Eishockey

Gegen Kaufbeuren und Dresden: Eine Frage der Ehre für die Kassel Huskies

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In Reihe und Glied: Die Helme der Huskies-Spieler liegen nach dem Aufwärmen auf der Bande bereit für das nächste Spiel. 

Mit Jens Meilleur, aber ohne den verletzten Nick Walters spielen die Kassel Huskies am Freitag beim ESV Kaufbeuren (19.30 Uhr) und am Sonntag in der heimischen Eissporthalle gegen die Eislöwen aus Dresden (18.30 Uhr).

„Helm ab zum Gebet“ heißt es bei Soldaten. Helm auf zur Frage der Ehre, so lautet das Motto bei den Huskies: Die Eishockey-Spiele des Kasseler Zweitligisten beim EV Kaufbeuren (heute, 19.30 Uhr) und am Sonntag auf eigenem Eis gegen die Dresdner Eislöwen um 18.30 Uhr jedenfalls ruft das Trainerduo Tim Kehler/Bobby Carpenter zum Charaktertest aus.

„Ich bin zuversichtlich. Alle Spieler haben hoffentlich verstanden, dass sie aggressiver und härter auftreten müssen“, sagt Kehler, der seiner Truppe nach der neuerlichen Heimpleite gegen Bayreuth zurecht Überheblichkeit und mangelnde Einstellung vorgeworfen hatte. Öffentlich! „Auch wenn die Jungs in den meisten Spielen zuvor bewiesen haben, dass sie es besser machen können und das auch unbedingt zeigen wollen, so müssen sie doch damit leben, dass ich solche Dinge klar anspreche“, erklärt Kehler. Zumal gerade heute beim Tabellendritten in Kaufbeuren eine deutliche Leistungssteigerung nötig sein wird.

Helfen sollen dabei auch die besonderen Rituale der Huskies, die Sicherheit durch Gewohnheit vermitteln sollen. So werden nach dem Aufwärmen die Helme der gesamten Mannschaft fein säuberlich auf der Bande abgelegt und nach der Vorstellung für die Fans wieder aufgesammelt. „Jeder einzelne Spieler hat seine eigenen Angewohnheiten, seine kleinen Rituale vor dem Spiel. Das Anziehen der Ausrüstung in stets gleicher Reihenfolge, ein spezielles Gericht zum Essen“, erklärt Rico Rossi. „Als gesamtes Team haben wir so etwas aber nicht.“ - Hier eine kleine Auswahl:

  • Rico Rossi absolvierte zu Trainerzeiten wie früher auch schon Hans Zach nach der Teambesprechung vor dem Spiel noch einen kleinen Spaziergang.
  • Tim Kehler geht an jedem Spieltag laufen – meistens am Morgen, meistens rund eine Stunde lang. „Die Mannschaft insgesamt hat nach meinem Wissen kein Ritual. Aber die Vorbereitung unmittelbar vor einem Spiel verläuft stets nach einem gleichen Plan.“
  • Manuel Klinge, der heutige Teammanager der Kasseler, betrat früher grundsätzlich als Letzter die Eisfläche vor dem Spiel.

Unterwäsche, mit der Erfolge erzielt werden, wird natürlich gewaschen, aber manchmal auch trotz Löchern länger getragen als nötig.

Schläger werden an Toren gemessen – bei Stürmern sorgt es schon einmal für Verzweiflung, wenn ein bewährtes Arbeitsgerät zerbricht. Auch wenn der neue Stock praktisch identisch erscheint.

Bärte in den Playoffs sind der Klassiker, auch in Kassel. Motto: Wer rasiert, verliert. Aber von den Playoffs sind die Huskies ja noch 29 Spieltage und viele Punkte entfernt.

Vor dem ersten Bully: Mit Meilleur, ohne Walters

Die Lage: Drei Kasseler Auswärtssiegen hintereinander steht entgegen die mit 24 Punkten drittbeste Heimmannschaft der Liga und die beste Abwehr. Allerdings haben kürzlich Dresden (4:1), Bayreuth (2:3 nV) und Bietigheim (4:3 nV) im Allgäu gepunktet. Fünf Gegentore kassierten die Huskies gegen Bayreuth, zuvor waren es in vier Spielen insgesamt lediglich sechs.

Das Personal: Jens Meilleur ist wieder fit, aber Nick Walters fällt mit einer Unterkörperverletzung vermutlich zwei Wochen aus. Für ihn rückt Yannik Woidtke in die Abwehr. Und: Trainer Kehler hofft auf Wolfsburger Hilfe. Bei den Kaufbeurern ist für Ex-Husky Sebastian Osterloh die Saison wegen einer Schulterverletzung vermutlich beendet.

Die bisherigen Spiele: Ein einziges Tor nur fiel im ersten Duell: Dank Joseph Lewis siegte der ESVK in Kassel. Im Vorjahr gewannen die Huskies drei von vier Spielen gegen den späteren Halbfinalisten – 4:1 und 2:1 daheim, 3:1 im Allgäu. Dort gab’s zudem eine 2:3-Niederlage. (sam)

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