Eishockeyteam heute bei Tölzer Löwen

Huskies nach Rückschlag in Bietigheim am Scheideweg

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Verletzt: Toni Ritter fehlt den Huskies heute in Bad Tölz. Mit neun Toren und 13 Vorlagen ist er der drittbeste Stürmer im Kasseler Team.

Waren die vier Siege über Weihnachten nur ein Strohfeuer? Keine Frage, die Huskies stehen nach dem 0:3 bei Meister Bietigheim am Scheideweg.

„Dieser Auftritt war ein echter Rückschritt“, bilanzierte Trainer Tim Kehler enttäuscht vor dem Mittwoch-Spiel in Bad Tölz (19.30 Uhr).

Die Männer des Abends waren zwei Bietigheimer. Ilya Sharipov, der erstmals über 60 Minuten seinen Kasten sauber hielt, und Shawn Weller. Der Stürmer ließ sofort (!) nach dem ersten Bully die Fäuste fliegen und zeigte Michi Christ auf, dass dessen Foul gegen Max Lukes beim letzten Spiel in Kassel gerächt werden musste. Fortan feierten die Fans den Rauschebart, der diesem psychologischen Zeichen dann auch noch die Treffer zum 2:0 und 3:0 folgen ließ. So wird man Kult und Publikumsliebling.

Die Specialteams bleiben eine Großbaustelle der Huskies. Während die Steelers bei fünf Powerplay-Chancen alle drei Treffer in Überzahl erzielten, gingen die Kasseler viermal leer aus. Ihre Erfolgsquote liegt nur noch bei 14,7 Prozent, nur Crimmitschau (14,7) und Deggendorf (13,1) sind noch weniger effektiv. Auch in Unterzahl, einst eine Kasseler Stärke, reicht es nur noch zu Rang neun in der Liga mit 78,7 Prozent.

Die Reaktionen konnten unterschiedlicher nicht sein. Hier freute sich Steelers-Trainer Hugo Boisvert über die vielen gewonnenen Zweikämpfe und das Spiel in Über- und Unterzahl („supertoll gelaufen“), dort hatte Tim Kehler (und den zahlreich mitgereisten Fans) der über zwei Drittel restlos enttäuschende Auftritt seiner Huskies die Laune verdorben. Gerade einmal vier erfolgreiche Spiele hatten Einsatz und Kampfgeist gestimmt, nun schrieb er seinen Mannen schon wieder ins Stammbuch: „Wir waren harmlos, wir haben viel zu wenig investiert, um diesen starken Gegner in Gefahr bringen zu können. Auch wenn es im letzten Drittel eine kleine Steigerung gab – das war viel zu wenig, um konstant gewinnen zu können“, wetterte Kehler.

Boisvert stritt derweil ab, dass Wellers Aktion gegen Christ abgesprochen gewesen sei. „Das regeln Spieler unter sich“, sagte er. Und: „Das gehört zu unserem Sport dazu.“

Der nächste Gegner wird die gestern bereits angereisten Huskies bei ihrer 1100-Kilometer-Tour vor allem mental fordern. Denn diese Tölzer Löwen werden wie Deggendorf nur mit viel Geduld zu knacken sein. Seit dem 1:5 in Kassel am 21. Dezember haben sie in vier mal 60 Minuten nur acht Gegentore zugelassen. Aber: In der selben Zeit haben sie selbst nur fünf Treffer erzielt und seit 7. Dezember lediglich zwei der letzten acht Spiele gewonnen. Kehler: „Die Tölzer sind daheim viel stärker. Wir müssen vor allem ihre Topspieler ausschalten.“ Das sind Kyle Beach (14 Tore + 28 Vorlagen), Stephen MacAulay (16 + 20) und Andreas Pauli (13 + 18), aber auch Ex-Husky Philipp Schlager (6 + 11) und Lubor Dibelka (9 + 6).

Das Personal: Toni Ritter wird wegen einer Oberkörperverletzung fehlen, erneut sind Umstellungen nötig. In Dresden wurde Stürmer Alexander Höller (34) aussortiert. Der Deutsch-Österreicher kam in den Hauptrunden der letzten drei Jahre immer über 40 Scorerpunkte. „Ein interessanter Mann für uns, aber auch für andere Klubs“, sagt der Sportliche Leiter Rico Rossi.

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