Tiefe im Kader hilft beim Sieg gegen Ravensburg 

Huskies-Kapitän Heinrich: Plötzlich wieder im Angriff

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Stürmer unter sich: Husky Alex Heinrich (rechts) spielte nach sieben Jahren mal wieder im Angriff. Mit im Bild: Ravensburgs Justin Volek.

Zwei wichtige Siege im Doppelspieltag gegen Ravensburg, starke Special Teams und eine überraschende Versetzung in den Sturm: Das sind die Geschichten rund um das Sechs-Punkte-Wochenende von DEL2-Spitzenreiter Kassel Huskies. 

Was ist denn da los? Die Frage stellte sich durchaus beim Blick auf die Aufstellung der Kassel Huskies in den beiden Duellen des Wochenendes gegen Ravensburg. Denn im vierten Sturm am Freitag standen mit Michi Christ ein Angreifer sowie Nick Walters und Marco Müller zwei etatmäßige Verteidiger. Am Sonntag dann nahm Alex Heinrich Müllers Platz ein.

Der Vorteil: Die Huskies kompensierten so die verletzungsbedingten Ausfälle der Stürmer Austin Carroll und Patrick Klöpper und konnten in beiden Partien mit vier kompletten Sturmreihen agieren, noch dazu mit drei festen Verteidigerpaaren. Der Lohn: sechs Punkte, 8:3-Tore gegen Meister Ravensburg und wieder eine komfortablere Führung von vier Punkten an der Tabellenspitze der DEL2.

Heinrich fand sich nach sieben Jahren als Verteidiger erstmals auf jener Position wieder, auf der er ursprünglich seine Karriere begonnen hatte. Wann er zuletzt im Angriff gespielt hat? „Das hat mich Michi Christ vor dem Spiel auch gefragt“, sagt der Kapitän. Für die Antwort musste auch Heinrich erst mal rechnen.

Es hilft ein Blick ins Archiv: Zu Oberliga-Zeiten 2012 hatte er eigentlich nur kurz mal als Verteidiger aushelfen sollen – doch daraus wurde ein Dauerzustand. Bis Sonntag. „Ich spiele da, wo ich gebraucht werde. Klar ist das eine Umstellung. Du kennst die Laufwege nicht so gut, bei Bullys musst du dich anders verhalten. Da habe ich auch mal gefragt. Aber wohin ich laufen musste, wusste ich schon noch“, erklärt Heinrich und lacht. „Das Spiel als Verteidiger bin ich gewohnt. Da musst du vor allem darauf achten, dass niemand hinter dir steht. Als Stürmer ist das Spiel intensiver, du musst mehr laufen, forechecken, Druck machen“, erläutert er.

Doch die Umstellung klappte, Heinrich, Christ und Walters harmonierten. „Wir haben versucht, einfach zu spielen. Das ist der Job in der vierten Reihe.“ Und für den erhielt Heinrich Lob von Trainer Kehler: „Er hat seine Sache gut gemacht.“

Der breit besetzte Kader ist ein Plus der Huskies in dieser Saison. Die personelle Tiefe wird gerade im direkten Vergleich mit personell geschwächten Teams wie den Towerstars sichtbar, denen auch am Sonntag fünf Leistungsträger fehlten. „Tim hat die Optionen, mit vier Reihen zu spielen. Das war der Unterschied in den letzten 40 Minuten“, erklärte Ravensburgs Coach Rich Chernomaz.

Hinzu kommen die starken Special Teams der Kasseler. Wieder gelangen ihnen zwei Powerplaytore, wieder waren sie außerdem stabil in Unterzahl.

„Unser Überzahlspiel war zuletzt erfolgreicher. Wir haben das viel trainiert. Vor jeder Trainingseinheit sind fünf von uns gemeinsam auf dem Eis und üben bestimmte Spielzüge ein, bekommen ein besseres Gefühl füreinander“, erklärt Torschütze Richie Mueller. „Das gibt unserem Team ein gutes Momentum.“ Ebenso wie die Tiefe im Kader.

Gut möglich aber, dass Heinrichs Aushilfe im Angriff eine einmalige Sache war. Denn zumindest ein Stürmer wird zurückerwartet: „Ich gehe davon aus, dass Austin Carroll wieder spielen kann“, sagt Kehler. Und dann dürfte der Kapitän dorthin zurückkehren, wo er sich am wohlsten fühlt: in die Verteidigung.

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