt direkt an einer Autobahnauffahrt und – was aus meiner Sicht das Wesentliche ist – er ist das Herz des Sportcampus der Stadt Kassel. Wenn also in einer Multifunktions-Arena Sport stattfinden soll, dann im örtlichen Zentrum des Kasseler Sports, in der Eissporthalle, direkt neben dem Auestadion.

Wären Gespräche mit den Verantwortlichen der MT also die logische Folge?

Da würden Gespräche mit den Verantwortlichen der MT mit Sicherheit nicht ausreichen. Entscheidend ist hier, was die Stadt Kassel will, und welchen Beitrag sie bereit wäre zu leisten.

Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle überraschte im August 2019 mit der Ankündigung, die Stadt wolle eine zweite Eishalle ohne die Huskies bauen. Welchen Einfluss haben diese Pläne auf eventuelle Gespräche über die Eissporthalle?

Das ist eigentlich ganz einfach: Wenn irgendwann einmal versucht werden sollte, die Eissporthalle zu einer Multifunktions-Arena zu entwickeln, muss in unmittelbarer Nähe eine zweite Halle vorhanden sein, in der nicht nur die Huskies trainieren können, sondern die vor allem auch als Vorhalle genutzt werden kann, wenn in der Multifunktions-Arena große Events stattfinden. Klar ist aber auch, dass die Huskies keinen Anspruch darauf haben, an dem Bau einer zweiten oder auch einer dritten Eishalle beteiligt zu werden. Wichtig ist nur, dass die Regelungen aus dem Erbbaurechtsvertrag eingehalten werden und durch weitere Eishallen den Huskies keine Konkurrenz entsteht.

Gegen einen Standort direkt neben der jetzigen Halle spricht aber der Wegfall von dringend benötigten Parkplätzen.

Unmittelbar neben der Eissporthalle liegt das Auestadion. Dort finden Veranstaltungen mit weit über 10 000 Zuschauern statt. Wenn die Parkplätze genutzt werden können, die für die Besucher des Auestadions bei derartigen Großveranstaltungen zur Verfügung stehen, wäre der Wegfall von einigen Parkplätzen durch den Bau einer zweiten Eishalle neben der jetzigen Eissporthalle organisierbar. Letztlich ist es auch eine Abwägung, ob man die erheblichen Synergien nutzen will, die entstehen, wenn zwei Eisflächen in unmittelbarer Nähe angeordnet sind. Dies ist aber eine Entscheidung der Stadt Kassel.

Ist eine zweite Eisfläche Voraussetzung für eine Multifunktionshalle mit den Handballern?

Wie bereits gesagt: Eine zweite Eisfläche ist grundsätzlich Voraussetzung dafür, dass aus der jetzigen Eissporthalle eine Multifunktions-Arena wird, egal, wer dann neben den Huskies Nutzer dieser Multifunktions-Arena ist.

Von der Zukunftsmusik zurück zur aktuellen Saison: Wie wichtig sind die Playoffs wirtschaftlich?

Die Playoffs sind immer sehr wichtig. Wir planen wirtschaftlich aber immer ohne die Playoffs, um so finanziell auf gesunden Beinen zu stehen.

Wie zufrieden sind Sie mit der bisherigen Zuschauerresonanz von 3450 im Schnitt?

Ehrlich gesagt bin ich nicht so zufrieden. Wir bieten super attraktives Eishockey, waren 39 Spieltage auf dem ersten Tabellenplatz und sind eine der besten Heim-Mannschaften der Liga. Für die Playoffs hoffen wir aber natürlich auf die volle Unterstützung unserer Fans.

Und was trauen Sie Ihrer Mannschaft sportlich zu?

Unser Ziel ist es Meister zu werden. Dafür werden wir alles geben.

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