Huskies-Geschäftsführer Westhelle will nun vor den Bundesgerichtshof - OLG-Entscheidung in Köln am Donnerstag

OLG München: Rauswurf aus DEL rechtens - Alles aus für Huskies?

München. Nur ein Wunder kann die Kassel Huskies noch retten: Das Münchener Oberlandesgericht (OLG) hat am Dienstagnachmittag dem DEL-Schiedsgericht Recht gegeben.

Das Schiedsgericht hatte Ende Mai den Lizenz-Verlust und damit den Rauswurf der Huskies aus der DEL bestätigt. Dieser kann nun vollstreckt werden. 

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DEL-Versammlung schließt Huskies aus

Trauer, Wut und Verzweifelung bei den Kasseler Eishockey-Fans. Huskies-Geschäftsführer Fritz Westhelle war nach dem Urteil bestürzt. Er kündigte an, nun beim Bundesgerichtshof eine Einstweilige Anordnung gegen das Münchner Urteil zu beantragen: Westhelle setzt auch noch Hoffnung auf das OLG Köln, das am Donnerstag über zwei einstweilige Verfügungen entscheidet, wonach die Huskies spielen dürfen.

Die DEL ist sich sicher, dass sich Köln dem Münchner Urteil anschließt. Dann wären die Huskies spätestens am Donnertsag raus aus der Liga.

Möglicherweise will man in Köln auch noch einen Kompromiss zwischen den Huskies und der DEL erzielen. Auf jeden Fall hat das Gericht alle DEL-Vereine nach Köln bestellt. Die könnten einem Kompromiss dann sofort zustimmen.

Bei der DEL glaubt man nicht daran: Durch das Münchener Urteil sieht man sich in seiner Linie bestätigt. Die DEL ist sich sicher, dass sich das Kölner Gericht den Münchener Kollegen anschließt. DEL-Anwalt Klaus Sturm: "Das Kölner Gericht wird auch in unserem Sinne entscheiden. Dann sind die Huskies ab Donnerstag endgültig draußen."

Der Vorsitzende Richter des Münchener Oberlandesgerichts, Michael Lorbacher, gab gestern keine näheren Erläuterungen zum Urteil. Im Laufe der Verhandlung war aber klar geworden, dass die Meinung des Gerichts auf einen einfachen Nenner zu bringen war: Die Huskies hätten durch den Lizenzvertrag mit der DEL auch das Schiedsgericht anerkannt - egal, wie es besetzt war.

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Die Huskies hatten hingegen argumentiert, das Schiedsgericht habe sie gar nicht hinauswerfen können, da es nicht korrekt zusammengesetzt gewesen sei.

Diese Argumnetation ist mit dem Urteil aus  München nun hinfällig.

Im Laufe des Vormittags versuchte das Gericht verzweifelt, im Streit zwischen der Deutschen Eishockey Liga (DEL) und den Kassel Huskies einen Kompromiss zu finden. Die DEL sollte eine große Familie mit gemeinsamem Interesse sein, sagte der Vorsitzende Richter Michael Lorbacher. Lorbacher nannte mehrere Möglichkeiten. So könnten die Huskies eventuell zunächst für ein Jahr spielen, um bis dahin eine Lösung in dem Streit zu finden.

Doch die DEL bleibt bei ihrer Linie: Die Huskies sollen ihre Schulden bezahlen. DEL-Chef Gernot Tripcke sagte, 2,05 Millionen Euro wolle man sofort haben, 800.000 Euro müssten zusätzlich abgesichert werden. Dann könnten die Huskies nachträglich die Lizenz bekommen. Huskies-Geschäftsführer Westhelle sagte dazu, man könne den Gläubigern grundsätzlich nicht einfach die Schulden bezahlen, weil man noch in dem gesetzlichen Gläubigerverfahren stecke.

Nun ist noch eine Einstweilige Verfügung anhängig, über die das OLG Köln am Donnerstag entscheiden wird. (tho)

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