Eishockey

Kassel Huskies melden für DEL2 und DEL

Sie wollen gemeinsam nach oben: Huskies-Trainer Tim Kehler, Torwart Leon Hungerecker und Geschäftsführer Joe Gibbs (von links).
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Sie wollen gemeinsam nach oben: Huskies-Trainer Tim Kehler, Torwart Leon Hungerecker und Geschäftsführer Joe Gibbs (von links). Foto: Dieter Schachtschneider

Die Kassel Huskies haben allen Unwägbarkeiten wegen der Corona-Pandemie zum Trotz fristgerecht am vergangenen Freitag die Lizenz für die Zweitliga-Eishockeysaison 2020/2021 beantragt.

Es ist Halbzeit im langen Eishockey-Sommer, und dennoch sind die Verantwortlichen der Klubs der nächsten Saison schon ganz nah. Wie alle anderen Erst- und Zweitligisten der vergangenen Runde haben auch die Kassel Huskies fristgerecht am letzten Freitag die Lizenz für die DEL2-Spielzeit 2020/2021 eingereicht. Und das trotz aller wirtschaftlichen Unwägbarkeiten wegen der Corona-Pandemie, aber in der Hoffnung, dass der Start in die Punktrunde wie geplant am 11. September (DEL eine Woche später) erfolgen kann. 

„Wir haben alle notwendigen Unterlagen zur Überprüfung unserer wirtschaftlichen Lage bei der Ligagesellschaft eingereicht“, erklärte Geschäftsführer Joe Gibbs. Mehr noch: Neben den Dokumenten für die kommende Zweitliga-Runde haben die Huskies für den Fall des sportlichen Aufstiegs auch die Zulassung zur DEL-Spielzeit 2021/22 beantragt.

Nach vielen Jahren der „Funkstille“ soll nach der kommenden Saison erstmals wieder der Auf- und Abstieg zwischen den ersten beiden Profiligen DEL und DEL2 möglich sein. Voraussetzung für die Aufnahme im Oberhaus ist neben einer DEL-tauglichen Halle auch eine Bürgschaft über 816 000 Euro für das „Eintrittsgeld“. 

Das sei seriös erfolgt, sagt Gibbs, „schließlich haben wir diese Basisforderung schon seit einigen Jahren immer wieder erfüllt.“ Gibbs betont, dass der sportliche Aufstieg „unser Ziel war und bleibt. Daher sind wir sehr froh, dass dies 2021 für den DEL2-Meister möglich sein wird“. Dabei wollen die Kasseler auf ihre letzte starke Hauptrunde aufbauen und um den Aufstieg mitspielen. 

Dass dies auch wirtschaftlich in Kassel zu stemmen ist, sei in dem erneut 50 bis 60 Seiten dicken Lizenzantrag dargestellt. Gibbs dankt Sponsoren und Fans, „die uns auch in dieser schwierigen Zeit die Treue halten und uns auf unserem Weg nach oben unterstützen“. 

Über die Zahlen aber mag er nicht sprechen. Ob es wieder einen Etat von 3,2 Millionen Euro geben kann und wird, wie zuletzt? Ob die Hauptsponsoren VW/Skoda im gleichen Maß im Boot bleiben? „Vier Monate vor Saisonbeginn kann ein Wirtschaftsplan nie wasserdicht sein. Jetzt erst recht nicht angesichts so vieler Ungewissheiten für alle. Da muss jeder vorsichtig planen“, sagt Joe Gibbs.

„Aber wir haben von unseren Partnern zum allergrößten Teil absolut positive Rückmeldungen erhalten und hoffen natürlich, dass da niemand mehr abspringen muss, weil er Probleme mit seinem Betrieb bekommt.“ Neben den Schlittenhunden haben auch alle anderen 13 DEL2-Klubs ihre Unterlagen für das Lizenzprüfungsverfahren eingereicht. Es soll bis Anfang Juli abgeschlossen sein.

Um den Aufstieg in die DEL bewerben sich neben den Kasselern auch die Bietigheim Steelers und die Löwen Frankfurt. Der Hauptrunden-Sieger 2019/20 steht zudem auch als Nachrücker für die jetzt kommende Saison 2020/21 bereit, falls in der DEL ein Klub nicht überleben sollte. 

Der vierte, letzte Kandidat, der die Hallenanforderungen für das Oberhaus erfüllt, ist Dresden. Die Eislöwen mit Trainer Rico Rossi aber scheuen derzeit das wirtschaftliche Risiko und haben nicht für die DEL gemeldet. Dazu sagte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke, der am Montag ausdrücklich das Festhalten an der Ligenverzahnung ab Sommer 2021 betonte, der Eishockeynews: „Das Ziel muss natürlich mittelfristig sein, dass deutlich mehr Klubs der DEL2 infrastrukturell und wirtschaftlich Aufstiegspotenzial erreichen.“

Verantwortliche der DEL2 und der Kassel Huskies sind trotz Corona zuversichtlich: Grund dafür ist ein Hintertürchen der Bundesregierung für Hallensport.

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