Kurze Sequenzen helfen Trainer und Spielern 

Warum Jan Pantkowski Huskies-Spiele in kurze Videos zerlegt

Arbeit mit Schnittprogramm und Videokamera: Jan Pantkowski markiert live wichtige Szenen während eines Huskies-Heimspiels, die in den Drittelpausen der Mannschaft hilft.
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Arbeit mit Schnittprogramm und Videokamera: Jan Pantkowski markiert live wichtige Szenen während eines Huskies-Heimspiels, die in den Drittelpausen der Mannschaft hilft.

Wenn Jan Pantkowski ein Heimspiel der Kassel Huskies schaut, dann macht er nicht das, was wohl 99 Prozent der Zuschauer während eines Drittels in der Eissporthalle tun. 

„Du darfst nicht auf den Puck schauen“, erklärt er. „Ich achte beispielsweise darauf, wie der Gegner läuft und wie er deckt.“

Denn der 27-Jährige ist kein gewöhnlicher Zuschauer. Er sitzt nicht auf der Tribüne, sondern steht dort, wo die Fernsehkameras aufgebaut sind. Unterm Hallendach, mit einem unverstellten Rundum-Blick auf die gesamte Eisfläche. Den braucht er auch.

Denn Pantkowski ist der Live-Video-Analyst der Huskies und verschafft Trainer Tim Kehler und den Spielern in den Drittelpausen einen Überblick über kritische Szenen der vorangegangenen 20 Minuten.

Kassel Huskies: Mit Laptop in die Kabine

Und das geht so: In Händen hält er Kehlers Laptop, der mit der Videokamera gekoppelt ist, mit der Christoph Loose das Spielgeschehen filmt. Auf dem Computer ist das Schnittprogramm Steva installiert, mit dem ein Eishockeyspiel in winzige Einheiten zerlegt werden kann. 

„Ich setze Live-Video-Markierungen“, erklärt Pantkowski. Zwölf, 13 pro Drittel, die per Tastendruck gespeichert werden. „Herausgeschnitten werden zehn Sekunden vor der Aktion und fünf Sekunden danach. Wir haben im Blick Tor und Gegentor, Chancen für uns und gegen uns, Über- und Unterzahl“, erklärt Pantkowski.

In den Drittelpausen wird’s dann sportlich für den hauptamtlichen Coach der Eishockey-Jugend Kassel, der regelmäßig auch mit der ersten Mannschaft im Training auf dem Eis steht: Im Sprint geht’s mit dem Laptop in die Kabine. 

Viele profitieren von Live-Video-Analysen

Dort schaut sich Kehler die Szenen an. Manche zeigt er der Mannschaft, über andere spricht er nur. „Es ist klasse, dass wir dieses Instrument haben und dank des Einsatzes von Jan und Christoph nutzen können. Wir können Umstellungen vornehmen, Entwicklungen beim Gegner erfassen“, erklärt Tim Kehler.

In der DEL2 profitieren beispielsweise auch die Löwen Frankfurt und Bad Nauheim von solchen Live-Video-Analysen. Und bei den Huskies sind sie nun ein weiterer Baustein für den Erfolg des DEL2-Spitzenreiters. 

Gut zwei Monate ist Pantkowski jetzt der Mann für die Mitschnitte. „Beim Heimspiel gegen Bayreuth am 18. Oktober haben wir den ersten Testlauf absolviert“, erinnert er sich.

Mit der Technik lief es reibungslos

Mit der Technik lief es reibungslos, nach dem 3:2 bei dem Torhüter Jerry Kuhn und Doppelpacker Michi Christ die Matchwinner auf dem Eis waren, gab’s die besondere Spieltagsauszeichnung aber nicht für einen der beiden Spieler.

„Ich habe von Tim Kehler den den Game-Winner-Puck bekommen, den normalerweise der Spieler des Tages bekommt. Das war für mich ein besonderer Moment“, blickt Pantkowski zurück. Klar, dass der nun einen Ehrenplatz hat.

Auch am Sonntag wird er wieder unterm Hallendach sitzen. Dann, wenn die Huskies die Dresdner Eislöwen von Rico Rossi zum nächsten Heimspiel empfangen (18.30 Uhr).

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