Geschichten rund ums Spiel gegen Frankfurt

Verletzter Klinge beim Hessenderby: Huskies-Kapitän mit Herzschmerz

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Fans statt Eishockey: Der verletzte Huskies-Kapitän Manuel Klinge ist noch auf Krücken angewiesen und gibt Autogramme. Die Gelegenheit haben sich Gabriele Rosin-Nebe (links) und ihre Tochter Vanessa Rosin nicht entgehen lassen.

Kassel. Die Kassel Huskies müssen noch einige Zeit auf ihren Kapitän Manuel Klinge verzichten. Langweilig wird dem Verletzten aber nicht. Ein Blick hinter die Kulissen des Hessenderbys.

Er hat zwei Begleiter, auf die er eigentlich gern verzichten würde. Acht Wochen noch ist Manuel Klinge auf Krücken angewiesen. Noch kann er das verletzte linke Knie nicht belasten. Viel lieber würde er natürlich an diesem Freitagabend die Schlittschuhe schnüren. Es ist Derbyzeit. Der Erzrivale aus Frankfurt ist zu Gast. Das Spiel, das das Salz ist in der langen Hauptrunde der DEL2.

„Klar habe ich Herzschmerz. Nicht nur vor dem Derby gegen Frankfurt. Ich tue mich bei jedem Spiel schwer, den Jungs auf dem Eis zuzuschauen“, sagt der verletzte Kapitän der Kassel Huskies, dessen Saison schon im Oktober endete. Immerhin: Schmerzen habe er keine mehr. „Den Umständen entsprechend geht’s mir sehr gut.“ Derbyzeit heißt für den Kapitän deshalb nun nicht ab aufs Eis, sondern mitten rein unter die Fans.

Klinge lässt sich fotografieren, unterschreibt alles, was ihm auf den Tisch gelegt wird. Auch das Trikot von Gabriele Rosin-Nebe mit den Namen der drei Kasseler Jungs Manuel Klinge, Michi Christ und Alex Heinrich. „Wenn Manu schon mal greifbar ist, müssen wir die Gelegenheit nutzen. Er verkörpert die Huskies. Wir hoffen, er kommt zur nächsten Saison wieder“, sagt die 53-Jährige aus Großenenglis. Ein letzter Gruß, dann verabschiedet sich Klinge in die Kabine.

Wann immer möglich, ist er bei der Mannschaft. Die Ansprache von Trainer Rico Rossi aber verpasst er heute. Klinge gibt sein Debüt beim Online-Streaming-Dienst Sprade.tv. Gemeinsam mit Huskies-Pressesprecher David Nolte kommentiert er das erste Derby-Drittel.

Pressesprecher Nolte mit genauem Zeitplan

Gefragt: Huskies-Pressesprecher David Nolte.

Nolte kann sich vor Anrufen kaum retten. Er hat einen minutiös durchgetakteten Zeitplan in der Hand. Gute Vorbereitung ist an solch einem Tag die halbe Miete. Gerade wird er darüber informiert, dass Franz Reindl, Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) und Michael Pfuhl, Technischer Direktor des DEB, gleich an der Halle ankommen werden. Hoher Derby-Besuch also.

So bereiten sich die Spieler vor

Derweil bewegt sich einer entspannt durch die Halle, dessen Schritte später mit lautstarken Pfiffen begleitet werden: Der Frankfurter Tim Schüle sprintet die Treppen unterhalb der Sprecherkabine rauf und runter. Kategorie: anonymes Aufwärmen. Ebenfalls in Sportschuhen unterwegs - allerdings auf dem Eis - ist Patrick Klöpper. Gedankenverloren spielt der Huskies-Stürmer mit ein paar Pucks und schießt einen probeweise in Richtung Tor. Ob’s ein gutes Omen ist? Die Scheibe springt vom Innenpfosten in den Kasten.

Sitzen neben den Auswärts-Fans

Die Kategorie wenig gemütliche Plätze haben Tanja Orth, Nils Weinrich und Anna Schaake aus Kassel. Sie haben nur noch Sitzplätze direkt neben dem Frankfurter Gästeblock bekommen. Weinrich nimmt’s gelassen. „Mit der Oma haben wir hier schon mal ein Derby geschaut, da ist nichts passiert.“

Fest steht jedenfalls: Egal ob auf den Holzbänken des A-Blocks, auf dem Heuboden oder den Stehplätzen: Die Kulisse ist eines Derbys würdig. Und dieses Derby, das beginnt.

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