Punkt nach irrer Aufholjagd

Huskies verlieren nach Verlängerung 6:7 gegen Löwen

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Frankfurt. „Die Nummer eins, die Nummer eins – die Nummer eins im Land sind wir!“ Das sangen 500 Fans der Kassel Huskies vor Beginn des Eishockey-Derbys in Frankfurt. 

Und sie sangen es auch danach – trotz einer 6:7 (1:4, 1:1, 4:1 / 0:1)-Niederlage nach Verlängerung. Grund war eine irre Aufholjagd der Gäste, die anfangs schwach auftraten, im furiosen Schlussdrittel aber aus einem 2:6 ein 6:6 machten und so wenigstens einen Punkt sicherten.

Das Derby bot ein nervenaufreibendes Auf und Ab. Nach nur 52 Sekunden lagen die Gäste bereits vorn. Eine Strafe gegen Brett Breitkreuz, ein schöner Pass von Adriano Carciola, ein Schuss des freistehenden Jamie MacQueen – da war es schon, das 0:1. Das ist so wichtig auswärts. Das bringt den Gastgeber zum Nachdenken. Und sollte den Gästen Sicherheit geben.

Sollte! Bei den Huskies war das nur für einige Minuten der Fall. Dann lieferten sie ein ganz schwaches Drittel. Die Gäste liefen hinterher, spielten Fehlpässe, verloren Puck um Puck im eigenen Drittel. So war es kein Wunder, dass ein Fehlpass von Thomas Merl den Ausgleich einleitete. Nick Mazzolini be-strafte ihn mit dem 1:1 (14.). Das war noch kein Beinbruch. Aber was dann über die Huskies hereinbrach, das wurde schmerzhaft. In 140 Sekunden musste Markus Keller dreimal hinter sich greifen. Kris Sparre in Überzahl, Lukas Laub nach einem Konter und erneut in Überzahl Richard Mueller trafen die Gäste ins Mark. 4:1!

Und keine Frage, das war viel zu einfach, wie die Frankfurter zu ihren Treffern kamen. Die Huskies hatten einfach Mühe mit dem hohen Tempo. Und im Mitteldrittel verpassten sie die erste Chance, ins Spiel zurückzufinden. Breitkreuz leistete sich einen bösen Check gegen Sören Sturms Kopf, kassierte eine Matchstrafe. Braden Pimm nutzte die Überzahl schnell zum 4:2 (32.) – doch was passierte dann? Frankfurt erhöhte in Unterzahl durch Stefan Chaput auf 5:2. Und nein, das war kein Konter. Das war ein katastrophaler Puckverlust der Huskies hinter dem eigenen Tor.

Mit solchen Schnitzern wird es schwer, ein Spiel zu drehen. Und es sah auch nicht danach aus, als Mueller im Schlussdrittel auf 6:2 erhöhte. In der 44. Minute war das die Entscheidung. Oder? Nichts da! Plötzlich wachte Kassel auf. Plötzlich schwanden den Frankfurtern, die in der 54. Minute den verletzten Torhüter Tyler Plante durch Henning Schroth ersetzen mussten, die Kräfte. Plötzlich spielten nur noch die Huskies. MacQueen und Carter Proft verkürzten mit weiteren Überzahltoren (47. und 54.) auf 6:4. Die Schiedsrichter verweigerten gleich zwei Toren durch Carciola und Proft die Anerkennung. Und doch schafften die Gäste das Unmögliche: Tylor Carnevale und Manuel Klinge sorgten in den Schlussminuten für das kaum zu glaubende 6:6.

Die Krönung blieb dieser Aufholjagd zwar verwehrt, weil MacQueen ein Zeitstrafe kassierte und erneut Mueller in der Verlängerung zum 7:6 traf. Doch eins blieb auch nach diesem irren Finale: Die Nummer eins im Land kommt aus Kassel!

SR: Melia/Haupt (Neuss, Kempten). Z: 6625

Tore: 0:1 (0:52) MacQueen (Carciola, Pimm - 5:4), 1:1 (13:14) Mazzolini (Liesegang), 2:1 (15:29) Sparre (Mazzoloni, Liesegang - 5:4), 3:1 (15:49) Laub (Reimer), 4:1 (16:53) Mueller (Mazzoloni, Liesegang - 5:4), 4:2 (31:51) Pimm (MacQueen, Proft - 5:4, 5:2 (32:14) Chaput (N. Martens - 4:5), 6:2 (43:15) Mueller (Liesegang, Tomassoni - 5:4), 6:3 (46:05) MacQueen (Little, Pimm - 5:4), 6:4 (53:12) Proft (Pimm, MacQueen 5:4), 6:5 (56:36) Carnevale (Klinge), 6:6 (57:56) Klinge (Carnevale, Meilleur), 7:6 (60:22) Mueller (Tomassoni - 4:3)

Strafminuten: Frankfurt 8 + 5 + Matchstrafe Brett Breitkreuz - Kassel 16.

Das Spiel haben Jens Nähler und Michaela Streuff  kommentiert, den Liveticker betreute Marie Klement.

 

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