Alles oder nichts 

Kassel Huskies kämpfen gegen Crimmitschau ums Viertelfinale

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Umkämpft: Das ist nicht nur die Pre-Playoff-Serie der Huskies gegen Crimmitschau. Eng geht es auch in dieser Szene aus dem ersten Spiel in Kassel zu. Eispirat Ville Saukko (links) und Husky Michi Christ.

Viertelfinale oder Sommerpause: Dienstag, 19.30 Uhr, geht es im dritten und letzten Spiel der Pre-Playoffserie zwischen den Kassel Huskies und den Eispiraten Crimmitschau um alles oder nichts.

Gewinnen die Kasseler, geht die Eishockeysaison weiter, heißt der Gegner ab Freitag Bietigheim Steelers. Verlieren sie, ist die Saison beendet. Vieles spricht jetzt für die Huskies, die nach einer Leistungssteigerung und dem 6:1-Erfolg in Crimmitschau die Serie auf zwei Siege ausgeglichen haben.

Die Effektivität: 56:26 – so lautet die Torschussbilanz des Sonntagsspiels. Doch merke: Nicht immer gewinnt die Mannschaft, die häufiger zum Torabschluss kommt. Denn es waren die Eispiraten, die 56 Versuche abgaben, aber auch nur einmal trafen. Von den 26 Versuchen der Kasseler saßen hingegen gleich sechs.

Das zeugt von der Effektivität der Huskies, die sie zum richtigen Zeitpunkt entdeckt haben. „Gleich zwei unserer ersten drei Schüsse waren drin“, sagte Trainer Tim Kehler später. „Das war unser Mittel, uns gegen Crimmitschau zur Wehr zu setzen. Denn wir wussten schon, dass sie mit sehr viel Tempo aus der Kabine kommen würden.“ Dabei profitierten die Huskies allerdings auch vom manchmal schludrigen Abwehrverhalten der Eispiraten. Deren Coach Danny Naud kritisierte später: „Wenn wir die Scheibe verlieren, müssen wir verteidigen – auch wenn wir uns in der offensiven Zone aufhalten.“

Der Rückhalt: 56 Torschüsse der Eispiraten zeigen: Kassels Keeper Jerry Kuhn konnte sich über mangelnde Beschäftigung nicht gerade beklagen. Doch anders als noch am Freitag war er diesmal ein Fels im Crimmitschauer Angriffswirbel. Fazit: Als Gegner verzweifelst du an solch einem Torhüter. Das darf Kuhn heute gern wiederholen.

Die Führungsspieler: Die Stürmer stehen natürlich immer im Blickpunkt. Richie Mueller traf erstmals in dieser Saison bei Spielen gegen Crimmitschau. Sebastien Sylvestre trifft zuverlässig weiter. Doch dahinter steht mit Derek Dinger einer, der derzeit auch ganz wichtig ist für sein Team. Der Verteidiger räumt hinten kräftig auf und reißt seine Nebenleute mit. Und auch im Vorwärtsgang sind Dingers Schüsse wichtig geworden, nicht nur in Überzahl. Selbst wenn er nicht direkt trifft, ist Dinger als Vorbereiter derzeit immer häufiger dabei.

Die neue Ausgeglichenheit: Zuletzt hatte man bei den Kasselern ja allzu häufig das Gefühl: Es passiert nur etwas, wenn die erste Reihe auf dem Eis steht. Mueller, Sylvestre und Hennig haben deshalb auch Eiszeit ohne Ende. Sie hatten aber auch einen Großteil des Drucks. Am Sonntag aber war auch auf andere Verlass. Jens Meilleur glänzte als zweifacher Torschütze, was kein Zufall war. Das Trio mit Toni Ritter und Sam Povorozniouk fuhr immer wieder gefährliche Konter, wirbelte die Gastgeber schwer durcheinander. „Povo“ traf dann auch noch. Das kann heute entscheidend sein, wenn die Last auf mehrere Schultern verteilt wird.

Die Abgeklärtheit:Fast hätten die Huskies Spiel zwei ohne eine einzige Strafzeit überstanden. Erst in der 57. und 60. Minute mussten Sebastien Sylvestre und Marco Müller für zwei Minuten auf die Strafbank. Einen kühlen Kopf sollten die Huskies auch heute bewahren. Denn allen voran Crimmitschaus Goldhelm Rob Flick versuchte häufiger zu provozieren, meist Huskies-Verteidiger Nick Walters. Der aber drehte jedesmal cool ab.

Der Heimvorteil: Könnte zum Faktor werden. Auch wenn in der Serie bislang jeweils das Auswärtsteam die Nase vorn hatte: Die Huskies wissen, dass die Fans ihr siebter Mann sein können. Auch in Crimmitschau half die Unterstützung. Erst die Mannschaft und später Trainer Kehler bedankten sich für die Unterstützung der 300 mitgereisten Fans. Der Coach sagte: „Wir haben ihre Energie gespürt.“ Und letztlich hätte es ja auch einen gewissen Charme: Bislang haben die Huskies kein Heimspiel gegen Crimmitschau gewonnen. Also: Wenn nicht jetzt, wann dann?

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