Auch im dritten Anlauf kein Heimsieg

Kassel Huskies kassieren bei 2:4-Niederlage gegen Ravensburg drei Unterzahl-Gegentore

Aus dem Tritt gebracht: Husky Jake Weidner (vorn) kommt im Zweikampf mit Ravensburgs Charlie Sarault (rechts) ins Straucheln. Links: Ravensburgs Torhüter Jonas Langmann.
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Aus dem Tritt gebracht: Husky Jake Weidner (vorn) kommt im Zweikampf mit Ravensburgs Charlie Sarault (rechts) ins Straucheln. Links: Ravensburgs Torhüter Jonas Langmann.

Offensiv nicht effektiv genug, defensiv in Unterzahl unglücklich besiegt: Die Eishockeyspieler der Kassel Huskies haben auch das dritte Spiel in ihrer modernisierten Heimstätte verloren. Beim 2:4 (0:1, 2:2, 0:1) gegen die Ravensburger Towerstars erzielten die Gäste dreieinhalb Tore in Überzahl.

Die ersten beiden Partien der Saison waren Festtage. Die Premiere gegen Tölz. Das Derby gegen Frankfurt. Diesmal ist Alltag. Das zeigt sich auf den Rängen, die in der Anfangsphase der Saison naturgemäß nicht so gut gefüllt sind. Statt über 4000 kommen diesmal keine 3000 Zuschauer. Ihre Mannschaft, die hat ja endlich das erste Erfolgserlebnis im Gepäck. Das 3:1 in Bad Nauheim sollte Selbstvertrauen geben. Das Spiel aber beginnt mit einem Lattentreffer der Gäste durch Sam Herr nach nur 17 (!) Sekunden.

Da hatten sich die Huskies richtig überrumpeln lassen. Danach aber schalten die Gastgeber auf Offensive. Es gibt viele Drangphasen, viele schön vorgetragene Angriffe in diesem ersten Drittel. Es gibt einige Halb- und einige richtig gute Chancen. Und es steht? 0:1! In Überzahl – natürlich – gehen die Towerstars in der 11. Minute in Führung. Vincenz Mayer fälscht unhaltbar für Jonas Neffin ab. Das ist etwas glücklich, aber eben auch effektiv. Kassel zeigt diese Effizienz nicht. Weil in vielen Situationen der letzte Pass ungenau kommt. Weil im Abschluss Entschlossenheit fehlt. Und weil im Zweifel da ja auch noch der bärenstarke Schlussmann Jonas Langmann steht. Der pariert auch bei der besten Kasseler Chance in der 20. Minute, als Jamie MacQueen allein vor ihm auftaucht.

Harmlosigkeit prägt das Spiel der Huskies auch über 19 Minuten des Mitteldrittels. Spielerisch ist das häufig gut anzusehen. Aber der Abschluss, der bleibt mangelhaft. Wie Effektivität geht, das demonstrieren die Gäste, die ihre Überzahl eiskalt nutzen. Vor dem 0:2 zeigte Neffin reihenweise Glanztaten, kann das Tor aber doch nicht verhindern. Wieder ist es Mayer, der nach dem Schuss von Pavel Dronia abstaubt (30.). Bei der dritten Ravensburger Überzahl verteidigen die Gastgeber stark, fahren sogar gute Konter – doch als die Strafe zwei Sekunden abgelaufen ist, drischt Charlie Sarault die Scheibe in den Winkel (37.). Es steht 0:3. Und kaum jemand gibt jetzt noch einen Pfifferling auf Kassel.

Aber das Schöne im Eishockey: Nach 39 Minuten Harmlosigkeit können wenige Sekunden Effektivität die Hoffnung zurückbringen. Genau das passiert in der 40. Minute. Endlich nutzen die Huskies eine Überzahl. Brett Cameron stochert die Scheibe im Gewühl über die Linie. Die Schiedsrichter schauen eine gefühlte Ewigkeit Video. Dann heißt es: Treffer zählt!

Das ist gut. Und es kommt noch besser. Denn neun Sekunden vor der Sirene folgt der zweite Torjubel. Stephan Tramm täuscht den Schuss an, passt scharf vor das Gehäuse, Corey Trivino hält die Kelle hin – 2:3. So leicht kann das sein. Und so schnell kehrt die Hoffnung zurück.

Die weiter genährt wird, als Jake Weidner das Schlussdrittel mit einer Großchance eröffnet, aber an Langmann scheitert. Neffin pariert dann gegen Saakyan spektakulär – und ist kurz darauf aber doch geschlagen. Und das ist, erneut in Unterzahl, richtig bitter, denn Robbie Czarniks Schuss wird unhaltbar abgefälscht. Mit dem Mut der Verzweiflung versuchen die Huskies alles, aber Langmann ist nicht mehr zu überwinden. Die dritte Heimniederlage ist perfekt. (Frank Ziemke)

SR: Brill/Ratz, Z: 2788, Tore: 0:1 (10:02) Mayer (Zucker, Bettauer - 5:4), 0:2 (29:43) Mayer (Dronia, Bettauer - 5:4), 0:3 (36:21) Sarault (Eichinger, Ketterer), 1:3 (39:24) Cameron (Trivino, MayQueen - 5:4), 2:3 (39:51) Trivino (Tramm), 2:4 (45:00) Czarnik (Dietz, Sarault - 5:4), Strafminuten: Huskies 12 - Ravensburg 10

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