Unternehmer voller Tatendrang

Huskies: Matthias Eisenbach über seine neue Aufgabe

Gut gelaunt und voller Tatendrang: Matthias Eisenbach lehnt an einem Baum. Den Huskies-Schal trägt er lose um den Hals.
+
Gut gelaunt und voller Tatendrang: Matthias Eisenbach hat bei den Huskies eine neue Rolle und Verantwortung übernommen.

Matthias Eisenbach weiß, wie Wertsachen sicher aufbewahrt werden. Nun aber handelt der Fuldabrücker nicht mehr mit Tresoren, sondern wechselt in die Geschäftsstelle der Kassel Huskies. Bislang Fan, Partner und Sponsor, steht er nun als Stratege des Eishockey-Zweitligisten Rede und Antwort im Interview.

Herr Eisenbach, haben Sie für die Huskies noch einen Tresor aus Restbeständen?

Nein, das ist auch nicht nötig. Da sind die Huskies bestens versorgt.

Das heißt, Matthias Eisenbach steht gar nicht mehr hinter der Firma Eisenbach-Tresore?

Nein. Ich habe sie Ende des vergangenen Jahres verkauft. Ich wollte nach 30 Jahren mal wieder etwas Neues machen. Das Unternehmen hatte sich super entwickelt, es lief rund und hat Spaß gemacht. Aber der Arbeitsaufwand beinahe rund um die Uhr war einfach zu groß.

Und wem gehört nun Eisenbach-Tresore?

Einem internationalen Investor. Dessen Angebot kam zum passenden Zeitpunkt. Ich musste nicht verkaufen – ich wollte. Es war ein gutes Geschäft.

Eisenbach-Tresore war als Sportsponsor mit einem Jahresbudget von 1,2 Millionen Euro deutschlandweit aktiv, insbesondere im Fußball. Warum dort?

Fußball ist nun mal die stärkste Werbeplattform, spricht die meisten Menschen an. Eishockey und die Huskies hingegen – das war und ist eine Herzenssache.

Taucht der Name Eisenbach denn künftig noch auf im Sportsponsoring?

Der Firmenname bleibt, da die neuen Eigentümer das Markenrecht miterworben haben. Ob und in welcher Höhe aber das Sponsoring fortgesetzt wird, entzieht sich meiner Kenntnis.

Jetzt sind Sie Privatier, der auch Gesellschafteranteile der Huskies erworben hat?

Nein, das habe ich nicht. Das stand nicht zur Diskussion. Für mich war es wichtig, das offizielle Mandat in meiner neuen Funktion zu bekommen. Ich muss jetzt erst einmal sehen, dass ich meine eigenen Werbeflächen an jemand anderen verkaufe. (lacht)

Woher stammt eigentlich Ihre Liebe zu den Huskies?

Als Fußballer war ich natürlich mit meinem Vater früher oft im Auestadion, habe die verpassten Aufstiege betrauert. Irgendwann bin ich mit Freunden mitgegangen zum Eishockey. Auf den Heuboden, in den Achtzigerjahren, als es so richtig losging. Das war so begeisternd, dass ich total Feuer gefangen habe.

Sie haben den Herkules als Huskies-Maskottchen „erfunden“. Nun wollen Sie Geschäftsentwicklung, Marketing und Digitalisierung voranbringen. Ein Herkules-Job angesichts einiger Defizite?

Ich hoffe, dass ich mein Wissen, mein Netzwerk und meine vielen Kontakte gut einbringen kann.

Um welche Visionen umzusetzen?

Es wäre schön, wenn ich dazu beitragen kann, dass wir uns gemeinsam in einigen Bereichen verbessern. Das Merchandising etwa hat viel Potenzial – es gibt zum Beispiel noch keine Corona-Maske mit Huskies-Logo. Ganz grundsätzlich gehört dazu ein gutes Fanartikelsortiment im Laden und online. Mein Hauptaugenmerk gehört dabei jetzt erst einmal dem Fanshop an der Halle. Und wir wollen in der Region präsenter werden.

Da ist wohl jeder Arbeitstag ein Vollprogramm...

Ja und nein. Denn es gibt leider wegen Corona und den Folgen zu viele Fragezeichen. Die Ungewissheit hemmt uns sehr vielfältig. Wir warten sehnsüchtig auf einen verlässlichen Zeitplan für die Saison.

Hilft es, dass sie ein Büro teilen mit Manuel Klinge, dem Sportlichen Leiter?

Absolut. Er als Sportler und ich als Kaufmann, das ist eine gute Kombi und befruchtend für beide. Er macht einen prima Job und zeigt mir, dass ich nun viel über die Organisation des Sports und Verträge lernen muss. Richtig schwer fällt mir allerdings, dass ich nun mehr Distanz zu den Jungs bekommen muss. Ich war immer ein Kumpeltyp, habe gerne in der Kabine vorbeigeschaut. Da muss ich mich jetzt ändern. Manuel Klinge und ich sind beide voller Tatendrang, werden aber leider etwas von der aktuellen Situation rund um Corona ausgebremst.

Im langen Sommer kam nicht viel von den Huskies, so mancher Fan beklagt eine Funkstille. Was sind die vordringlichen Aufgaben – abseits von Corona?

Ich wünsche mir, dass wir uns mehr öffnen – gerade auch für die Fans. Stichworte sind die Sozialen Netzwerke, eine Schärfung der Identität als Marke Kassel Huskies und mehr Transparenz durch einen besseren Informationsfluss nach draußen.

Was sind die größten Herausforderungen, die Corona für Sie mit sich bringt?

Allem voran die wirtschaftliche Basis zu schaffen. Wir haben viele treue Sponsoren. Alle gemeinsam warten wir auf das Signal, dass und wann es definitiv losgehen wird. Wir sind bereit und vorbereitet.

Was fehlt den Huskies, um als Unternehmen voranzukommen – auch mit Blick auf den DEL-Aufstieg?

Darauf kann ich keine Antwort geben, dazu muss ich mich erst einmal einarbeiten.

Und mittelfristig? Es hält sich das Gerücht, Sie würden gemeinsam mit Sportsponsor Bernd Vogel von GEO-Fennel das Projekt Multifunktionshalle entscheidend voran bringen...

Ich kenne dieses Gerücht nicht. Und nein, das ist kein Thema.

Aber die aktuelle Halle ist auch nicht einladend...

Klar, beispielsweise um die Sanitärbereiche in Bezug auf Corona müssen wir uns kümmern. Auch eine Lichtanlage sollte ein Thema sein. Und für die DEL wird wohl irgendwann auch eine Flexbande benötigt. Aber: Mit einigen guten Ideen kann unsere gute alte Eishalle auch zu einer Kultstätte werden mit Flair. Anders als die großen Multifunktionsarenen mit gepolsterten Sitzen.

Zu guterletzt: Was ist ihr größter Traum mit den Huskies?

Definitiv der Aufstieg in die DEL. Dass Kassel wieder zu den besten Teams in Deutschland zählt, und wir gemeinsam mit den Fans das Eishockey in der Region und die Huskies weiter nach vorn bringen.

(Von Gerald Schaumburg und Michaela Streuff)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.